Kenyeres István (szerk.): Urbs. Magyar Várostörténeti Évkönyv XV. - Urbs 15. (Budapest, 2021)

Resümee

424 Resümee weniger erforschte 18. Jahrhundert. Die im Laufe eines knappen Jahrhunderts einen enormen Wandel durchmachenden Siedlungen waren gegen Ende des 17. Jahrhunderts nicht mehr jene Kämpfergemeinschaften, von denen Bocskai, aber auch spätere sie­­benbürgische Fürsten - als schlagkräftige Militärmacht an ihrer Seite — „träumten“, sondern eine auf Ruhe und Frieden bedachte, aber an ihren Privilegien festhaltende Ge­sellschaftsgruppe, die von ihrem alten Ruhm zehrend ihre Unabhängigkeit zu wahren versuchte. Die Geschichte des Heiduckentums im 17. Jahrhundert zeigt einen steilen Aufschwung, der aber in den 1660er Jahren ein jähes Ende fand. Von dem Schock, den der Feldzug von Seydi Ahmed Pascha hinterließ, konnten sich die Heiduckenstädte nicht mehr erholen. Dieser Einschnitt und die darauffolgende Stagnation dauerten bis in die Anfangsjahre des nächsten Jahrhunderts an, die von einem blitzschnell ausbre­chenden Aufstand erschüttert wurden. In unserer Studie möchten wir den Fragen nach­gehen, wie sich die Heiduckenstädte in Szabolcs in ihrer Notlage zu dem von Franz II. Rákóczi angeführten Aufstand verhielten, und wie sie ihre einstigen Privilegien zu wahren bzw. mit neuen Zugeständnissen zu ergänzen versuchten. Zoltán Gőzsy Deutungsfragen zu Quellen von Rangerhöhungsbestrebungen königlicher Freistädte am Beispiel von Pécs und Szigetvár im 18. Jahrhundert Der Beitrag untersucht die Bestrebungen der beiden südtransdanubischen Märkte Pécs (Fünfkirchen) und Szigetvár (Inselburg), um den Status von königlichen Freistädten zu erlangen, mit Fokus auf die Deutungsfragen der damit verbundenen Quellen und die Beziehungen, Konflikte und Interessensvertretungsstrategien gegenüber der Obrigkeit. Aus dem Schriftmaterial der Städte zeichnet sich ein zwiespältiges Bild ab, mit Städten, die sich entwickelten und gegen Ende des 18. Jahrhunderts den Titel einer königlichen Freistadt anstrebten, und Städten, die unterdrückt wurden und sich in einem ständi­gen Kampf befanden, da sie sich wegen ihrer Stadtherren nicht weiterentwickeln, ihre Möglichkeiten, ihr Potenzial nicht effektiv ausschöpfen konnten. Diese Narrative wird sowohl durch Quellen aus der damaligen Periode als auch durch Dokumente, die rück­blickend und tendenziös zu den Bestrebungen nach einem Status als königliche Frei­stadt zusammengestellt wurden. Im behandelten Zeitraum verfugten die Städte bzw. die Stadtherren über unterschiedliche Prioritäten und vertraten scheinbar gegensätzliche Interessen, die zu unterschiedlichen Selbstauslegungen führten. Die Dekodierung des Selbstdeutungsdiskurses vermag uns einen Einblick in diese Vorgänge, in die parallele Durchsetzung der sich aus den unterschiedlichen Positionen ergebenden verschiedenen Möglichkeiten und Verbindlichkeiten zu gewähren.

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