Bizalmas Értesítések 1921. szeptember

1921-09-30 [1448]

1931. szeptember 30. Wien, 30.September. / Privatmeldung des UTKB/ Alle Wiener Blfit­ter veröffentliohen die Meldung dee UTKB., die die Meldung von dem Frled­rioh-Puteoh in Westungarn dementiert. Der Abend bemerkt daau: Die Erkla­rung iat sehr hinterhaltig. Tor allém niramt sie auf die unzweideutige Hede Friedriohs keinen Besúg, Die Wendung.dass in Westungarn von der Ausrufung niehts bekannt aei, ist viel zu nioht ssagend, dazu koramt.dass daa UTKB. von den hl es Igen amtlichen Stellen schon in den ersten Morgan ­stunden aufgefordert wurde, sich über die hier vorliegenden Meldungen zu aussern, dass es sich aber mit der obigen Krklarung bis nach 12 Uhr mit­tags Zeit Hess. t i e n, 30.September,, / Privatmeldung des UTKB/ Über die Auffassang in Kreisen der kleinen Entente, wird dem Abend aus diplomatischen Krei­sen folgendes berichtet: Bei den fiegierungen der kleinen Entente wird dia Selbstandigkeita-Erklarung Friedriohs nichta als überraaehend empfun* dan. Die Kögliohkeit eines Doppelspiels von Seite Ungarns habo man von vornherein ina Auge gef&sst. Hichtadaatoweniger sah man sich veraalaaat, alla Mittel im Interessé einer frledlicken Beilegung anzuwenden. Dureh die Vermittlnng Benes iat der Beweis' erbracht worden, dasa dia kleina Entente dan Friedon will, wahrend die Ausrufung der aalbetandigen ilepublil jetzt allén, dia aach biaher nooh den ungarisehen Friedensheteuerungen Glaüben zu achenken geneigt war en, die Tatsache vor Augen geführt hat, dass in Ungarn weder Kariisten noch Albrechtisten den Friaden wollen* Wien, 30•September* / Privatmeldung des UTKB/ ^ber die Haltung der öaterreichisehen Regierung zu dér Ausrufung des selbstandigen Iraperi­ums in Sopron, wurde in dar heutigen Pressekonferenz mitgeteilt: Das üng^ Teagraphen Korr.-Bureau sohweigt sich über die Ausrufang des selbstandigen Impériuma in Westungarn vollkommen aus, obwohl es wiederholt aufgefor­dert wurde, etwas darüber zu sagen* Sach den vorliegenden Moldungen habán wir kelne Ursaohe, an dar Tatsache als solchar zu zweifeln. Die otellung der österreichischen Regierung ist gégében. Der ősterreichische Ausschusa für Aeusseres, der einberufen war, um die Ansicht einer Entente-Grossmaoht über die lösung der west ungarisehen Frage en t gegen zunehmen, hat sich mit den Vorachiagen der Entente be fásat. W ah rend der Sitzung des Auesohusaes erfolgte dia Einladung daa Ministerprasidenten Dr.Benes zu einer Bogegnung mit dem Bundeskanzler. Diaser Einladung musste umsomehr Folge gégében wer­den, als kelne Kögliohkeit aaaser acht gelassen werden darf, die zur lö­sung dar westungarischon Frage führen könnte. Über die se Zuasmmenkunft er­achierten namentlloh in der aualandischen Presse Nachrichten* dia aich mit üinzelheiten b eachaftigten. Demgegenübér müsse festgestellt werden, daaa es sich bloaa um allgamaina Grandiagen gehandelt hat und daaa beaondere Angelegenheiten, inabeaondere dia Frage einer kögliohkeit territorialar £onzessionen nur gestreíft, ina dinzolna gehenda Abmaohungen aber, einem speteren Zeitpunkte vorbehalten wurden. ©"ar Standpunkt der österreichischen Regierung in Sonderverhandlungen nur einzutreten, wenn vorher die klaglose übergabe des we8tungarlaohen Gebiatea erfolgt ist, wurde In diesen Verhandlungen neuerlich znm Aus­dfuck gebracht. Es wurde auch die Frage der Garantien aufgeworfen dia Osterreich für die klagloee Übernahme dea Gebietea und Aufreohterhal­tung des Rechtszustande© in Westungarn erhalten soll, Zu der Tatsacha eines selbstandigen Imperlums in Westungarn müssen wir sofőrt in ier toeise Stallung nehmen, dasa wir die Angelegenheit vor dia Botachafter­Konferenz bri ngen, Die I»age hangt nanmehr im a 11 gémei na n hente vöm Ul­timátum der Botsohafter-Konferonz ab, dessen fortlaut geatarn varöf­fantlicht worden ist und daaa die RAumnng Westungarns bis zum 4.Október vorsieht. Sie ist naturgemasa dadurch ersehwert, aass sich daa selbstan­dige Impérium etabliert zu habén scheint. Es Ist vorauszusehen, dase die Botschafter-Konferenz zu diesem neuen Faktum in kürzeater Zeit Stellung nehmen wird. Da der gewesena ungarische Miniaterprasl dent Ste­fan Friedrioh in einer Frauen-Versammlung in Budapest bereits Mitteilung vom selbstandigen Impérium maehte, ao zeigt aich ein gewisser Zusammen­hang, der zwischen der ungarisehen Regierung und WKtnÚsm den VorgBn­gen in Westungarn besteht* Die Sache der Botschafter-Konferenz wird ea sóin, diesen Susammanhang restloa zu erfassen und klar zu maohen, daaa an dar Entsoheidung der Bot3chafter-Konferenz auch dureh die Etablierung dieses selbstandigen Impériuma niohts geandert werde. Wien, 30.September. / Privatmeldung des UTKB/ DIe Neue Freie Presse sohreibt: Die Meldong über die Ausrufung des Impariums in lest­ungarn ist von grösster Bedeutung, Stefan Friedrioh hat mit einem Grös­sanwahn gesprochen, der alle Granzen des Mögliohen übersteigt und der ganzen Walt deutlich anzeigt, wie gross dia Gefahren sind, die aus der westungarischen Krise entapringen müssen a Der letzte Reat von Anstand und Rechtsgefühl sebe int verloren zu sein und der Gedanke, dass die Ban­denpolltik allén MAchten trotzen könne und dass jeder sich zu beugen ha­bé, wenn Horr Friedrich befiehlt, ist eine solcha Verrücktheit, dass ar seine Widerlegung in sich selber findet„ Die Entente kann jetzt sehen, was ihre Politik des diplomatischen Tipfelns zur Folge hat und welchar Uberraut Platz greifen muss, weil von Anfang an die feste Hand, die wir so oft zu spüren bekomiüen, gefehlt hat und bis plötzlich In der westun­gari schen Krise seit mehr ala einem Monat volle Rechtslosigkeit elnge­rl saen ist, jade Führung seitens der Grossmachte aufgegeben wurde und nur lahme Vermittlungsvor3chiage gemacht wurden, die dea Ubermut eine Pramie setzen und den klaren Rechts standpunkt verwirren. Die Erklarung Friedrich a let nicht nur eine Heransforderung der ganzen Welt. sie ist auoh eina Kriegsansage des Legitimismua gegen die Regierung dea Reichsverwesera.In Budapest hat man eben fali a aolange gezögert.bis die Bandán der Regierung über den Kopf wuchsen, so dass hauta Stefan Friedrich sich anmasst, über dan Kopf der Budapest er Regierung hinweg Uber Westungarn zu entsoheiden. Dieae Verlegenheit muss auoh in Budapaat zur Beainnung mahnan und die Er­klarung der Entente gegen eine beabsiohtigte Mobillsiarang von 20.000 Mann iat eine ernate Wamung. Siohar ist, dasa dia Entente von jetzt an leioh­terea Spiel hat. Sie wollte Ungarn sohonen, aber eine Republik Friedrioh wird dieae Rücksicht nicht erhalten und diaaer Vorstoss bringt aueh alla Vermittlungsaktionén zum Schaitern, dia immer von der Voraussatzung aus­? ingen, dasa dar íriedensvertrag sohliesalioh doch in seinen wesautliohen ellen erfüllt wird. Wenn Friedrich eine relne Gewaltpolitik betreibt, dana war de die Entente nioht lange herumbaateln können und sie wird gezwangan aain, die dautlichsta Spraohe gegen die Banden zu führen, wenn ala nicht jade Autoritat verlieren will,Dia Republik Friedrich wird nicht lange dau­orn.

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