Molnár Antal: Egy raguzai kereskedőtársaság a hódolt Budán - Források Budapest közép- és kora újkori történetéhez 2. (Budapest, 2009)

A Bona–Bucchia Társaság története - A társaság budai működése és felszámolása

100 Luka, von wo aus er im Mai nach Belgrad kam. In der Stadt Banja Luka, die dem Pa­scha von Bosnien als Sitz diente, trieb er von seinen Schuldnern Außenstände von ins­gesamt 2.200 Talern ein. Von seiner Reise und von seinen dortigen Geschäftspartnern wissen wir nichts, möglicherweise waren seine Partner im bosnischen Vilayet-Sitz zu­meist osmanische Beamte und Soldaten. Von dem Geld zahlte er, als er nach Belgrad kam, seine Gläubiger aus: Orsato Sorgo fur Atlas und Kersei sowie Marko Ivanovic (Marco di Giovanni) und Luka Pavlovié (Luca di Polo) für Atlas.121 Die beiden Letzte­ren waren neben Orsato Sorgo die wichtigsten Geschäftspartner von Bucchia und da­rüber hinaus zählten sie zu den aktivsten Kaufleuten der Belgrader Kolonie. Von 1587 bis 1592 machten sie in einer gemeinsamen Gesellschaft mit Vicko Markovié Ge­schäfte. Das Grundkapital, zu dem alle Drei beitrugen, machte 11.508 Dukaten aus. Markovié war in Ragusa tätig, seine beiden Partner in Belgrad.122 Der Belgrader Kon­takt hatte unter dem Gesichtspunkt der Kommunikation große Bedeutung. Der regel­mäßige Kurierdienst aus Ragusa in Richtung Norden erreichte nur Belgrad und Sarajewo. Von dort aus brachten Gelegenheitsbeauftragte der Kaufleute die Briefe weiter.12'’ Bucchia und Sorgo erledigten ihren Briefwechsel in Richtung Belgrad über die zwei erwähnten Geschäftsleute, in Richtung Sarajewo über Nikola Grego. Zwi­schen den beiden Balkanstädten und Ofen transportierten die Diener von Bucchia die Briefe.124 Die sowieso keineswegs rosige Lage der Gesellschaft wurde am 1. Juni 1591 wirklich katastrophal: An diesem Tag verstarb Bucchia unerwartet in Belgrad.125 Einige Tage später erreichte die Nachricht Ofen. Sorgo verschloss daraufhin sofort die Wohnung und das Geschäft Bucchias, machte eine Aufstellung der Gegenstände und nahm die Geschäftsbücher an sich und studierte sie, um sich ein Bild über die genauen Dimensionen der Schulden und der Forderungen zu machen. Er sandte die Diener zu den Schuldnern und schickte einen von ihnen mit den Inventarlisten auf den Weg nach Belgrad, um von dort aus sofort einen Kurier mit den Nachrichten nach Ragusa zu entsenden. Die Geschäftsbücher von Bucchia waren völlig verworren und laut den Aussagen des Beauftragten hätte ein Jahr nicht ausgereicht, um sie aufzuarbeiten. Eines wurde aber auch so klar: Es gab allen Grund zur Verzweiflung, denn der Beauftragte fand im Geschäft kaum Waren, die Schulden hingegen waren riesig. Michele Sorgo hatte keine Kenntnis über die Kreditgeschäfte Bucchias mit den Belgrader Kaufleuten, insbesondere mit Orsato Sorgo. Deshalb beanstandete er sehr, dass sein Bruder und dessen Partner dem Verstorbenen alles Geld abnehmen würden. 121 Dok.IIl.il. 122 TadiÖ/Popovió: Dubrovaöka arhivska grada [wie Anm. 13.], Bd. 2, S. 196-197 und passim (ad indices). 123 Zum Postdienst von Ragusa: di Vittorio, Antonio: Un grande nodo postale fra Oriente e Occidente in etä moderna, la Repubblica di Ragusa. In: Ragusa (Dubrovnik). Una repubblica Adriatica. (Saggi di storia, economica e fmanziaria). A cura di di Vittorio, Antonio/Anselmi, Sergio/Pierucci, Paola. Bologna 1994, S. 57-83. 124 Dok. III. 10/10. 125 Dok. III. 11.

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