Aggházy Kamil: Budavár bevétele 1849-ben II. - Budapest Történetének Forrásai (Budapest, 2001)
Okmánytár
Am 10. Mai Die Nacht war ruhig verflossen, auch während des Tages fielen nur einzelne wenige Schüsse, dagegen hatte sich der Feind in den Stadtmeierhof gezeigt und wurde dort mit Granaten von der Rondelle Nr. 4. beworfen. Für das Verbrechen des Hochverrathes wurde im Festungsbereiche das Standrecht publiziert. Coléra und tiphöse Fieber fingen an sich einzustellen, daher der in Bivouac befindlichen Mannschaft gestattet wurde 1/3 ihrer Bettdecken aus den Quartieren zu nehmen um sich gegen die Ausdünstung der Erde in den kühlen Nächten besser bewahren zu können; zu demselben Zwecke wurde auch das Abfassen der vorräthigen Rohrdecken bewilligt, ebenso wurde das Kochen und Essen von Einbrennsuppe frühmorgens strenge aufgetragen. Allgemein trug sich das Gerücht herum, dass die k. k. Armee in Bitschke sei und näherte die Hoffnung auf einen baldigen Entsatz; auch behaupteten Mehrere an der verflossenen Nacht (?) in der Ferne eine starke Kanonade vernommen zu haben. Nachdem nun das Wienerthor auf 2, das Stuhlweisenburger und Burgthor aber auf 4 Klafter mit Trottoirsteinen verrammelt waren, so wurden die begonnenen Arbeiten d[as] i[st] der Jägergraben zwischen der Rondelle 4. und Stuhlweisenburger Thor, so wie die Ausbesserung der Traverse zwischen der Rondelle 4. und 6., dann der Zinnen daselbst thätigst fortgesetzt. In der Nacht wurde ein Ausfall von 1 Compagnie Warasdiner Kreutzer und einer Abtheilung des Pionnier Detachement unternommen, misslang aber nachdem die Pionniere als einige Schüsse auf Sie aus den Häusern der Wasserstadt fielen zurückwichen und die Grenzer mit sich rissen. Am 11. Mai Der in der Nacht misslungene Ausfall wurde um 7 Uhr früh erneuert und führte von 2 Compagnien E[rz]h[erzog]. Wilhelm 1 Comp[agnie] Warasdiner Kreuzer und 1 Zug E[rz]h[erzog] Johann Dragoner unternommen zu dem glänzendsten Resultat, indem aus den 3 in der Wasserstadt befindlichen Spitälern über 400 Rekonvaleszenten und Kranke aus den Händen des Feindes befreit wurden. Erhebend und rührend war es zu sehen, wie diese Armer der Fest zu strömten, Schwache und verwundete wurden von ihrem stärkeren Kameraden geführt und unterstützt. Ja sogar einige Wägen wurden requiriert und schwerer verwundete von ihren braven Kameraden in die Feste hinaufgeschoben und gezogen. Thränen der Freude glänzten in des heldenmüthigen Festungs Commandanten Augen und jeder 370