A budai mészárosok középkori céhkönyve és kiváltságlevelei - Források Budapest közép- és kora újkori történetéhez 1. (Budapest, 2008)
AUFSÄTZE
stellte. 209 In der Tat übergab der Rat von Ofen auf Wunsch des Richters der civitas Debreczin Ladislaus (László) Kocsi, der dortigen Fleischermeister Peter (Péter) Csiplö, Stephan (István) Koppan und Hans (János) Posa sowie der städtischen Fleischerzunft oder Bruderschaft eine Kopie des Zunftprivilegs der örtlichen deutschen Fleischer. Hierzu hatte auch die Bitte des Grundherren von Debreczin, des Siebenbürger Woiwoden Johannes (János) Szapolyai, beigetragen. Bei dem Privileg handelt es sich um dasjenige von 1481. Auffällig ist allerdings, dass in der Kopie das Datum nicht angegeben ist und der Text mit einem zusätzlichen, neuen Artikel transkribiert wurde. Dieser weitete - darüber war oben bereits die Rede - den Interessenbereich der Zunftleitung aus und erhöhte ihren materiellen Nutzen. Insofern war er für die spätere Phase der Zunftentwicklung charakteristisch. Wir haben auch gesehen, dass in der Zeit um 1509 innerhalb der Zunft Probleme nachweisbar sind. Vielleicht stammt die Ergänzung aus dieser Zeit. Es ist allerdings merkwürdig, dass die Körperschaft das Original des erweiterten Zunftprivilegs nicht aufbewahrte. 210 Es bleibt noch eine letzte Frage offen: Woher kam der Nachwuchs für die Zunft? Es ist offensichtlich, dass dieser-alleine schon mit Blick auf die Zunftstatuten - in erster Linie „von innen" stammte, also aus den Reihen der Söhne und Schwiegersöhne der Meister sowie der neuen Ehemänner ihrer Witwen. Die beiden letzteren Gruppen sind schwer zu erfassen. Tatsache ist allerdings, dass aus einer Fleischerfamilie mehrere Personen, bisweilen aus einander folgenden Generationen, in der Zunft aktiv waren. Hier können wir die Mitglieder der Familien Aldat, Hacker, Hertauf, Reichel, Rupprecht, Schus und Tibolt aufführen. Zunftnachwuchs konnten aber ebenso eingeheiratete Fremde oder Ortsansässige sowie auch Gesellen ohne derartige familiäre Bande gebildet haben. Die Abstammung geht nur sehr selten aus dem Text hervor. Über Mert (Márton) Czierner, der seit 1522 Zunftmitglied war, wird noch in jenem Jahr gesagt, dass er aus Kaschau stamme, über Hans (János) Herman, seit 1525 Mitglied, dass er Ulmer sei. (Der Zunft traten also auch Ausländer bei.) Bei anderen kann die Herkunft aus dem Namen geschlossen werden. Der nicht zu identifizierende Mert (Márton) Czypser war wohl Zipser, Günsser stammte aus Güns (Kőszeg), die drei Personen mit dem Namen Siebenbürger waren Siebenbürger Herkunft und Woczner kam sicherlich ursprünglich aus Waitzen (Vác). Der im Zehntverzeichnis erwähnte Hans (János) Korponai wurde zweifellos nach seinem Geburtsort Karpfen (Korpona) so genannt. Die 209 IVÁNYI, BÉLA: Debrecen és a budai jog [Debreczin und das Ofener Recht] (= A Debreceni Tisza István Tudományos Társaság I. Osztályának Kiadványai. Bd. I.. Nr. 7). Debrecen 1924, S. 17-18. Vgl. auch BLAZOVICH. LÁSZLÓ: A Budai Jogkönyv és a magyarországi jogkönyvek [Das Ofener Gesetzbuch und die Gesetzesbücher Ungarns]. In: Uibs. Magyar Várostörténeti Évkönyv, 1 (2006), S. 82. 210 Tiszántúli Református Egyházkerület és Kollégiumi Nagykönyvtár [Reformierter Kirchenbezirk jenseits der Theiß und Große Kollegienbibliothek]. R 764/1. Urkunde der Stadt Ofen vom 31. Januar 1512. Ebenfalls dort (R 764/2 und R 764/5) sind auch die Transkribtionen mehrerer Siebenbürger Fürsten zu finden. Den Aufbewahrungsort der Urkunde suchte freundlicherweise Professor László Blazovich für mich, die Kopie beschaffte mein Freund István Kenyeres und das Hauptstädtische Archiv Budapest. Zur Quellenpublikation siehe Anhang, Nr. 1.