Szita László (szerk.): Előadások és tanulmányok a török elleni visszafoglaló háborúk történetéből 1686-1688 (Pécs, 1989)
Előadások és tanulmányok - Ludwig Hüttl: Kurfürst Max Emanuel von Bayern und die Rückeroberung Ungarns von den Osmanen
Inseln überzusetzen? Im übrigen schien es den Münchener Geheimen Räten sehr fraglich, ob die einheimische Bevölkerung etwa in Sizilien die Herrschaft Max Emanuels akzeptieren würde. Sie rieten ihrem Kurfürsten deshalb, gegen eine Geldentschädigung auf alle diesbezüglichen Ansprüche zu verzichten. Max Emanuel als typisch absolutistischer Barockfürst, der auch gegen den Rat seiner Minister handeln konnte, wollte nicht von vorneherein alle Hoffnungen aufgeben, sondern sich eine Entscheidung zu gegebener Zeit vorbehalten. Formalrechtlich gesehen, mußte Max Emanuel, um die Hand der Kaisertochter zu gewinnen, jedoch zunächst vertraglich auf alle Ansprüche gegenüber Österreich, Böhmen und Ungarn mit ihren Nebenländern verzichten. Dies fiel nicht schwer, da dort Leopold I. regierte, Joseph I. als sein Nachfolger ausersehen war und 1685 dem Kaiserpaar noch ein zweiter Sohn, Karl VI., geboren wurde. Reale Hoffnungen auf das Erbe des Hauses Österreich bestanden also ohnehin nicht. Ausschlaggebend war somit der Erbverzicht Maria Antonias und Max Emanuels auf jegliche Ansprüche gegenüber der spanischen Monarchie zugunsten der männlichen Linie des Hauses Österreich. Nur die spanischen Niederlande wurden davon ausgenommen, und Kaiser Leopold versprach, künftig in Madrid dahin wirken zu wollen, daß Max Emanuel das Generalgouvernement erhalte. Formal hatten Maria Antonia und Max Emanuel auf das spanische Erbe verzichtet. Doch Max Emanuel wußte zugleich, daß der Verzicht seiner Gemahlin'' 7 , international gesehen, fragwürdig war. Der spanische König Karl IL, um dessen Erbe es ging, und seine Regierung waren in dieser Angelegenheit überhaupt nicht befragt worden. Auch die spanischen Cortez erkannten diesen Erbverzicht, der den in Spanien gültigen Gesetzen widersprach, nicht an. Ein Grundprinzip betraf die Unteilbarkeit der spanischen Gesamtmonarchie. Max Emanuel hatte sich bezüglich des spanischen Erbes nur dem Kaiser gegenüber, nicht aber dem spanischen König gegenüber verpflichtet; künftige Differenzen waren also nicht ausgeschlossen. Die BeteiLgung an der Entsatzschlacht von Wien am 12. September 1683 sowie an den anschließenden Ungarnfeldzügen bildete die Voraussetzung für einen möglichen künftigen Aufstieg. Als Feldherr und Gemahl der Kaisertochter Maria Antonia erhielt Max Emanuel europäische Bedeutung, die weit über das kleine Land Bayern hinausreichte. Denn nun gab es in der Tat drei Anwärter auf das spanische Erbe: Erstens Kaiser Leopold I. als Sohn einer spanischen Infantin; zweitens Ludwig XIV. ebenfalls als Sohn einer spanischen Infantin und Gemahl der spanischen Infantin Maria Teresa. Sie hatte zwar bei ihrer Vermählung einen Erbverzicht geleistet, aber die vereinbarte Mitgift war nicht an Ludwig XIV. ausbezahlt worden, und die spanischen Cortez hatten den Erbverzicht nicht anerkannt. So betrachtete sich Ludwig XIV. im Namen seiner Nachkommen als rechtmäßiger Erbe Spaniens, falls Karl II. kinderlos stürbe. Zu diesen beiden europäischen Großmächten, den Häusern Österreich und Bourbon, trat nun als dritter Anwärter Max Emanuel im Namen seiner Gemahlin und künftigen Nachkommen hinzu, auch wenn seine rechtliche Position umstritten war. Sein Engagement in Ungarn steigerte sein Prestige. Er strebte nach einem selbständigen Kommando, schließlich dem Oberkommando, um aller Welt seine militärischen Fähigkeiten zu demonstrieren. Denn der Erbe Spaniens und seiner Nebenländer beziehungsweise der Erbe eines Teils der spanischen Nebenländer mußte beweisen, daß er gegebenenfalls in der Lage sei, dieses Erbe zu verteidigen. Als Verbündeter des Kaisers betrieb Max Emanuel somit letztlich auch europäische und dynastische Politik, wenn er in Ungarn kämpfte. Das spanische Erbe lag, wenn überhaupt, in weiter Ferne; aktuell war die Situation in Ungarn. VI) DAS WEITERE ENGAGEMENT MAX EMANUELS IN UNGARN Dem Kaiser selbst lag. daran, die Osmanen so weit wie möglich zurückzutreiben, damit er, falls es eines Tages zum Kampf um das spanische Erbe käme, den Rücken frei hatte und das Königreich Ungarn vor einem neuerlichen Vordringen der Osmanen gesichert