Ságvári Ágnes (szerk.): Budapest. Die Geschichte einer Hauptstadt (Budapest, 1974)
Dokumentensammlung
schäften, der Sozialdemokratischen Partei Ungarns wurde das Budapester Nationalkomitee gebildet, das in den befreiten Teilen der Hauptstadt so lange die Macht ausübt, bis sie von der Ungarischen Regierung übernommen wird. Zum Bürgermeister der Haupt- und Residenzstadt Budapest ernannten wir den ehemaligen Abgeordneten Dr. János Csorba, wohnhaft in Budapest. Die Ernennung trat am 21. Januar in Kraft. Budapest, den 22. Januar 1945 Das Budapester Nationalkomitee: Zoltán Tildy e. h., für die Unabhängige Partei der Kleinen Landwirte, Landarbeiter und Bürger Zoltán Vas e. h., für die Kommunistische Partei Ungarns Péter Bechtler e. h., für die Sozialdemokratische Partei Ungarns István Kossá e. h., für die Gewerkschaften Ferenc Farkas e. h., für die Nationale Bauernpartei Fővárosi Közlöny (Offizielle Mitteilungen der Hauptstadt), 16. Februar 1945, Nr. 1. XXVII. Protokoll der ersten Sitzung der „Fünferkommission“ des Budapester Nationalkomitees 28. Januar 1945 Protokoll Nr. 1. Aufgenommen auf der ersten Sitzung der Fünferkommission des Budapester Nationalkomitees in Budapest am 28. Januar 1945. Anwesend sind Zoltán Vas (kommunistische Partei), Dr. Imre Oltványi (Partei der Kleinen Landwirte), István Riesz (sozialdemokratische Partei), Ferenc Farkas (Bauernpartei), István Kossá (Gewerkschaften), Dr. György Gulácsy, Generalsekretär, Dr. János Csorba, Bürgermeister der Haupt- und Residenzstadt Budapest, und die Vizebürgermeister Péter Bechtler und Alajos Jámbor. Zoltán Vas führte den Vorsitz. Die Kommission hat folgende Beschlüsse gefaßt: 1. ) Sie weist den Bürgermeister an, die Bezirksvorstände zu veranlassen, die Nationalkomitees auf Bezirksebene als politische Organe mit Recht auf Meinungsäußerung zu akzeptieren. 2. ) Sie stellt die dringende Notwendigkeit der Schaffung von Volksgerichten fest und ernennt den ehemaligen Kriegsgerichtsrat Hauptmann Ákos Major zum Vorsitzenden des Volksgerichts. Die am Nationalkomitee teilnehmenden vier politischen Parteien delegieren in das Volksgericht je eine Person, deren Namen die Parteien bis zum 31. d. M. dem Sekretariat angeben müssen. 126