Kenyeres István (szerk.): Urbs. Magyar Várostörténeti Évkönyv XV. - Urbs 15. (Budapest, 2021)

Resümee

430 Resümee Doch auch die Änderung der institutioneilen Funktionsweise des ständischen Land­tags und sogar das Erscheinen der Idee der Volksvertretung trugen dazu bei, dass sich die Situation der Städte als Landtagsteilnehmer änderte. Zu einem Wandel in der Po­sition der Städte könnten nicht nur die Beziehungen bzw. Abneigungen der einzelnen ständischen Akteure untereinander, sondern auch die Weiterentwicklung des Entschei­dungsfindungsmechanismus an sich, die zunehmende Rolle der Abstimmungen und die Neugewichtung des Status einzelner Sitzungsarten geführt haben. Sowohl der Stand der Städte als auch das politische System als Ganzes waren für eine Korrektur der entstandenen Situation und eine Beseitigung der dafür verantwortli­chen Gründe empfänglich. Ebenso wie die eigenen Initiativen der Städte bzw. einzelner Gruppen ihrer Bewohner bezweckten auch die ständischen Reformpläne in Bezug auf die Städte und ihre Positionen eine Beseitigung der Benachteiligungen und die gerechte Lösung der Situation. Beide beinhalteten zwar weiterhin ständische Elemente, doch insgesamt deuteten die vorgenommenen Änderungen bereits vor 1848 in die Richtung einer Selbstkorrektur, ja sogar einer Ablösung des Ständewesens. István H. Németh Die Repräsentation des Herrschers und das Erscheinen des Staates in den königlichen Freistädten Ungarns In der Studie werden die Veränderungen der sich im letzten Drittel des 17. Jahrhunderts abzeichnenden neuen Stadtpolitik auf dem Gebiet der Repräsentation vorgestellt. Ab dem letzten Drittel des 17. Jahrhunderts wird die Rolle des Staates in der Verwaltung der königlichen Freistädte Ungarns unumgänglich. Die vom Herrscher entsandten kö­niglichen Kommissare verkörperten in den sich in die staatliche Verwaltung zuneh­mend integrierenden königlichen Freistädten den Herrscher und die Staatsmacht, was sich auch an den Veränderungen bei der Neubesetzung der Ämter und noch mehr an der Veränderung der Machtrepräsentation in den königlichen Freistädten festmachen lässt. In meiner Studie werden dieser Hintergrund und vor allem diese Veränderungen beleuchtet, mit einem Ausblick auf die in den ungarischen Städten des 16-17. Jahrhun­derts vorherrschende Machtrepräsentation. Im Zentrum meiner Arbeit stehen in erster Linie die Vorstellung und die Analyse der in den Rathäusern wahrnehmbaren Elemente der Repräsentation sowie die bei der Neubesetzung der Ämter vermittelten Botschaf­ten. Charakteristisch für diese Veränderungen sind das Erscheinen der Staatsmacht und des Herrschers sowie die Betonung der katholischen Kirche und ihrer Riten in der Ze­remonie für die Neubesetzung der städtischen Ämter.4

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