Kenyeres István (szerk.): Urbs. Magyar Várostörténeti Évkönyv XV. - Urbs 15. (Budapest, 2021)

Resümee

Resümee 425 Barnabás Guitman Pflichten und Aufgaben des Magistrats im Spiegel der Staatstheorie von Leonhard Stöckel Infolge der osmanischen Eroberung und des Bürgerkriegs nach der ungarischen Nie­derlage in der Schlacht von Mohács wurde das Königreich Ungarn im 16. Jahrhundert von einer politischen und wirtschaftlichen Krise erschüttert. Diese zog allerdings nicht sofort den geistigen, kulturellen und religiösen Niedergang des Landes nach sich. Die im Spätmittelalter entstandenen kulturellen Netzwerke, die Ungarn mit dem übrigen Europa verbanden, blieben weiterhin intakt, und es bildeten sich nach der Reformation auch neue Verbindungspunkte aus. Eines der zweifellos wichtigsten Elemente dieses Netzwerks stellte das deutschsprachige Stadtbürgertum des ungarischen Königreichs dar, das enge wirtschaftliche und familiäre Beziehungen zu den südpolnischen, mähri­schen, schlesischen und österreichischen Städten unterhielt. Über sie fanden die neue­sten geistigen Strömungen nicht nur den Weg nach Ungarn, sondern fielen auch auf fruchtbaren Boden. Im Zentrum meiner Untersuchungen steht eine der königlichen Freistädte Oberun­gams, Bártfa (Bardejov), die heute in der Slowakei liegt. Zu den bedeutenden Persön­lichkeiten der Stadt zählt Leonhard Stöckel, der nach seinen Studien in Wittenberg in seine Heimatstadt zurückkehrte und die Schule von Bártfa nach dem Modell von Melanchthon leitete. Neben seiner pädagogischen Arbeit verfasste Leonhard Stöckel zahlreiche, vor allem für den Unterricht verwertbare Werke, die zum größeren Teil nach seinem Tod auch in Dmck erschienen sind, und zum kleineren Teil als Manuskripte einzusehen sind. Stöckel schrieb zwar kein eigenständiges Werk über das Regieren, wie es sein ehe­maliger Lehrer und Freund Valentin Eck tat, doch zeichnet sich anhand von einzelnen Kapiteln seiner Werke ganz gut ab, was er über das Regieren, über die Aufgaben und die Verantwortung des Magistrats dachte. Die Staats- und Regierungslehre des Schul­meisters von Bártfa folgt den Ansichten von Melanchthon, die zwar nicht restlos in der städtischen Regierung umgesetzt wurden, aber knapp zwei Jahrhunderte lang als Richtschnur für die Städte der Region dienten. Attila Tózsa-Rigó Preßburgs Interessensvertretungs- und Kommunikationsstrategie im Spiegel der städtischen Geschenke (1525-1543) Für die Städte des Königreichs Ungarn war in der Zeit nach 1526 eine Strategie für den Schutz und die Durchsetzung ihrer Interessen von grundlegender Bedeutung. Als eine ausgezeichnete Quellenbasis für die Untersuchung dieser Frage dienen die Kam­

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