Asztalos István - Sárfalvi Béla: A Duna-Tisza köze mezőgazdasági földrajza - Földrajzi monográfiák 4. (Budapest, 1960)
Irodalom
besatz in Großvieheinheiten ist in den Einzelwirtschaften gleichfalls größer, er ist mehr als doppelt so groß als im sozialistischen Sektor. Auch der Anteil an Muttertieren ist in den Einzelwirtschaften günstiger; am höchsten ist der Anteil an Kühen (63,3%). Demgegenüber gibt es in den LPG innerhalb des Schweinebestandes viele Säue, was darauf hinweist, daß man sich mehr mit der Aufzucht von Jungschweinen als mit dem Mästen beschäftigt. Im sozialistischen Sektor ist die Zusammensetzung des Tierbestandes günstiger als bei den Einzelwirtschaften. Es gibt mehr Binder und weniger Pferde. Der Tierzucht des Donau—Theiß-Zwischenstromlandes drückt also die Zucht der Einzelwirtschaften den Stempel auf. Wie wir sahen, ist die Viehzucht des Donau—Theiß-Zwischenstromlandes ziemlich rückständig, sie steht im Vergleich zum ganzen Land auf niedrigerem Niveau. Im Kähmen der Kleinproduzentenwirtschaft kann man ein höheres Niveau mit intensiver Viehzucht gar nicht erwarten; es erweist sich daher die Schaffung einer kollektiven Großbetriebswirtschaft als notwendig. Den größten Viehbestand findet man in Wirtschaften von 6—10 Katastraljoch (diese Kategorie ist am häufigsten vertreten). Infolge ihrer beschränkten Möglichkeiten der Futterproduktion geben diese Wirtschaften jedoch dem Markt nur wenig Tiere und tierische Produkte. Die größeren Wirtschaften können dank reichlicherer Futterproduktion schon eher an eine Warenproduktion denken. Ein sowohl zahlenmäßiger als auch qualitativer Aufschwung der Viehzucht ist nur in landwirtschaftlichen Großbetrieben, den VEG und LPG, möglich. Diese Großbetriebe, in erster Linie die LPG, sind häufig noch nicht genügend entwickelt, ihre Tierzucht ist rückständig, die Zukunft gehört zweifellos ihnen, die Viehzucht steigt von Jahr zu Jahr an. In den Hauswirtschaften der Mitglieder der LPG ist die Viehhaltung intensiver als in den Kollektivwirtschaften. Dies bezieht sich in erster Linie auf das Schwein, aber auch auf das Bind. Die Gegenrevolution des Jahres 1966 brachte der Viehzucht innerhalb der Kollektivwirtschaften schwere Schäden. Trotzdem war das Niveau der Viehzucht bereits im Jahre 1957 höher als in der ersten Hälfte der fünfziger Jahre. Die Viehzucht bei den VEG ist entwickelter als diejenige der LPG. Die Futterproduktion ist fortschrittlicher, der Viehbesatz größer, die Zusammensetzung des Tierbestandes günstiger; der Anteil der Binder an den Großvieheinheiten beträgt 60%. Milch- und Fleischproduktion sind hochentwickelt, sie fördern mit hervorragenden Zuchttieren den allgemeinen Aufschwung der Viehzucht. Sie versorgen nicht nur den Inlandsmarkt mit Tieren und tierischen Produkten, sondern ein Großteil ihrer Produktion gelangt auch zum Export. In den letzten zwei Jahrzehnten macht die Intensivierung der Viehzucht im Donau—Theiß-Zwischenstromland nur geringe Fortschritte und eine raschere Entwicklung setzte erst um die Mitte der fünfziger Jahre ein. Hinsichtlich der Zusammensetzung des Viehbestandes sind die Veränderungen jedoch gering, obwohl bekanntlich ohne eine Steigerung der Binderzucht die Verwirklichung einer Intensivierung der Viehzucht und der Bewirtschaftung unmöglich ist. Der vom gegenwärtigen Binderbestand produzierte Dünger deckt auch nicht annähernd den Düngerbedarf des nährstoffarmen Bodens. In einem Drittel der Siedlungen steht nicht einmal die Hälfte der erforderlichen Düngermenge zur Verfügung. D) DIE SONSTIGEN ZWEIGE DEB VIEHZUCHT 1. Die Ziegenzucht Wandlungen, Entwicklung oder Kückgang der Viehzucht zeigt in augenfälliger WTeise die Ziegenhaltung. Nach dem zweiten Weltkrieg, als die Zucht der wichtigsten Nutztiere nur langsam Fortschritte machte, vermehrte sich die Ziege in großem Maßstab. Im Jahre 1957 war die Zahl der Ziegen dreimal so groß als im Jahre 1935. Sie erreichte im Jahre 1964 den höchsten Stand (541%), aber von diesem Zeitpunkt an ging sie zurück. Die Ursache ist darin zu suchen, daß von da ab die landwirtschaftliche Produktion, die Viehzucht einen allgemeinen Aufschwung nahm. Die meisten Ziegen findet man in der Umgebung der Hauptstadt, größtenteils in Kreisen, die sich nicht mit Landwirtschaft beschäftigen. Ein nachteiliger Zug ist jedoch, daß sich die Ziege auch bei den Landwirten des Donau—Theiß-Zwischenstromlandes verbreitet hat. 333