A budai mészárosok középkori céhkönyve és kiváltságlevelei - Források Budapest közép- és kora újkori történetéhez 1. (Budapest, 2008)

AUFSÄTZE

In der ungarischen Muttersprache von Schreiber C gab es - am Anfang der mitte­lungarischen Epoche - keine Diphthonge 3 und er hat das deutsche ai 4 offenbar in der Re­gel (z.B. wenn es unbetont war ) mit dem ung. /a:/ gleichgesetzt, d.h. als la:l wahrgenommen. 6 Den Diphthong ei hat er jedoch als einen Laut der Fremdsprache iden­tifiziert und nach deutscher Schreibgewohnheit mit <ei> widergegeben. Dass <ei> und <ai> im Süddeutschen verschiedene Laute repräsentieren, wird in der Literatur gewöhnlich durch die Beobachtung, dass <ei> jeweils für den aus mhd. î entstandenen Diphthong, <ai> dagegen für altes ei steht 7 , durch frühe metasprachliche Aussagen 8 bzw. durch Lautunterschiede in Wortentlehnungen in weiteren Sprachen 9 unterstützt. Die unterschiedliche Lautqualität von <ai> und <ei> belegen die beiden Einzelbelege von Schreiber C: send vs. firtal. firtal ist die Widergabe der deutschen Lautung durch ei­nen ungarischen Muttersprachler (auf Fol. 25 v findet sich die Form tail) in der ungari­schen Schreibweise: <a> steht für la:/, <1> für die palatale Liquida, 10 send (17 r ) auf der anderen Seite ist die - der Wahrnehmung eines ungarischen Muttersprachlers ent­sprechende - monophthongische Schreibweise des Wortes seind (vgl. den wörtlich gleichen Kontext auf Fol. 14 v ): Mit <e> wird ein [:] oder [e:] widergegeben. Viele Wörter, die die übrigen Schreiber mit <o> schreiben, erscheinen bei Hand C konsequent mit <a>. An diesen Stellen ist ein illabiales [a7] anzusetzen, das vom ungarischen Schreiber mit <a> widergegeben wurde: Thaman (26; 1 Thoman), jakab bzw. Jacab (6; 0 Jakob), var (5; 0 vor), van (18; 1 von) bzw. die Einzelbelege Laden­darfer (20 v ) und hachzeit (14 v ). Konsonantenzeichen bei Schreiber C: <ch> bezeichnet neben dem palatalen bzw. velaren h im Wort 'Cherbokor' die Affrikate [fj. Dies ist aus zwei Einzelschreibungen 3 E. ABAFFY ERZSÉBET: Hangtörténet. [Lautgeschichte]. In: Kiss JENŐ/PUSZTAI FERENC (Hrsg.): Ma­gyar nyelvtörténet. [Ungarische Sprachgeschichte]. Budapest 2005, S. 337-348. 4 Die möglichen akustischen Eigenschaften von deutschem ai interessieren hier nicht. Da die Schreibgewohnheiten von Schreiber C (z.B. <ch> für /t s / usw., s. unten) eindeutig auf seine ungarische Muttersprache hindeuten, ist eine monophthongische akustische Entsprechung von <a> bei Hand C (= <ai> bei den weiteren Händen) wie z.B. im ofränk. Dialekt (vgl. REICHMANN, OSKAR/WEGERA, KLAUS-PETER: Schreibung und Lautung. In: EBERT, ROBERT ?./ REICHMANN, OSKAR/SOLMS, HANS-JOACHIM/WEGERA, KLAUS-PETER: Frühneuhochdeutsche Grammatik. Tübingen Niemeyer, 1993. S. 13-163. hier: S. 57f.) oder in der Wiener Herrensprache (vgl WIESINGER, PETER: Die Stadt in der neueren deutschen Sprachgeschichte V: Wien. In: BESCH, WERNER (et al.) (Hrsg.): Sprachgeschichte. Ein Handbuch zur Geschichte der deutschen Sprache und ihrer Erforschung. HSK. 2.3. Berlin-New York, de Gruyter 2003. S. 2354-2377, hier: S. 2357.) auszuschließen. 5 Die Ursache(n) der Wahrnehmung als /a/, z.B. ihr akustischer Kontext, lässt sich nicht bestimmen und sie ist an dieser Stelle auch belanglos. 6 Parallele Fälle lassen sich auch im heutigen Ungarisch beobachten. Neben [a/yYaxYZ] für <augusz­tus> ('August') existiert die Aussprachevariante [a/7yYaTYZ], da es im Ungarischen kein Phonem /au/ gibt. 7 REICHMANN/WEGERA: Schreibung [wie Anm. 4] S. 58. 8 Vgl. TAUBER, WALTER: Mundart und Schriftsprache in Bayern (1450-1800). Berlin-New York, de Gruyter 1993. S. 97. 9 Vgl. MOLLAY: Magyar-német [wie Anm 2] S. 150ff. 10 Vgl. ähnliche Belege ebenda, S 275f.

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