Szita László (szerk.): Előadások és tanulmányok a török elleni visszafoglaló háborúk történetéből 1686-1688 (Pécs, 1989)

Előadások és tanulmányok - Ludwig Hüttl: Kurfürst Max Emanuel von Bayern und die Rückeroberung Ungarns von den Osmanen

Regentschaft. Obwohl mit einer Französin verheiratet, hatte Maximilian Philipp nie die frankreichfreundliche Politik seines Bruders gebilligt, sondern war stets ein treuer An­hänger des Kaisers gewesen. Der französische Resident am Münchener Hof, Denis de la Haye, drängte ihn zwar, den bisherigen Kurs seines Bruders fortzusetzen, doch vergeblich. Die kaiserliche Diplomatie versuchte dagegen, die Gunst der Stunde zu nutzen und die Entlassung des Kanzlers Caspar Schmid, der als Architekt der bayerisch-französischen Allianz galt, zu erreichen. Der Herzog wollte in den wenigen Monaten seiner Administra­tion 12 den Entscheidungen des künftigen Kurfürsten Max Emanuel nicht vorgreifen. Die Heirat der bayerischen Prinzessin Maria Anna Christina mit dem französischen Dauphin konnte Herzog Maximilian Philipp allerdings nicht verhindern, da die Verhandlungen schon zu weit gediehen waren. Doch eine Erneuerung der bayerisch-französischen Allianz, die nach zehn Jahren vereinbarungsgemäß abgelaufen war, lehnte er ab. Auch gegen eine Heirat Max Emanuels mit einer französischen Prinzessin, wie Ludwig XIV. es wünschte, sprach er sich entschieden und erfolgreich aus. Die Reunionspolitik, die der französische König mitten im Frieden vornahm, rief auch am Münchener Hof große Erregung hervor und gab jenen Kräften Auftrieb, die die Wiederherstellung guter Beziehungen zu Kaiser Leopold I. und eine Abkehr von Frankreich befürworteten. Die Reunionen hatten auch Gebiete der verwandten pfälzischen Linien betroffen. Des­halb sah der neue Kurfürst Max Emanuel, der am 11. Juli 1680 offiziell die Herschaft über sein Kurfürstentum (bestehend aus Ober- und Niederbayern sowie der Oberpfalz) über­nahm, nicht mehr, wie es noch sein Vater getan hatte, im französischen König Ludwig XIV. den Schützer der „deutschen Libertär" (Freiheit), sondern in Kaiser Leopold 1. den legitimen Verteidiger der Rechte der deutschen Fürsten. In diesem Zusammenhang ver­suchten München und Wien in den folgenden Monaten und Jahren in langwierigen Ver­handlungen das seit längerer Zeit vorhandene beiderseitige Mitßtrauen auszuräumen und die zahlreichen Meinungsverschiedenheiten beizulegen. 13 Der 40jährige Kaiser Leopold begab sich im März 1681 mit seiner Gemahlin und einem Teil seines Hofstaats sogar auf eine Wallfahrt zum bayerischen Marienheiligtum Altötting, um dort den nunmehr 19jährigen bayerischen Kurfürsten Max Emanuel persönlich zu treffen und mit ihm die internationale Lage zu erörtern. 1 ' 1 Beim Abschied überreichte der Kaiser dem bayerischen Kurfürsten ein kostbares Schwert, und Max Emanuel versprach, dieses nur zur Verteidigung des Kaisers und des Reiches zu verwenden. Die bayerische Diplomatie unterstützte fortan die kaiserliche Reichspolitik auf dem Immerwährenden Reichstag zu Regensburg, hielt aber gleichzeitig ihre Beziehungen zu Frankreich aufrecht, um mäßigend auf beide Seiten einzuwirken. Ein Krieg zwischen Frankreich und dem Reich sollte vermieden werden. Würde Frankreich jedoch Kaiser und Reich angreifen, so war der bayerische Kurfürst Max Emanuel nicht bereit, Neutralität zu wahren. München und Wien verhandelten - unter Ausschaltung des bayerischen Kanz­lers Caspar Schmid, der sich zwar noch im Amt befand, aber nichts mehr zu raten hatte, da der ihm beigegebene Vizekanzler Johann Baptist Leydel eine enge Verbindung mit Wien befürwortete - über eine Defensivallianz gegen Frankreich. III) DIE OSMANENGEFAHR Den Ausschlag für den Abschluß einer Defensivallianz zwischen München und Wien gab schließlich die wachsende Türkengefahr. Der Kaiser befürchtete einen Zweifronten­krieg und war zu Zugeständnissen bereit, um Verbündete zu gewinnen. Alle Hoffnungen, die Hohe Pforte würde den Waffenstillstand bis zum vereinbarten Termin einhalten und gegebenenfalls Uesen Waffenstillstand verlängern, erfüllten sich nicht. Wien befürchtete ein weiteres Vordringen der Osmanen in dem von Habsburg beherrschten Oberungarn. Mit einem Angriff auf Wien rechnete der Kaiser noch nicht. Aufgrund dieser Gesamtsituation, der von Frankreich und der vom Osmanischen Reich

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