Ságvári Ágnes (szerk.): Budapest. Die Geschichte einer Hauptstadt (Budapest, 1974)
Dokumentensammlung
eröffnet. Auch das neugebildete Städtische Symphonieorchester konnte bereits beachtliche Erfolge erzielen. Es wäre noch viel über andere Gebiete zu sagen, so über die Arbeit in den bereits instandgesetzten Krankenhäusern, die erfolgreiche Tätigkeit der Amtsärzte. Ich kann erwähnen, daß wir heute bereits mehr Anstalten des Mutter- und Säuglingsschutzes, Fürsorgeanstalten für Lungen- und Geschlechtskranke und in den Bezirken mehr Ambulatorien haben als 1943. Der Ärzteeinsatz und die Medikamentenversorgung sind zwar mit großen Schwierigkeiten verbunden, weisen aber eine Tendenz zur Besserung auf. Im Laufe von sechs Monaten ist es uns gelungen, die Zahl der Krankenhausbetten zu verdreifachen, und in den städtischen Krankenhäusern gibt es heute 80 Prozent der Krankenhausbetten des Vorkriegsstandes. Hervorzuheben ist ferner die Reorganisierung der hauptstädtischen Finanzpolitik, die Organisierung der Besteuerung, die erfolgreiche Tätigkeit der Gemeindesparkasse der Haupt- und Residenzstadt Budapest und nicht zuletzt die vorbildliche Durchführung der demokratischen Wahlen. Im Zeichen des Lebenswillens der Stadt und des Landes beteiligen wir uns auch am Brückenbau. Die Mitglieder der Generalversammlung konnten mit Freude zur Kenntnis nehmen, daß wir am vergangenen Sonntag die Verwaltung der Petofi-Pontonbrücke übernommen haben. Wahrscheinlich wird bis Ende des Jahres am Parlament auch der Bau der ersten festen Eisenbetonbrücke beendet, und bis Juli wollen wir die Franz-Joseph- Brücke wiederherstellen. Die großartigen Erfolge im Brückenbau sind in erster Linie das Verdienst des vom Genossen Ernő Gero geleiteten Verkehrsministeriums. Dem Genossen Minister und seinen ausgezeichneten Ingenieuren und Mitarbeitern ist es zu verdanken, daß Buda und Pest trotz der Brückensprengungen der Faschisten eine Einheit geblieben sind. An der Stoßarbeit des Brückenbaus nahmen auch die Soldaten der Roten Armee teil. Ich glaube, den Wunsch der Generalversammlung zum Ausdruck zu bringen, wenn ich mich mit Dankesworten an die großen Führer des Sowjetvolkes, an die Freunde des ungarischen Volkes, an Generalissimus Stalin und seinen getreuen Mitarbeiter Marschall Woroschilow wende und ihnen sage, wie hoch wir ihnen die Hilfe anrechnen, die sie uns zur Wiederbelebung von Budapest zuteil werden ließen. Wir sprechen ihnen unseren tiefempfundenen Dank für unsere Befreiung, für die Brücken, für die Lebensmittelzüge, für die Hunderte von Transportmitteln, die Medikamente, für alle Zeichen ihrer Freundschaft aus. Ich bin davon überzeugt, daß der Dank der Stadt Budapest das Unterpfand für die ewigwährende ungarisch-sowjetische Freundschaft ist. Mit Dankesworten gedenken wir auch des gesamten ungarischen Volkes. E s hat Großes geleistet. Es hat unter äußerster Anspannung der Kräfte Opfer für Budapest gebracht und bringt diese Opfer auch weiterhin, denn es liebt Budapest, die Hauptstadt seines Landes. In den Tagen des Hungers haben die Dörfer und Provinzstädte die Hauptstadt unentgeltlich mit Lebensmitteln versorgt, sie haben unsere Frauen und Kinder zu sich genommen und sie betreut. Und auch jetzt, da wir vieles entbehren, teilen sie mit uns häufig, was sie haben. Die Budapester Bevölkerung wird dies der Bevölkerung des Landes nie vergessen. Mit der größten Anerkennung möchte ich von den Beamten und Angestellten der Stadtverwaltung, von den Arbeitern, Ingenieuren und Leitern der Betriebe sprechen, die zusammen mit den Vizebürgermeistern Péter Bechtler und József Kővágó und den leitenden Stadträten der Hauptstadt den Wiederaufbau Budapests unermüdlich, Tag und Nacht, vorantrieben. Ich muß offen gestehen, daß am Anfang unserer gemeinsamen Arbeit mit den leitenden Beamten der Hauptstadt ein gegenseitiges Mißtrauen bestand, doch ich glaube, so wie ich gelernt habe, ihre Arbeit zu schätzen, haben 130