Molnár Antal: Egy raguzai kereskedőtársaság a hódolt Budán - Források Budapest közép- és kora újkori történetéhez 2. (Budapest, 2009)

A Bona–Bucchia Társaság története - A társaság budai működése és felszámolása

104 genständen stammten, insgesamt 7.184 Taler und 13 Dinar aus, d.h. das Passivum der Transaktion betrug insgesamt 6.158 Taler und 35 Dinar. Den größten Wert der Quellen zum Erbschaftsverfahren bildet der Sachverhalt, dass wir anhand der Angaben das geschäftliche und personelle Netz eines Handelsun­ternehmens kennenlemen, dass über beträchtliches Kapital verfügte und lange Zeit im osmanischen Ungarn tätig war. Natürlich stellen die untersuchten Dokumente zum ei­nen nur einen einzigen (in der Tat mehrere Zeitphasen in sich bergenden) Zeitpunkt vor: Mit wem hatte unser Kaufmann zurZeit seines Todes eine aktive Geschäftsbezie­hung. Zum anderen treten natürlich jene Schuldner und Gläubiger nicht auf, die im Zuge der Liquidierung nichts zahlten bzw. denen nichts gezahlt wurde. Zu dieser Gruppe könnten mehrere Personen gezählt haben: Über die Schulden des Paschas von Temeschwar und des Beg von Modava haben wir nur aus ihrer Erwähnung in der An­weisung des Ofener Paschas Kenntnis und die Forderung des Juden Isak wird nur in Verbindung mit der Verfolgung von Zamagna erwähnt. Das Rechnungsbuch kann also keinesfalls die verlorengegangenen Geschäftsbücher ersetzen, die die Handelsaktivi­täten und das Beziehungsnetz kontinuierlich vorstellen und aus denen wir die gesamte, nicht nur die eingetriebene oder bezahlte Kreditsumme entnehmen könnten. Es ist auf alle Fälle wert, die zahlreichen Gläubiger und Schuldner von Bucchia gründlich zu untersuchen. Bereits auf den ersten Blick fällt auf: In beiden Gruppen be­finden sich in der überwiegenden Mehrzahl Mitglieder des osmanischen Besatzungs­apparats und des Militärs. Abgesehen von zwei Christen aus Keve und einem Juden gehören alle der 20 Gläubiger zu dieser Gruppe. Unter den Schuldnern treten 35 Mus­lime hervor, daneben zwei Juden aus Weißenburg und ein einziger ungarischer Kauf­mann. Dies bekräftigt in erster Linie eine Tatsache, die wir auch von anderswo her kennen: Eine sehr bedeutende Gruppe der osmanischen Beamten und Soldaten ergänz­te ihr Einkommen durch Handel. Es reicht aus, die Rechnungsbücher der osmanischen Finanzstellen (mukataa) von Ofen oder die Bände der vielzitierten Belgrader Urkun­densammlung aufzuschlagen, um auf Massen von osmanischen Offizieren und Beam­ten zu stoßen, die in kleinerem oder größerem Maße Geschäften nachgingen. Gemäß den Zollbüchern von Anfang der 1570er Jahre wickelten muslimische Kaufleute 60% des Handelsumsatzes von Pest-Ofen ab.141 In der Handelsorganisation von Ragusa wa­ren die muslimischen Kaufleute vor allem am lokalen Handel beteiligt. Vor allem sie vertrieben die aus Ragusa importierten Waren und belebten mit ihren Krediten oder mit den in den Geschäften der Ragusaner hinterlegten Produkten den Markt in der Stadt und in ihrer Umgebung.142 Über die von ihnen vertriebenen Waren können wir 141 Káldy-Nagy, Gyula: Harács-szedők és ráják. Török világ a XVI. századi Magyarországon [Hara^-Eintreiber und Rayas. Türkenwelt im Ungarn des XVI. Jahrhunderts] (= Körösi Csorna Kis­könyvtár, 9). Budapest 1970, S. 119-120. 142 Hinsichtlich der muslimischen Kaufleute interessierten sich die Forscher eher für jene Schichten, die in größerem Ausmaß Handel trieben und am Außenhandelsumsatz beteiligt waren: PopoviÖ, Toma: Trgovci muslimani u balkanskoj spoljnoj trgovini u XVI veku [Muslimische Kaufleute im Außenhandel des Balkans im 16. Jahrhundert]. In: Istorijski öasopis, 33 (1986), S. 57-82.

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