Molnár Antal: Egy raguzai kereskedőtársaság a hódolt Budán - Források Budapest közép- és kora újkori történetéhez 2. (Budapest, 2009)
A Bona–Bucchia Társaság története - A társaság budai működése és felszámolása
94 Aufgrund der obigen Ausführungen können wir innerhalb des Systems von Geschäftsbeziehungen Bonas im Großen und Ganzen drei Ebenen unterscheiden. Als engste Geschäftspartner können wir diejenigen betrachten, mit denen er in enger familiärer Beziehung stand: sein Schwiegervater, dessen Geschwister und Neffen, seine Schwäger und sein Großonkel. Dieser Kreis bildete wohl - zumindest in wirtschaftlicher Hinsicht - die casata von Scipione Bona und im Fallevon Problemen konnte er in erster Linie auf ihre Solidarität zählen. Die zweite Ebene bildete eine Gruppe von zehn bis fünfzehn Personen, die sich in einer engen Geschäftsbeziehung zu Bona befanden, die aber außerhalb der casata standen und die Bona gegebenenfalls, z.B. bei einem Verkauf, unter Druck setzten. Aufgrund der Tatsache, dass uns die notwendigen genealogischen Kenntnisse fehlen, kann zwischen diesen beiden Ebenen wohl auch mit mehreren Übergangsfällen gerechnet werden. Die dritte Gruppe setzt sich aus den etwa 50 Kaufleuten zusammen, mit denen er lockerere Geschäftsbeziehungen unterhielt. Sie standen im Falle kleinerer Kredite und gegenseitiger Versicherungen sowie bei verschiedenen Geldtransaktionen oder Frachtlieferungen in einem Gelegenheitsverhältnis zueinander.98 Die außerordentlich wichtige Position, die Bona im Handel gegen Ende des Jahrhunderts einnahm, offenbart sich dadurch, dass wir auf allen drei Ebenen, insbesondere aber auf den beiden ersten, die damals wichtigsten Geschäftsleute von Ragusa antreffen. Diese hoben das wirtschaftliche Gewicht und soziale Prestige von Bona auf alle Fälle. Die Tätigkeit der Gesellschaft in Ofen und ihre Liquidierung Der Geschäftskrach Eine der auffälligsten, eigentlich aber selbstverständlichen Eigenarten des Handelsschrifttums von Ragusa ist, dass über die im westlichen Europa, vor allem in Italien tätigen Kaufleute weitaus mehr Aktenmaterial erhalten blieb, als über ihre Kollegen vom Balkan. Im Falle der Letzteren hinterließen uns zumeist die Mitglieder der fünf großen Kolonien (Belgrad, Sofia, Növi Pazar, Prokuplje und Provadija) Dokumente. Über das Leben in den kleineren Kaufmannssiedlungen wissen wir hingegen wirklich ziemlich wenig. Diese Phänomene wurden von Ivan Mamiavcic, einem Zeitgenossen und Pfarrer in Fünfkirchen, vor seinen römischen Richtern im Jahre 1662 treffend formuliert. Der hereingelegte Geistliche verteidigte sich, als er keinerlei Nachweis für das Geld, das er einem Ofener Kaufleute übergeben hatte, vorlegen konnte, damit, dass in den Türkengebieten ausschließlich Großhändler ihre Transaktionen zu Papier bringen 98 Außer den erwähnten Dokumenten siehe noch exemplarisch: Dok. III. 5, 7; DAD Diversa Cancellariae Vol. 184, Fol. 81v-83r. (Aufteilung des Vermögens mit Sigismondo Giorgi im Jahre 1593); DAD Procurae Notariae Vol. 25, Fol. 57v. (Bevollmächtigter von Matteo Ghetaldi im Jahre 1577).