Budapest und Wien. Technischer Fortschritt und urbaner Aufschwung im 19. Jahrhundert - Veröffentlichungen des Wiener Stadt- und Landesarchivs 9. - Beiträge zur Stadtgeschichte 7. (Budapest - Wien, 2003)

Katalog - Budapest

217 Öffentliche Lagerhäuser. 1881, Photo von György Klösz. BTM 5.561 Das Hauptzollamt Das Gebäude des Hauptzollamts am Fővámtér (Hauptzollamtplatz) Nr. 8. wurde zwischen 1870 und 1874 nach den Plänen von Miklós Ybl gebaut. Der Palast mit einer mehr als 9.500 Quadratmeter großen Grundfläche wendet sich mit seiner Hauptfassade zur Donau. Hinter dem Haupteingang erwartet die Eintretenden eine repräsentative Vorhalle, von der aus man zur Haupttreppe und zum Prunkhof gelangt. Die Nebenhöfe wurden mit Glasdächern über Eisenkonstruktionen überdeckt. Im Gebäude arbeiteten die Ämter, die die Zollabfertigung der ankommenden und von hier aus weitertransportierten Waren durchführten. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude so stark beschädigt, dass sogar an das Abreißen gedacht wurde. Nach seiner Wiederherstellung 1950 erhielt es eine neue Funktion: die Budapesten Universität für Wirtschafts- und Verw>altungswissenschaft zog ein. Seine letzte Renovierung fand in den 1980er Jahren statt, im Zug der Modernisierung gewann das Gebäude auch den größten Teil seiner originalen Architektur zurück. Das Hauptzollamt. Photos von György Klösz. BFL XI.916. 5/18, 24, 26 Architekt Miklós Ybl, 1814-1891. Porträt. Seine Vorfahren waren österreichischer Abstammung und ließen sich in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Ungarn nieder. Miklós Ybl wurde in 1814 in Székesfehérvár (Stuhlweißenburg) geboren. Bereits im Alter von 11 Jahren wurde er in das Polytechnikum in Wien auf genommen. Zwischen 1831 und 1836 studierte er bei Mihály Pollack, dem herausragenden Meister der Architektur des klassizistischen Pest, und ging dann auf die übliche Wanderschaft, ln Wien arbeitete er im Atelier von Heinrich Koch, und von ihm beauftragt, leitete er die Bauarbeiten des Palais Kinsky in Prag durch etwa vier Jahre. Danach führte er sein Studium in München und in Norditalien fort. Nach Beendigung seiner Wanderschaft wurde er 1841 Partner von Ágoston Pollack, und später arbeitete er als Architekt der Familie Károlyi. Das Gebäude der romantischen Kirche von Fót ist die schönste Erinnerung an dieser Verbindung. Am Anfang der 1850er Jahre zog er nach Pest, wo er von der Mitte der 1850er Jahre an immer mehr Aufträge erhielt (von Fabriksbesitzern und Aristokraten). Ausgehend von Miethausbauten erprobte er sein Talent später fast in jedem Gebiet. Neben Palästen, Amtshäusern, Theatern, Kirchen beschäftigte er sich auch mit dem Entwurf von Gasthäusern, Bädern, Statuen, Grabmälern und Gärten. Seine Tätigkeit über mehr als ein halbes Jahrhundert war im Stadtbild maßgebend. Einige seiner Gebäude von herausragender Bedeutung, die auch heute noch stehen: Opernhaus, Basilika, Kirche von Ferencváros, Königlicher Palast, Burgbasar.

Next

/
Oldalképek
Tartalom