Molnár Antal: Egy raguzai kereskedőtársaság a hódolt Budán - Források Budapest közép- és kora újkori történetéhez 2. (Budapest, 2009)

A Bona–Bucchia Társaság története - A társaság budai működése és felszámolása

98 Ofen, um seinen Partner einsichtig zu machen. Vorrangige Aufgabe von Sorgo war es, die tatsächliche Situation in Erfahrung zu bringen. Bucchia hatte in den vergangenen sechs Jahren gegenüber Bona keine Rechenschaft abgelegt und er schickte ihm kein Verzeichnis über das Vermögen an Gegenständen und Immobilien oder über die Stof­fe im Geschäft sowie über das Geld und die Außenstände. Die Instruktion machte es zur wichtigsten Aufgabe des Beauftragten, eine Aufstellung von diesen Vermögens­werten zu machen. Daneben sollte er es Bucchia verbieten, weitere Kredite zu verge­ben, und er sollte ihn dazu bringen, die Forderungen einzutreiben und alles eingegangene Geld nach Ragusa zu leiten. Die Anweisung regelte auch die Verfah­rensweise und Taktik, nach der Sorgo vorgehen sollte, bis ins Detail. Er sollte ins Haus von Bucchia ziehen, denn das gehörte Bona, und die Diener sollten ebenso auch für ihn arbeiten. Er sollte seinen Auftraggeber über alles sofort und detailliert informieren. Seine Briefe sollte er wöchentlich und immer in zwei Exemplaren über ihre Geschäfts­partner in Belgrad und Sarajewo schicken. Das wahre Ziel seiner Mission sollte er ge­heim halten und wenn er über den Grund seines Aufenthalts gefragt werden würde, sollte er sich auf eine Diskussion über eine Abrechnung mit seinem eigenen Bruder be­rufen. Er sollte seinen Auftragsbrief sicherheitshalber nicht einmal Bucchia geben, er sollte ihm den Brief im Falle seines Interesses bestenfalls vorlesen. Sollte ihm Bucchia keinen Einlass gewähren, dann sollte er bei einem anderen Kaufmann aus Ragusa Quartier nehmen, und zwar bis zur Höhe von 60 Talern zu Lasten des Auftraggebers. Für seine Arbeit stand ihm eine Bezahlung von 200 Talern und Reisekosten in Höhe von 20 Talern zu, die er von Bucchia verlangen sollte. Sollte Bucchia die Zahlung ver­weigern, dann wollte ihn Bona in Ragusa auszahlen. Für den Fall, dass Bucchia die Zu­sammenarbeit verweigern würde, wurde der Entsandte mit einer weiteren geheimen Instruktion vorbereitet: Er sollte ihm zuerst gut Zureden und ihn dann mit Drohungen auf den rechten Weg bringen.111 Warum fiel die Wahl von Scipione Bona gerade auf Michele Sorgo, mit dem er zuvor - laut unseren Quellen — in keinerlei Geschäftsbeziehung gestanden hatte? Sor­go war ähnlich wie Bucchia ein Mitglied einer ärmeren Familie seines Geschlechts.112 Über seine geschäftlichen Aktivitäten konnte ich überhaupt nichts in Erfahrung brin­gen. Bis zu seinem Tode im Jahre 1608 erfüllte er zumeist verschiedene private oder staatliche Aufträge.113 In den 1580er Jahren reiste er im Auftrag seiner Brüder, insbe­sondere von Orsato Sorgo, zwischen Ragusa und Belgrad hin und her.114 Dieser Orsato bekommt in unserer Geschichte noch eine Rolle, weswegen es sich lohnt, ein wenig näher auf seine Person einzugehen. Er war einer der bedeutendsten, in Belgrad leben­den ragusanischen Kaufleute aus der Patrizierschicht, dessen Laufbahn Ähnlichkeiten zu derjenigen von Bucchia aufweist. Im Jahre 1577 gründet er zusammen mit Giovan­ni Dok. III. 10/11-12. 112 Cosic/Vekaric: [wie Anm. 73.], S. 220. 113 Popovic: Dubrovaöka arhivska grada [wie Anm. 13.], Bd. 3, S. 388, S. 416-419. 114 Tadic/Popovic: Dubrovaöka arhivska grada [wie Anm. 13.], Bd. 2, S. 119, S. 124, S. 222, S. 229 u. S. 230.

Next

/
Oldalképek
Tartalom