Ságvári Ágnes (szerk.): Budapest. Die Geschichte einer Hauptstadt (Budapest, 1974)

Dokumentensammlung

3. ) In den Betrieben der Hauptstadt sind Betriebsräte zu organisieren. Das Komitee wies den Gewerkschaftsrat an, ihm innerhalb einer Woche einen diesbezüglichen Plan vorzulegen. 4. ) Aus je einem Delegierten der vier politischen Parteien ist unter dem Vorsitz des Bür­germeisters oder eines der Vizebürgermeister eine Kommission zu bilden, die die sofortige Wiedereinstellung der von der Reaktion verfolgten bzw. entlassenen öffentlichen und Be­triebsangestellten vornimmt. 5. ) Zur Verhinderung der die Hauptstadt bedrohenden Epidemiegefahr ist unter dem Vor­sitz von Dr. Elemér Csordás, Amtsarzt der Haupt- und Residenzstadt Budapest, eine sani­täre Kommission, bestehend aus sechs Mitgliedern, die von der freien Ärztegewerkschaft vorgeschlagen werden, zu bilden. Der Ausschuß überträgt der Fünferkommission unein­geschränkte Vollmachten (diktatorischer Rechtsbereich), um Apotheken, Krankenhäuser, Medikamenten Vorräte, Ärzte und Hilfspersonal in Anspruch zu nehmen. 6. ) In Budapest ist unter der Leitung von Zoltán Gergő unverzüglich eine Kommission für Nationale Hilfe zu bilden. Zoltán Gergő wird zu ihrem Generalsekretär ernannt und angewiesen, zusammen mit der Partei der Kleinen Landwirte und der Sozialdemokratischen Partei Ungarns das Sekretariat zu organisieren und die Arbeit unverzüglich in Angriff zu nehmen. 7. ) Andere Parteien sollen vorläufig nicht an der Tätigkeit des Nationalkomitees teil­nehmen. Sie möchte jedoch den ehemaligen demokratischen Abgeordneten Ernő Bródy in Anbetracht seiner Verdienste im öffentlichen Leben als Mitglied des Großen Komitees ein­­laden und bittet die Repräsentanten der römisch-katholischen, der evangelischen und der reformierten Kirche sowie der israelitischen Gemeinde, je eine Person in das Budapester Nationalkomitee zu entsenden. 8. ) Zum provisorischen Direktor der Nationalbank und der Geldinstitutszentrale wird Dr. Imre Oltványi ernannt. 9. ) Diplomingenieur József Fischer wird zum Vorsitzenden des Budapester Rates für Öffentliche Arbeiten ernannt. Das Nationalkomitee verfügt gleichzeitig die Schaffung eines Sonderrates beim Rat für Öffentliche Arbeiten, in den die Parteien des Nationalkomitees je zwei Mitglieder delegieren. 10. ) Zur Reorganisierung der Konsumgenossenschaft „Hangya“ wird eine Fünferkommis­sion gebildet, die ihren Vorsitzenden selbst wählt. 11. ) Das Komitee nimmt den Bericht des Generalsekretärs über die Reorganisierung einiger Ämter und Institutionen und vor allem der Ungarischen Staatsbahnen (MÄV) zur Kenntnis. Die nächste Sitzung findet am 31. Januar 1945, nachmittags um 2 Uhr statt. Budapest Főváros Levéltára. A Budapesti Nemzeti Bizottság iratai (Archiv der Hauptstadt Budapest. Dokumente des Budapester Nationalkomitees), 1/1945 127

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