Szita László (szerk.): Előadások és tanulmányok a török elleni visszafoglaló háborúk történetéből 1686-1688 (Pécs, 1989)

Előadások és tanulmányok - Ludwig Hüttl: Kurfürst Max Emanuel von Bayern und die Rückeroberung Ungarns von den Osmanen

Emanuel und Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden-Baden beschlossen, die Herausfor­derung anzunehmen und die Entscheidung zu wagen. Nach diesem Sieg besetzten die Truppen des Herzogs von Lothringen Siebenbürgen 6 ' und die Kontingente des Grafen Dünnewald Slavonien. Fürst Apaly von Siebenbürgen mußte die Lehenshoheit des ungarischen Königs Leopold anerkennen. Am 17. November ergab sich die Feste Erlau nach längerer Belagerung durch die Truppen des Generals Caraffa. Von wenigen befestigten Plätzen, wie Stuhlweißenburg, abgesehen, waren die Osmanen fast aus ganz Ungarn vertrieben. Der bayerische Kurfürst Max Emanuel und die bayerischen Truppen hatten, insbesondere was die Eroberung von Buda 1686 und die Schlacht am Berg Harsány 1687 betraf, einen nicht unwesentlichen Anteil daran. Max Emanuels Kriegsruhm verbreitete sich nicht nur in Ungarn, bei den kaiserlichen Diplo­maten, in Bayern, sondern auch in Frankreich und Spanien. Mit der Rückeroberung fast ganz Ungarns war das ungarische Königreich dem europäischen und christlichen Kultur­kreis wiedergewonnen. Diese Tatsache trug auch dazu bei, daß die politische Position des bayerischen Kurfürsten gestärkt wurde. Er ließ seine Truppen in Ungarn und Siebenbürgen überwintern. Diese Tatsache deutet darauf hin, daß Max Emanuel auch im nächsten Jahr wieder gegen die Osmanen zu Felde ziehen wollte, dieses Mal aber unter allen Umständen als Oberbefehlshaber des kaiserlichen Heeres. Am 12, Mai 1688 äußerte Max Emanuel gegenüber dem kaiserlichen Gesandten in München, Dominikus Andreas Graf Kaunitz, daß er den Oberbefehl und Aufklärung über den kaiserlichen Kriegsplan für den bevorstehenden Feldzug verlange. Doch der Wiener Hof zögerte trotz der bisherigen Erfolge Max Emanuels immer noch, ihm das Ober­kommando anzuvertrauen. Die französische Diplomatie setzte sich dagegen seit Herbst 1687 zum Ziel, Max Emanuel aus dem kaiserlichen Bündnissystem herauszulösen und Bayern der französischen Interessensphäre wieder einzuverleiben. Max Emanuels Onkel, der Kölner Kurfürst und Erzbischof Maximilian Heinrich, war seit Jahren treuer Ver­bündeter des französischen Königs. Würde der bayerische Kurfürst für Frankreich ge­seiner früheren Verdienste. ÜK Wien betrachtete dies als Affront. Doch Schmid riet dem französischen Vorhaben zustimmen, daß der ebenfalls seit vielen Jahren in französischen Diensten stehende Kölner Diplomat, Minister und Straßburger Bischof Wilhelm Egon von Fürstenberg u- zum Koadjutor und damit zum künftigen Nachfolger des derzeitigen Köl­ner Kurfürsten Maximilian Heinrich postuliert wird. Seit 1583 waren vom Kölner Dom­kapitel stets Angehörige des bayerischen Hauses Wittelsbach zum Erzbischof und Kur­fürsten von Köln gewählt beziehungsweise, wenn sie bereits ein anderes geistliches Amt innehatten, postuliert worden. Die Nachfolge des Fürsten Wilhelm Egon von Fürstenberg hätte diese lange Tradition unterbrochen und das bayerische Haus Wittelsbach eine einflußreiche Kurstimme im Reich verloren. Frankreich suchte durch die Unterstützung Fürstenbergs seine Position im Rheinland zu stärken 63 . Außerdem wünschte die französische Diplomatie von Max Emanuel eine Unterstützung ihrer Ansprüche auf das pfälzische Allo­dialerbe und sie wollte zu Lebzeiten Kaiser Leopolds eine Wahl seines ältesten Sohnes Joseph, der gerade zu dieser Zeit vom ungarischen Reichstag zu Sopron zum ungarischen König erkoren wurde, zum römisch-deutschen König, also zum präsumptiven Nachfolger Leopolds I., verhindern. Dieses Vorhaben wurde bereits 1687/88 in diplomatischen Kreisen erörtert 6 ' 1 , wenngleich erst 1690 verwirklicht. Max Emanuel sollte, so der Wunsch Ludwigs XIV., die Wahl Josephs I. zum Nachfolger Kaiser Leopolds verhindern helfen. Schließlich forderte die französische Diplomatie einen Verzicht Max Emanuels auf das spanische Erbe. Sollte es je zu einer Aufteilung dieses Erbes kommen, ließ Ludwig XIV. seine Bereitschaft erkennen, als Entschädigung dem bayerischen Kurfürsten eines der spanischen Neben­länder zukommen zu lassen, zum Beispiel das Doppelkönigreich Neapel-Sizilien, voraus­gesetzt, der Kurfürst vereinige seine Streitkräfte mit den französischen, um gegen die Widersacher der französischen Erbfolge zu Felde zu ziehen. An eine tatsächliche Abtretung eines spanischen Nebenlandes dachte die französische Diplomatie zu dieser Zeit noch keineswegs. Alle diesbezüglichen Gepräche Villars mit dem bayerischen Kurfürsten dienten einzig dazu, ihn von einem weiteren Engagement zugunsten Leopolds I. abzubringen.

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