Budapest und Wien. Technischer Fortschritt und urbaner Aufschwung im 19. Jahrhundert - Veröffentlichungen des Wiener Stadt- und Landesarchivs 9. - Beiträge zur Stadtgeschichte 7. (Budapest - Wien, 2003)

Ferenc Vadas: Die Regulierung der Donau und die Kaianlagen

81 forderte den Bau einer langen Abdämmung, die von der Margaretenbrticke_bis zu der von ihm mit Mittelpfeilern geplanten Kettenbrücke reichen sollte, also die Zweiteilung des Strombettes zur Verhinderung eines Eisstoßes. Neben dem fachlichen Diskurs waren auch Regierungsbestrebungen im Gange, die bereits lange Zeit vor der Flut mit der Vermessung der Donau (ab 1823) einsetzten. 1837 erschien die Karte von László Vörös über den Donauabschnitt bei der Hauptstadt, die auch Jahrzehnte später immer noch die Basis der Planungen war. Die fachlichen Vorbereitungen, die unter der Leitung des Palatins Josef standen, warfen neue, während der Durchführung der Regulierung ebenfalls heftig diskutierte Fragen auf, wie z.B. eine etwaige Abschließung des Donauarms von Soroksár, der an der Pester Seite der Csepel- Insel lag. Während dieser Diskussionen wurde eine erwünschte Weite des Flusses mit 200 Klaftern definiert (ausgenommen die Stelle, an der sich der Strom auf zwei Armen teilte, dort dachte man an 250 Klafter) und der Bedarf an Ladekais, Häfen und Warenlagern in Verbindung mit einer Regulierung artikuliert. Das Gesetz Nr. IV von 1840 schrieb die Notwendigkeit der Regulierung der Donau und anderer Flüsse fest - unter besonderer Berücksichtigung der Situation von Pest und Ofen - und setzte einen Ausschuss für die Behandlung der Frage ein. Die Gesetzesvorlage, die dessen Vorschläge enthielt, kam letztendlich aber nicht in die Ständeversammlung; alle Planungsvarianten blieben auf Papier - für eine Verwirklichung gab es keine finanzielle Deckung, nur eine Verstärkung der Pester Schutzdämme wurde durchgeführt. Im Jahr 1844 wurden die Pester und Ofener Regulierungslinien bestimmt, die - wenn auch mit Modifikationen - zum Ausgangspunkt der Uferverbauungspläne wurden, die ein Menschenalter später in Angriff genommen wurden. Der Plan legte die bei der Kettenbrücke angenommene Weite von 200 Klaftern bis zur Spitze der Margareteninsel fest und versuchte auch die Weite des unteren Uferabschnittes annähernd so zu dimensionieren. Das Bemühen um eine ausgeglichene Weite wurde später nicht mehr so stark verfolgt. Der Anfang des Kaianlagenbaus - Der Umlaufkanal-Plan von Reitter Den eigentlichen Kaianlagenbau begann man in der Zeit des Neoabsolutismus, aber nicht als Regierungs- oder Gemeindemaßnahme, und schon gar nicht als Teil der umfassenden Stromregulierungsarbeiten. Die Donau-Dampfschiffahrts- Gesellschaft ließ 1853-1859 für ihre eigenen Schiffe an den beiden Seiten des Pester Brückenkopfs der Kettenbrücke zwei Steinkais bauen. Beide waren 345x345 Meter lang. Diese Baumaßnahme wurde von der Gemeinde Pest in den 1860er Jahren fortgesetzt - entsprechend der Regulierungslinie, die in den 1840er Jahren definiert worden war -, zuerst nach Norden und dann nach Süden bis zum heutigen Petöfiplatz. Am letzteren Abschnitt wurde eine bedeutende Eindeichung vorgenommen, wodurch die berühmte klassizistische Hausreihe der alten Donaureihe und die Redoute eine Ecke weiter von dem Fluss nach

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