Bizalmas Értesítések 1921. szeptember

1921-09-30 [1448]

r^utJ.K* SS 30 # September, / Privatmeldung des UTKB./ Die Keue Preie Presse ííf:; í? We ? e * antentediplomatischen Kreisen wird die Ausrufum des aelbatCndigen Impériuma in Westungarn aie eine scharfe Zuspitzung des un­gerisoaen Konfliktt bezeichnet. Man war von dieser Hachrlcht umsomahr í? 1 ?? 8 ^ • alB gaatern aus Budapest Meldungen einliefen, die auf eine var­aöftnlicnere Stimmung in Ungarn achliessen liessen, dooh im laufe des gestri­gen Hachmittags wnrde^die hiesigen Ententestellen aus Budapest davon an­terrichtet, dass die ungarisoho Hegierung entschloasen sei, Westungarn naoh den Best immungen des Pri ed ens vert reges his zum Ablauf der durch das Ulti­mátum festgeset zten Priet zu raumen. überdiea wurde mitgeteilt, dass dl e un­garische Regierung mit den Pührern der Banden truppén Fühlung genommen und diese bewegen habe, dem Lande kelne Schwierigkeiten zu béreiten.Es wurde ettch gémeidet, man habe in Budapest den Eindruek, daSB die Banden gewillt seien, sich zurüekzuzieheru lm Wlderspruohe zu dieser Darstellung von ge­stern kommt nun keute die Xaekrickt von der Ausrufung eines selbstandigen Weetungarne durck Stefan Priedrich, Dadurok hat Ungarn, wie man In hiesi^n entente diplomát ischen Kreisen erklart, seine Situation gewiSB nickt gün­etiger gestaltet, Selbst der Standpunkt der Entente, dass die Bestimmungen des Prledensvertrages genau eingehalten werden müssen, iat unverruokbar, Die Entente bestekt demnack mit aller Enteokiedenheit auf der Ubergabe dea west ungari aehen Gebietea an österrelch und macht die ungarische Regierung dafiir verantwortlioh. Es heisst, dasa die Antwort der ungarleckén Regie­rung auf das Ultimátum der Botsohafter-Konferenz bis zum 3.Október einlau­fen wird.Die ungarische Regierung wurde aush daríiber nicht im Zwelfel ge ­lessen, dass ein Verzióht üsterreiohs auf Sopron induskntabel sei .Dieser Ansickt hat sich auoh der tsokeokisoke Ministerprfisident Bcnes im Verlaufe seiner Ausaprache mit dem Bundáskorzlcr Sokober angéscklossen. Befolgt Un­garn die Porderungen des Ultimátuma der Botsohafter-Konferenz nicht, so wird dte wirtachaftlieke Blockade am 4.0ktober einsetzen.Daa Programra dar Blockade, mit derén Durchführung die kleine Entente betraut wurde, ist in allén Punktei genau festgesetzt worden.Es wird eine volletandige Absperrung Ungarns von allén Seiten erfolgen. Dieaen Zustand der Iso­lierung wird Ungarn gewisa nioht lange ausbalton können* Immerhln er ­soheint 68 auch möglich, dass infolge der Jüngstan Rendűng der Ereignis­se in Ungarn, die Botsohafter-Konferenz vielleioht auoh nooh anderc schtr­fere Eassnakmen beachlieset, Man glaubt aber auoh heute nooh, dass,an­gesioht8 der entBchiedenen Stellungnaknie der Entente zur west ungari schen Prage, die ungarische Regierung den Ernst der Situation erkennen und den Porderungen des Prledensvertrages Geltung verschaffen wird.Man hofft, daaa die ganze Angelegenkeit in friedlichem lege bereinigt werden wird. ** • . Wien, 30,September. / Privatmeldung des UTK3/Der Abond schreibt: Trotz aller Gegensatze, die sonat Priedrick und Horthy voneinander trennen, in der west ungarisohen Prage gehen sie fíand in Hand. Horthy weise aekr genau, dass ihn Priedrich im selben Augenblicke, wo er Westungarn herausgeben v/ürde, atürzen könnte und so hat sich daa edle Brüderpaar hier elntrachtig gofunden, Die Sohaf fung der selbstAndigen Republik aoll Herrn Horthy aus der Swangalage, in diie er in den let zten Tagén geraten iat, heraushelfan. Durch Prledriohs Jüngsten Streiob ist nun Herr Horthy in der Lage, der Entente sagexi zu können, daaa er ei­gentllch mit lestungarn nicht s zu sohaf fen habe. Pür Peutsoh-Ost orr eich hat sich natllrlioh duroh die let zten Eréig nia se die wost ungarische Prá­ga in kelner Weise geandert. Ble und nlmmermehr darf Jemand österrelch Bumuten, mit soinen eigenen Kraften gegen die Banden in Westungarn, die eigentllch keute sohon ala die Truppén der west ungari sokén Republik an­genprochen werden müssen, aufzutréten. Priedrichs Streiok könnte für die grosso Entente eine nicht zu unterschktzende Gefahr werden.Gelingt ea namlich dea Herren in London und Pária nioht, mit ihm in kurzer Zeit fértig zu werden, dann kat ihr Anaaben vor dar ganzen Welt eine nie wieder gutzumachende Sohlsppe erlitten, dann wird die ganze Welt sehen, wie schwach eigentllch die Herren sind, die sich anmassen, überall die Herrschaft an sión zu reiaaen. e Wie n, 30 ^September/privatmeldung des UTKB/Í>ie Mittags.. zeitung schreibt zu der Reu termel dong über die Mobilisieruog in ungarn. Die westungarisehe Frage ist nun zur ungarischen Fragé géwojfden r Seit gestern hat dié latente J&rise eintú akutén Chara' ter angenommen „ Das ganze ungarische i»robiem ist aufge­rollt und der europaeische Friedo ist unmítfcelbar von den schwersten Gefahren bedroht,, Heute fehlen noch drei Tage bis zum Ablauf der Frist des Ultimátuma und die ungarische Regierung* hat noch kei ne Massnahmen getroffen t aus denen auf ihre Béreit­willigkeit ,das Verlangen der Botschafterkonferenz zu erfü1Ien ; gesehlossen werden Könnte, In demseibeo Masseán dem die uuga­riscne Regierung erkenoen mucsste,dass die von ihr acgenifene vermittlungsaktion als neüés Verschleppungsmanöver unbrauchbar waere hat Friedrich das selbststaendige Impérium Westuoga~ns ausgerufen* Ist dieses zeitliehe Zusammentreffen schon sohr auf fallend, so muss die latsache, dass es Stefan Friedrich möglich war,in Budapest öffeot'ick. eine aufreizende,die Entente verhöhnende Rede zu haltén 5 0en Verdacht v die ungarische Regierung spiele mit diesem Abenteurer unter einer Decke,zur Gewisyheit machen . Es gibt keine Versammlungsfreiheit unter dem .iet/igen Régime in Ungarn und wenn Herr Friedrich sagen durfte,dass nuo jed0r ? der seinen Fuss von nun an nach Westungarn setze.uiedergeschos­s en wird. so ist es klar,dasr : . eine solche Drohung nur mut Be­w illigung oder wenigstens Duldung der Regierung öffentlich aius­gesprochen werden konnte f Am 29„August hat Ungarn den Friedens vertrag von Trianon mit Füssen getreten und erst am September hat dié Entente ihr ultimátum an unfeam gerichtet,Mehr als drei Wocheo liess sie den Ungarn Zeit ,um sicb zum Wider&taode zu rüsteo ,gab sie den radikalen Elementen Gelegenheit,eine mass­lose Agitation zu entfaltén t Was wir schon seit fochen vorhergesagt habén, ist nun eingetroffen „ Durch die schweren lersaeuamisse dem* Ent<»te ist Friedrich Herr der Situation geworden und heute ist die ganze ungarische Frage oufgerollt. Ungam will "ffeobar das aeus^erste versuchen,bevor es zu seiner Entwaffnung kommt, dd sioh Ungarn ohne Armee wehrlos der Heinén Entente gegenüber in allén Fragen fügén muss r ungarn besitz in diesem entsebeiden ­den Augenblick keine Regierung mit Autoritaot,mit Ansehen und freíer Handlungsmöglichkeit r .

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