A budai mészárosok középkori céhkönyve és kiváltságlevelei - Források Budapest közép- és kora újkori történetéhez 1. (Budapest, 2008)
AUFSÄTZE
Szentgyörgyi Fleischereien. 188 Ebenfalls in Preßburg zahlte die Fleischerzunft dem Pauliner-Kloster von Thal Pacht für drei Fleischereien. 189 Im Marktflecken Sathmar (Szatmár) verkauft die Witwe eines ehemaligen Richters 1453 unter anderem ihre Fleischerei an den Salzkämmerer. 190 Im selben Jahr erhält das Karthäuserkloster von Lechnitz Fleischereien in Szikszó. 191 Die Beispiele könnten wir nach Lust und Laune weiterführen. All dies verweist darauf, dass die deutschen Fleischer in Ofen ihre Rechte besser wahren konnten als andere. Über die Mitglieder der Zunft von Ofen habe ich bereits vor über 30 Jahren eine Statistik zusammengestellt. Die folgende weicht von dieser ein wenig ab, denn ich konnte in jüngster Zeit einige Personen identifizieren und auch Verwechslungen korrigieren. 192 Von 1500 bis 1529 wurden insgesamt 86 Personen als Fleischereibetreiber registriert. (Fallweise zählte man auch die Witwe, sofern sie die Fleischerei übernahm, zu den Meistern.) Die Zahl der Frauen betrug 38. Da das Buch mit dem Jahr 1500 beginnt, muss das erste Jahr gesondert behandelt werden. Zusammen mit den beiden Zunftfleischereien waren damals 40 deutsche Fleischereien in der Stadt tätig, fünf von ihnen wurden von Witwen betrieben. Wir wissen nicht, wann ihre Ehemänner starben und seit wann die Witwen das Handwerk betrieben. Wir müssen aber die 35 Männer berücksichtigen, denn unter ihnen befanden sich solche (wie z.B. Niclas (Miklós) Reichel), die bis zu ihrer Auflösung Mitglieder der Zunft blieben. Wir können so 81 männliche Zunftmitglieder zählen. Von den von ihnen geführten Zunftfleischereien gelangten ab 1501 33, d.h. also 40,7%, in die Hände von Frauen. Im letzten Jahr der Zunft gehörten dem Gremium 25 männliche und sechs weibliche Mitglieder an. Die 25 Männer müssen wir abziehen, so dass zwischen 1500 und 1529 56 Fleischereien vakantwurden. Von diesen wurden 33 bzw. 58,9% von Witwen übernommen. Bei 41,1% der Meister lebte nach dem Ausscheiden des Meisters aus der Zunft, also in der Regel beim seinem Tode, die Frau entweder nicht mehr, oder konnte bzw. wollte die Fleischerei nicht übernehmen. Einschließlich der 1500 erwähnten fünf weiblichen Meister bewirtschafteten von den Frauen 16 (32,1%) ein Jahr lang, 17 (44,7%) zwischen zwei und sieben Jahren sowie fünf(13,2%>) 12 bis 18 Jahre lang die Fleischerei. Letztere waren: die Frau von Valentin (Bálint) Gansl (?) und von Hans (János) Nüssel (jeweils 18 Jahre), die Frau von Stephan (István) Cserbokor und von Wolfgang (Farkas) Tibolt (jeweils 17 Jahre) sowie die Frau von Siegmund (Zsigmond) Fischer (Polster?) (12 Jahre mit einem Jahr Unterbrechung). Frauen beteiligten sich auch anderswo am Hand188 Ungarisches Staatsarchiv (MOL). Mittelalterliche Urkundensammlung (DL), 14917. 189 Ebenda, 25842. 190 Ebenda, 24958. 191 Ebenda, 14645. 192 KUBINYI, Budapest története [wie Anm. 69], S. 118-120. 193 KING, MARGARET L.: Frauen in der Renaissance. München 1993. S. 81-86.; SZENDE, KATALIN G.: The other Half of the Town: Women in private, professional and public Life in two Towns of Late Medieval Western Hungary. In: East Central Europe, 20-23 (1993-1996), part 1, p. 181-184.