K. K. Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmale 2. (Wien, Leipzig 1894)

Mitgetheilt von Dr. Karl Lechner: Die fürst-erzbischöfliche Bibliothek zu Kremsier

238 Lechuer Tyto kniehy skonaly sw sie skrze nice Duchkowie w ten Czwertek po Swatem Franczissku Leta Tissitiebo Cztyrzsteho Trzidcateho Trzetieho, also vollendet 1433. Die auf den ersten Blättern eingetragenen Taiffnamen und Geburtsdaten, zusammengehalten mit der auf den Messingbescblägen des Einbandes eingeschlagenen Stange W. P. und dem fol. 496 angebrachten Siegel des Marktfleckens Ceikovic ergeben, dass dieses Manu­script der Familie Pothenstcin gehörte und unter Wilhelm von Pothenstein den jetzigen Einband erhielt. Dieser Familie gehörte die Herrschaft Göding mit dem nahen Ceikovic. Die Bibel wurde 1893 vom Fürsterz­bischof Dr. Theodor Kohn um 2000 fl. angekauft. 124. Graduale in gr. folio auf Pergament von 58 X 38 cm, foliirt 329 folia, es sind aber 330, weil folio 268 zweimal angeführt ist. Es sind in barbarischer Weise, vielleicht wegen der Noten, 32 Blätter herausgeschnitten worden. Folio 1 enthält eine Geschichte des Schicksals dieses Graduale, das aus zwei Bänden bestand, wovon der vorliegende der erste ist; leider ist die untere Hälfte des Blattes auch weggeschnitten worden. Es wurde 1580 geschrieben und gehörte der Pfarrkirche zum hl. Castulus in der Prager Altstadt; von 1626—1631 bei dem spätem Olmüzer Bischof und damaligen Canonicus des Metropolitan - Capitels zu Prag Johann Ernst Plateis von Plattenstein aufbewahrt, fiel es 1631 in die Hände der Truppen des Churfürsten von Sachsen, von denen es zurückgekauft und bis 1648 geheim ge­halten wurde. In diesem Jahre brachten es Joh. Paul Dvorsky, Bürger zum „weißen Roß“ in der Eisengasse, und der Salzbeamte Hondle in der Prager Altstadt an sich und schenkten es der vorgenannten Pfarrkirche. Blatt 10 ist 1616 von Lorenz Benjamin Modhaje eingefügt worden und enthält etliche chronikalische Daten. Hieher kam es wohl durch den genannten Kirchenfürsten und muß noch 1691 vollständig gewesen

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