A budai mészárosok középkori céhkönyve és kiváltságlevelei - Források Budapest közép- és kora újkori történetéhez 1. (Budapest, 2008)

AUFSÄTZE

von Schreibern mit deutscher Muttersprache zu schließen: tscherbokeryn (89 r ) bzw. scherboker (55 v ). Schreiber mit deutscher Muttersprache geben die Affrikate in den übrigen (24) Belegen mit <cz> wider. Schreiber C bezeichnet [] in ung. Namen dem ungarischen Schreibgebrauch entsprechend mit <s>. Er schreibt Nemes ember (6), Farkas (13), Janus (10) (vgl. <sch>-Schreibungen derselben Namen durch Schreiber mit deutscher Muttersprache - 31'f.). Er weiß jedoch, dass im deutschen Schreibge­brauch [] anders bezeichnet wird als im Ungarischen, nämlich durch die Kombination von <c>, <h>, <s>. Die Reihenfolge der drei Buchstaben kennt er jedoch (mit Aus­nahme der Anlautposition) nicht mehr und er schreibt <chs> bzw. <chsch>: Fich­scher/lif) (4 Belege), fachschang (6), Farkachs (4, vs. 11 Farkas), Pechschal (4), fleichspank (1), Nemechsember (1), Pichscholf (8), Tichs (8). 12 D.h. in ungarischen Namen verwendet er für [] das entsprechende ungarische Konsonantenzeichen (<s>), in deutschen Wörtern und z.T. in ungarischen Namen das vermeintlich deutsche (im Anlaut korrekt <sch> bzw. <s>). Einige weitere Schreibungen zeigen ebenfalls, dass Schreiber C im Schreiben deutscher Texte ungeübt war (z.B. 9 Gaspar (2 Kaspar), wo im Zunftbuch ansonsten Caspar steht). Für 'Philip' im Zunftbuch schreibt er i.d.R. Fi­lip (4) - mit <f> nach dem ungarischen Gebrauch-, einmal jedoch das hyperkorrekte Pfilip (21 r ). Er weiß, dass dort, wo in deutschen Texten <pf> stehen soll und die ent­sprechende Affrikate gemeint ist, ungarische Muttersprachler einen Frikativ (nicht aber eine Affrikate) hören (vgl Abaffy 2005: 316). Er achtet auf die richtige deutsche Schreibung - so schreibt er konsequent pfincztag (9) -, im Wort Pfilip 'korrigiert' er jedoch an falscher Stelle, enpfangen schreibt er i.d.R. mit <pf>, einmal jedoch ohne <f>: enpangen (26 r ) 13 - was ebenfalls den bewussten schriftlichen Gebrauch der 11 Die Widergabe der Affrikate [t 1 ] durch <sch> von deutschen Schreibern ist allgemein verbreitet. Hier genüge ein analoges Beispiel: Im Gerichtsbuch von Ödenburg wird der Ortsname 'Csepreg' vom ungarischen Benefiziaten Valentinus Almas mit <ch> (§ 550) bzw. <cz> (§ 553) widergegeben, von deutschen Schreibern i.d.R. mit <sch> (§ 298, 488f., insg. 4 Belege), einmal mit <tsch> (§142) (HÁZI, JENŐ - NÉMETH, JÁNOS (Ediert von): Gerichtsbuch. Bírósági könyv 1423-1531. Sopron, Soproner Archiv des Komitats Györ-Moson-Sopron, 2005. (Quellen zur Geschichte der Stadt Ödenburg, Reihe A; 2); vgl. Russ, CHARLES V. J.: Studies in Historical German Phonology: a phonological comparison of MHG and NHG with reference to modern dialects. Bern - Frankfurt am Main, Lang, 1982. (European university studies: Ser. 1, German language and literature; Vol. 616.) S. 2 Iff). 12 Dass die <chs>-Schreibung für deutsches <sch> ein plausibler Fehler von im deutschen Sprechen, jedoch nicht im Schreiben geübten ungarischen Personen sein mag, legt das Firmenschild einer Boutique (Lady Kinga) auf der Ödenburger Grabenrunde mit folgender Aufschrift nahe: Unterwächse (für 'Unterwäsche'). 13 Ein die gleiche Fehlerverteilung (wobei als Fehler Abweichungen von der deutschen Rechtsschreibung gelten) und zugrunde liegendes Phonemsystem zeigender Gebrauch der <p>-, <pf>-, <f>-Schreibungen ist auch in der deutschen Gegenwartsdialektologie nicht unbekannt (vgl. in Bezug auf die Emser Halbmundart KRAEMER, WALTRAUD: Umsetzungsschwierigkeiten von Dialektsprechern bei dem Gebrauch der Schriftsprache. Am Beispiel einer phonologischen Fehleranalyse in Bad Ems / Lahn (Grund- und Hauptschulklassen). In: Laut und Schrift in Dialekt und Standardsprache. ZGL, Beihefte N. F. 27 (1978), S. 93-219, hier: S.148ff).

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