Kenyeres István (szerk.): Urbs. Magyar Várostörténeti Évkönyv XV. - Urbs 15. (Budapest, 2021)

Resümee

Resümee 429 welche Beschwerden trugen die Deputierten der Stadt an den Landtag heran, welche ihrer Forderungen konnten sie durchsetzen, welcher Mittel bedienten sie sich, um ihre Interessen effektiv zu vertreten, und wer waren die häufig wechselnden Gesandten der Stadt. Die königlichen Freistädte bemühten sich zwar als „Königsgüter“ um die Gunst der Regierung und der Beamten, doch lehnten einige von ihnen (darunter auch die Gesandten von Buda) aufgrund ihrer misslichen Finanzlage und ihrer eigenen Betrof­fenheit durch die geplanten Reformen anfänglich die von der Regierung ausgehende Steuerreform ab, stimmten aber später gehorsam für die Steuererhöhung. Richtig aktiv zeigten sie sich nur bei der Lobby arbeit bei den für die Verteilung der Grundsteuerlasten zuständigen Landtagsdeputationen bzw. bei der privaten Überzeugungsarbeit, die sie bei einigen der höchsten Würdenträger leisteten. Ihr einheitliches Auftreten als „vierter Stand“ löste Widerwillen bei den zunehmend selbstbewusster agierenden Gesandten der Komitate aus. Letzteren gegenüber versuchten aber die Stadtgesandten bewusst im Windschatten zu bleiben und in die Rolle der loyalen Untertanen der Krone zu schlüp­fen. Das symbolische Kapital, das sie aus ihren loyalen, (im Sinne der höfischen Ratio­nalität) für die Steuererhöhung abgegebenen Stimmen geschlagen hatten, versuchten die Städte für die Behebung ihrer Beschwerden zu nutzen. Allerdings konnten sie auf die Auseinandersetzungen unter den Hauptakteuren der Regierung und des ständischen politischen Lebens, den Magnaten und den Gesandten der Komitate, keinen Einfluss nehmen. Nichtsdestotrotz versuchte der Hof mit seinen Versprechungen über eine Bei­legung der städtischen Beschwerden die Haltung der städtischen Gesandten vermutlich bewusst zu beeinflussen, diese konnten jedoch aufgrund ihrer finanziellen und politi­schen Schwäche die Einlösung dieser Versprechen nicht erzwingen. Abschließend lässt sich feststellen, dass die Deputierten von Buda auf diesem Landtag keine zentrale Rolle spielten, viel eher traf dies auf die Gesandten von Sopron (Ödenburg) zu. Tamás Dobszay Wie sich das Gewicht der Städte auf den Landtagen der letzten 50 Jahre der Ständeordnung änderte Zur heiklen Frage wurde die politische Rolle der Städte zwischen 1825 und 1848, das Schwinden ihrer Bedeutung und ihre negative Beurteilung wurden auch im Landtags­betrieb formal bestätigt: ihr Stimmrecht wurde eingeschränkt und eine für sie nach­teilige Sitzordnung verfestigt. Als Gründe oder Vorwände für den Wandel wurden so­wohl damals als auch später von der Geschichtsschreibung das egoistische Festhalten des Adels an seinen Privilegien, die Abhängigkeit der Städte von der Regierung sowie ihre geschlossene, antidemokratische innere Struktur angeführt, aber zweifelsohne trug auch der Nationalismus zur Stigmatisierung der zu einem wesentlichen Teil von Deut­schen bewohnten Städte bei.

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