Sarusi Kiss Béla: A természet által megerősített vár: Murány végvár és uradalma a 16. század második felében - Disszertációk Budapest Főváros Levéltárából 1. (Budapest, 2008)
Zusammenfassung
Murány gehörte zur Oberhauptmannschaft der Bergstädtischen Grenze [Bergstädterischen Granitzen]. Die Hauptaufgabe der Burg war somit der Schutz der Bergbaustädte, wobei die böhmisch-mährischen Stände seit den 1570er Jahren zu den diesbezüglichen Aufwendungen einen Beitrag leisteten. Der Murány „zustehende" Anteil gelangte oft nicht an die Burg, so dass der Wert der Lebensmittel, die zu Lasten des Soldes an die Soldaten ausgegeben wurde, gar die Hälfte der der Dienstzeit entsprechenden Soldsumme erreichte. Bei den Abrechnungen war der Herrscher nie in der Lage, die volle Summe auszuzahlen. Einzelne Söldner waren an Arbeiten an der Burg beteiligt, andere kamen im Zuge der Eintreibung des Zehnts zu einem Einkommen. Das es nicht möglich war, im Herrschaftsgebiet selbst die für die Versorgung der Soldaten notwendigen Lebensmittel zu erzeugen, wurde die Versorgung durch ein Zehntgebiet des Komitats Gömör, das vom Erzbistum Esztergom gepachtet wurde, sichergestellt. Zentrale Frage der Kriegswirtschaft war die Versorgung der Soldaten, insbesondere auch deshalb, weil die deutschen Soldaten - sowie ihre Frauen und Kinder - zur Zeit permanent verspäteter Soldzahlungen nur durch günstige Lebensmittel an die Burg gebunden werden konnten. Die Wirtschaftsorganisation der Burg wurde ihrem eiujgentlichen Zweck, nämlich der Versorgung der Soldaten mit Lebensmitteln, vollauf gerecht. Die tatsächlichen Bargeldmittel, die die zentralen Organe für die Versorgung der Soldaten aufwendeten, waren wesentlich kleiner, als man aufgrund der nominellen Summe des Soldes erwartet hätte. Das für die Lebensmittelversorgung der Burg von Murány notwendige Fleisch wurde mit Hilfe von Bargeld, das aus externen Quellen stammte, besorgt. Da sich die nächste größere Siedlung in beträchtlicher Entfernung befand, sorgten eine Bäckerei, eine Fleischerei sowie eine Brauerei innerhalb der Burg für die Herstellung bzw. Verarbeitung von täglich 150 Stück Brot, 60 Kilogramm Fleisch und etwa 430 bis 540 Liter Bier. Aus den durchweg bedeutenden Lebensmittelvorräten der Burg wurden zwischen 1549 und 1572 keine Lebensmittel an Feldarmeen abgegeben. Das qualitativ gute Brot, die verschiedenen Fleischsorten und die alkoholischen Getränke sowie fallweise verteilter Käse und Fisch gewährleisteten den Soldaten eine gute Ernährung. Die Festung versorgte die Burgwache aus eigener Kraft, sie erhielt keine Lebensmittel aus anderen Vorratshäusern. Zwischen der Limitierung, dem Wirtschaften und der Soldzahlung bestand ein enger Zusammenhang. Dessen Kern bildete eine Vereinbarung mit den Soldaten über die Menge der ihnen zuzuteilenden Lebensmittel und über deren Wert, so dass die Habsburger Re-