Kenyeres István (szerk.): Urbs. Magyar Várostörténeti Évkönyv XV. - Urbs 15. (Budapest, 2021)
Resümee
432 Resümee gerfamilie Auer auf dem Hauptplatz, das mehrmals als Unterkunft für die Mitglieder der Habsburgerfamilie diente (1526/27: Königin Maria, 1637/38: Ferdinand III.). Mitte Dezember 1637 rief sogar der Ranghöchste der Stände, Palatin Miklós Esterházy (1625-1645), die viel zu lange diskutierenden Repräsentanten dazu auf, sich zur Inschrift zu begeben und diese zu lesen, um daraus lernen zu können. Dank der in der Stadt Preßburg lesbaren Inschriften wurden also die Worte Jesu und die Sentenz von Sallust für lange Zeit zum integralen Bestandteil der politischen Kommunikation der ungarischen Stände. Szabolcs Serfőző Die Repräsentation der Habsburgerherrscher in den frühneuzeitlichen Rathäusern der königlichen Freistädte Ungarns Infolge der historischen Wirren des 20. Jahrhunderts sind die Spuren der Habsburgerherrschaft, also die Zeichen dafür, dass die Gebäude einstmals als Verwaltungssitze des in die Ständegesellschaft der Habsburgermonarchie integrierten, der königlichen Gewalt direkt unterstellten Stadtbürgertums dienten, fast vollständig aus den Rathäusern der ehemaligen königlichen Freistädte verschwunden. In meiner Arbeit versuche ich am Beispiel von Sopron (dt. Ödenburg), Lőcse (dt. Leutschau, heute: Levoca, SK) und Pozsony (dt. Preßburg, heute: Bratislava, SK) anhand von erhaltenen Sach- und Schriftdokumenten zu zeigen, auf welch vielfältige Weise im 16-18. Jahrhundert die Herrschaft der Habsburger über die königlichen Freistädte bei der Gestaltung der Fassaden und der Innenräume der Rathäuser - von den mit emblematischen Details belegten heraldischen Elementen und Leitsprüchen über die Porträtgalerien bis einschließlich der Deckengemälde — zum Ausdruck gebracht wurde. Ágnes Flóra Claudiopolis vulgo Kolozsvár Die Geschichte eines Namens und die Entwicklung des Stadtbewusstseins in der Frühen Neuzeit Kolozsvár (dt. Klausenburg, heute: Cluj-Napoca, RO) erhielt im 16. Jahrhundert den neuen Namen Claudiopolis und dazu selbstverständlich auch eine erzählbare Legende darüber, dass der Gründer der Stadt kein anderer, als der römische Kaiser Claudius war. Der Name entstand aus rein humanistischer Überlegung heraus, er etablierte sich aber sehr schnell und blieb jahrhundertelang der offizielle Name der Stadt, ln der Studie wird versucht, das mögliche Umfeld, in dem der Name und die Legende entstanden, sowie die Ära, in der letztere in Umlauf gebracht wurde, und die Vermittlungskanäle,