Varga László - Lugosi András (szerk.): URBS. Magyar Várostörténeti Évkönyv XIV. - URBS 14. (Budapest, 2020)
Recenziók
320 Resümee ein ständiger Bezugspunkt fur Reflexionen über die als enorm empfundene Verwandlung der Stadt dient. In diesem Kontext verglich ich die Autobiografien von Emília Kánya und Frigyes Podmaniczky. Letzterer schenke ich deshalb besondere Aufmerksamkeit, weil sich diese mit der Zeit vor Podmaniczkys stadtpolitischer Tätigkeit, mit dem Pest-Buda der 1830er und 1840er Jahre befasst, das noch nicht allzu oft im Fokus der Forschung stand. Außerdem kann der Vergleich im Kontext der Kindheit auch zeigen, inwieweit das Geschlecht die individuelle Raumnutzung beeinflusst hat. Da Podmaniczky und Emília Kánya als Kinder das Pest-Buda der 1830er Jahre kennenlemten, lohnt es sich ihre Erfahrungen mit den Erlebnissen der nächsten Generation zu vergleichen, deren Mitglieder in den 1850er und 1860er Jahren Kinder waren. Der unveröffentlichte Briefwechsel und die tagebuchähnlichen Einträge der Söhne von Júlia Szendrey und Árpád Horvát zeugen einerseits davon, wie Pest-Buda aus der Sicht von Jungen im frühen Teenageralter aussah, und andererseits davon, welche Funktionen die einzelnen Teile der Stadt im Leben der bürgerlichen Familien erfüllten. Ágnes Ordasi Raumeroberung Strategien zur Gewinnung des Deltas von Rijeka Die Geschichte von Rijeka (ungarisch Fiume), der einzigen Hafenstadt des Königreichs Ungarn birgt zahlreiche unerforschte Fragen, so auch die sog. „Delta-Affare“, den Kampf um den Besitz einer Landzunge, entstanden durch die Umleitung des Grenzflusses Rjecina in ein neues Bett. Das zum Holzladen ideale, relativ weitläufige, ebene Gebiet war von besonderem Wert sowohl für die geografisch ungünstig gelegene, auf Expansion bedachte Stadt Rijeka als auch für die an der Entwicklung des Hafens interessierte ungarische Regierung, und der kroatische Banus wollte darauf ebenfalls nicht verzichten. Die gegensätzlichen Interessen machten sich aber nicht nur auf der Ebene der Staatsverwaltung bemerkbar. Das Flussdelta war als Grenzgebiet, als Holzladeplatz bzw. als Verkehrs- und Begegnungsknotenpunkt nicht nur für die Mitglieder des Stadtrates, sondern auch für zahlreiche Händler, Unternehmer und Arbeiter von besonderer Bedeutung, gleichzeitig warfen aber die Spannungen, die Sicherheits- und Rechtsprobleme, die sich aus den Besonderheiten des multiethnischen Umfelds ergaben, natürlich auch die Frage nach der Zugehörigkeit des Gebietes auf. Mein Ziel ist es, mithilfe von Quellen aus dem Ungarischen Staatsarchiv des Ungarischen Nationalarchivs, dem Staatsarchiv Rijeka sowie der Sammlung der Societá degli Studi Fiumani in Rom zu demonstrieren, auf welchen Ebenen sich der Kampf um den Besitz des Flussdeltas zeigte und welche Fragen er aufwarf. In meiner Arbeit lege ich besonderes Augenmerk darauf, die Interessen hinter dem Erwerb des Gebietes, die unterschiedlichen (in erster Linie großpolitischen) Strategien und Methoden der Raumeroberung