Szita László (szerk.): Előadások és tanulmányok a török elleni visszafoglaló háborúk történetéből 1686-1688 (Pécs, 1989)
Előadások és tanulmányok - Ludwig Hüttl: Kurfürst Max Emanuel von Bayern und die Rückeroberung Ungarns von den Osmanen
Max Emanuel suchte die französische Karte einzusetzen, um Wien zum Entgegenkommen zu bewegen. In der Tat, nicht Frankreich, sondern Ungarn beherrschte sein Denken. Er wollte den Oberbefehl über die kaiserliche Armee. Doch die kaiserliche Regierung zögerte. Sie schätzte seinen persönlichen Einsatz, seine Tapferkeit. Er fehlte bei keinem Grabenkampf, bei keiner Erstürmung; er wurde mehrfach an der Front leicht verwundet. Doch was würde geschehen, wenn Max Emanuel in vorderster Linie schwer verwundet oder gar getötet würde? Wer würde dann die notwendigen Befehle erteilen und die militärische Gesamtkonzeption rechtzeitig ändern, wenn unerwartet ein osmanisches Entsatzheer heranrückte? War es nicht besser, aus einigermaßen sicherer Entfernung das Schlachtgeschehen zu leiten als sich persönlicher Lebensgefahr auszusetzen?' 57 Die kaiserliche Regierung hielt den Herzog von Lothringen für besonnen, den bayerischen Kurfürsten für allzu temperamentvoll und entscheidungsfreudig, selbst gegen den Rat der übrigen Generalität. So wagte es der Kaiser nicht, dem Kurfürsten das Oberkommando für den Feldzug des Jahres 1687 anzubieten; wohl aber betraute er ihn mit einem eigenen Kommando. Er sollte ein eigenes Korps erhalten. Kaiserliche Soldaten sollten das bayerische Kontingent (9133 Mann) r>8 verstärken, so daß der Kurfürst schließlich über rund 20 000 Soldaten gebot. Vergeblich hatte Villars versucht. Max Emanuel von einem neuen Ungarnfeldzug abzuhalten. Alle Angebote von französischer Seite waren zu unbestimmt gehalten und entbehrten jeder Möglichkeit, in der Gegenwart verwirklicht zu werden. Hinsichtlich des spanischen Erbes wurden ebenfalls keine Zusicherungen von Versailles gegeben. Villars bot im Grunde nichts Konkretes. So begab sich Max Emanuel wieder nach Ungarn und rückte mit seiner Teilarmee vom Sammelplatz Szolnok aus die Theiß aufwärts in Richtung Peterwardein, um diese Festung zu belagern. Die bayerische Reiterei vertrieb bei JäszBerény am 19. Juni ein Tatarenkorps. Nach langen, beschwerlichen Märschen sah sich Max Emanuel aufgrund der Nachschubprobleme und fehlender Lebensmittel in dem ausgesogenen Land veranlaßt, sich wieder der Donau zuzuwenden, wo der Nachschub leichter zu bewältigen war, und sein Angriffsziel Peterwardein aufzugeben. Auf ein Hilfegesuch des Herzogs von Lothringen hin führte Max Emanuel seine Truppen dem Gesamtheer zu. r,q Kaiser Leopold war sehr erfreut über das derzeitige gute Einvernehmen zwischen beiden Heerführern. Villars begleitete ohne offiziellen Auftrag von Versailles als persönlicher Freund den Kurfürsten. So war er in der Lage, über alle militärischen Operationen in Ungarn unmittelbar nach Versailles zu berichten und auf die Stärken und Schwächen der kaiserlichen Armee und ihrer Heerführer hinzuweisen. Der kaiserlichen Generalität und Diplomatie war die Anwesenheit Villars äußerst unangenehm, auch wenn man offiziell aus Rücksicht auf den bayerischen Kurfürsten seine Anwesenheit tolerierte. Kein anderer kaiserlicher Feldherr dachte daran, einen Vertreter des französischen Königs, der mit der Hohen Pforte gute Beziehungen zu unterhalten suchte, als seinen engsten Vertrauten und Begleiter nach Ungarn mitzunehmen. Am 20. Juli kam es bei Esseg zu einem Zusammentreffen der kaiserlichen und osmanischen Heere. Nachdem die kaiserliche Armee sechs Stunden lang dem Geschützfeuer der Osmanen ausgesetzt war, beschloß der Kriegsrat den Rückzug. Die türkischen Verschanzungen zu überwinden, schien aussichtslos. Anfang August 1687 standen sich die gegnerischen Heere in der Nähe von Mohács fünf Tage lang gegenüber. Keine Seite wagte es, die Vorteile ihrer befestigten Stellung aufzugeben und die Drau im Angesicht des Feindes zu überschreiten. So beschloß der kaiserliche Kriegsrat neuerlich den Abzug. Dadurch hoffte man, daß auch die Osmanen ihre Stellungen verlassen würden. Es war die bewährte und im 17. Jahrhundert häufig angewandte Taktik der Märsche und Gegenmärsche, um Gegner zur Aufgabe sicherer Stellungen zu bewegen. Am 12. August kam es zur Schlacht am Berge Harsány. 60 Die Osmanen eröffneten den Angriff auf den linken Flügel des kaiserlichen Heeres. Die Hauptlast des Kampfes hatte die Armee Max Emanuels zu tragen, da sich der rechte Flügel unter Führung des Herzogs von Lothringen infolge der Geländeschwierigkeiten nicht voll entfalten konnte. Max