Molnár Antal: Egy raguzai kereskedőtársaság a hódolt Budán - Források Budapest közép- és kora újkori történetéhez 2. (Budapest, 2009)

A Bona–Bucchia Társaság története - A társaság budai működése és felszámolása

103 auch die Möglichkeit, wichtige Erfahrungen zu gewinnen und sich ein Netz von Be­ziehungen aufzubauen. Die Ofener Kaufleute kannte er auch aufgrund seiner bisheri­gen Tätigkeit, denn Sarajewo stellte eine wichtige Vermittlungsstelle zwischen Ragusa und Ofen dar. Bezüglich seiner Entsendung äußerte er sich ausgesprochen hoffnungsvoll: Die Gläubiger hätten ihn beruhigt, dass er nur entsprechend der erfolg­reichen Geldeintreibung zahlen müsse. Er könne bei den türkischen Behörden und bei der Erfüllung unverzichtbarer Zahlungen auf ihre Hilfe rechnen. Aus Gründen der Si­cherheit beabsichtigte er, nicht im Haus von Bucchia abzusteigen, und er betrachtete es als seine erste Aufgabe, das Hab und Gut der Gesellschaft in Ofen zu verzeichnen und offiziell zu übernehmen. Er war sich am Erfolg seines Auftrages vollkommen sicher und gab seinem Auftraggeber auch eine diesbezügliche Garantie.137 Die Geschehnisse der folgenden dreieinhalb Jahre gaben seinem Optimismus aber nur zum Teil Recht. Das Liquidierungsverfahren und seine Lehren Die Ofener Tätigkeit von Serafino Zamagna können wir anhand des fragmentarisch er­haltenen Briefwechsels mit Bona und des Rechnungsbuches138 bzw. der damit verbun­denen 50 Bescheinigungen139 rekonstruieren. Eine auf sämtliche Gesichtspunkte eingehende Analyse dieses einzigartigen Quellenmaterials kann ich hier aus Gründen des Umfangs nicht in Angriff nehmen. Im Folgenden möchte ich nur auf die wichtigs­ten Lehren verweisen und damit weitere Untersuchungen unterstützen und anregen. Zamagna machte sich in der zweiten Januarhälfte 1592 von Sarajewo aus auf den Weg. Am 26. Januar erreichte er Raca in Syrmien, von wo aus er am 12. Februar 1592 in Ofen ankam. In der ehemaligen ungarischen Flauptstadt hielt er sich dreieinhalb Jah­re auf, um die Nachlassabwicklung durchzuführen. Nach mehrmaligen Versuchen ge­lang es ihm am 24. Juni 1595, Ofen zu verlassen und über Belgrad gegen Ende August nach Ragusa zu gelangen.140 Laut Schlussabrechnung des Rechnungsbuches gab er insgesamt 12.242 Taler und 48 Dinar aus. Gut die Hälfte der Summe wurde für die Auszahlung der Gläubiger verwendet, 28% für Geschenke an den osmanischen Beam­tenapparat und lediglich 6 Promille für Gebühren für offizielle Dokumente. Die Reise- und Haushaltskosten machten 16% aus. Dazu kam noch die Bezahlung für Zamagna, der nach drei Jahren und acht Monaten 1.100 Taler erhielt. Gegenüber der Ausgaben­seite machten die Einnahmen, die aus den eingetrieben Schulden und verkauften Ge­137 Dok. III. 21. 138 Dok. III. 27. Im Folgenden verweise ich nicht mehr gesondert auf dieses und auf das folgende Dokument. 139 DokHI. 26. 140 Genaue Zeitpunkte sind deshalb nur schwer auszumachen, weil zwischen den Eintragungen ins Rechnungsbuch und dem tatsächlichen Zeitpunkt der Aus- oder Einzahlungen oftmals eine Abweichung festzustellen ist, in einigen Fällen handelt es sich gar um einige Monate. Hiervon können wir uns beim Vergleich der entsprechenden Positionen in den Dokumenten Nr. III. 26 und Nr. III. 27 leicht überzeugen.

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