Szita László (szerk.): Előadások és tanulmányok a török elleni visszafoglaló háborúk történetéből 1686-1688 (Pécs, 1989)
Előadások és tanulmányok - Ludwig Hüttl: Kurfürst Max Emanuel von Bayern und die Rückeroberung Ungarns von den Osmanen
her drohenden Gefahren kam es am 26. Januar 1683 zum Abschluß einer Defensivallianz zwischen Kaiser Leopold I. und Kurfürst Max Emanuel von Bayern. 15 Sie enthielt zahlreiche Geheimartikel, sollte fünf Jahre gelten und sah eine Hilfeleistung Bayerns vor, falls Frankreich Kaiser und Reich angreifen sollte. Wenn die Osmanen den Krieg eröffneten, versprach der Kurfürst seine Hilfe unter der Voraussetzung, daß von Frankreich kein Angriff zu erwarten sei. Die Vertragsbestimmungen zeigten, wie groß die Furcht vor einem Zweifrontenkrieg war und beide Seiten eine Aufsplitterung der Kräfte befürchteten. Der bayerische Kurfürst verpflichtete sich gegen eine Subsidienzahlung in Höhe von 250 000 tl. in Friedenszeiten und 450 000 fl. in Kriegszeiten 8000 Soldaten zu stellen. Gleichzeitig verhandelten kaiserliche und bayerische Diplomaten mit anderen Reichsständen, um für den Verteidigungsfall gewappnet zu sein. Nach Abschluß der Nymwegener Friedensverträge (1678'79) war das bayerische Heer reduziert worden. 16 Im Verlauf der Bündnisverhandlungen mit Wien und angesichts der wachsenden Türkengefahr begann der bayerische Kurfürst bereits Anfang 1682 mit der Neuanwerbung von Soldaten zu Fuß und zu Pferd. 17 Vom 11. bis 26. Oktober versammelte sich die neue Armee (8400 Mann zu Fuß, 2400 zu Pferd sowie die Artillerie) auf dem freien Feld zwischen Freimann und Schwabing unmittelbar vor den Toren Münchens, um unter der persönlichen Leitung des Kurfürsten das Zusammenwirken der verschiedenen Truppengattungen zu üben. Als im Sommer 1683 die Osmanen Wien bedrohten, schloß Max Emanuel einen Ergänzungsvertrag mit Kaiser Leopold.** Bereits im Frühjahr 1683 war er persönlich nach Wien gekommen und hatte am 6. Mai an einem Manöver der kaiserlichen Armee in der Nähe von Kittsee teilgenommen. Kaiser Leopold hoffte, wie er seinem Vertrauten, dem Kapuzinerpater Marco d'Aviano, schrieb, der bayerische Kurfürst werde viel für das Gemeinwohl leisten. „Er ist noch etwas jung, erscheint mir aber für sein Alter recht verständig und wird, wie ich glaube, mit der Zeit einer der ersten Fürsten Deutschlands werden. Ich erweise ihm alle erdenklichen Liebenswürdigkeiten, da mir dies nötig scheint." 1 '' Max Emanuel dachte ebenso wie Kaiser Leopold und sein Schwager Herzog Karl V. von Lothringen, die Osmanen würden in Oberungarn einen Festungskampf eröffnen. Ihr Vormarsch nach Wien änderte alle Pläne. Max Emanuel konnte aus diesem Expansionsstreben des Osmanischen Reiches leicht schließen, daß die „Türken", wie man im Reich damals vereinfachend alle Bewohner dieses Vielvölkerstaates zu bezeichnen pflegte, nach dem Fall der kaiserlichen Haupt- und Residenzstadt Wien kaum in den österreichischen Landen stehen bleiben, sondern auch die nächsten Nachbarn wie zum Beispiel Bayern bedrohen würden. Es war das Gebot der Klugheit ebenso wie das Gebot christlicher Verantwortung, dem bedrängten Nachbarn rechtzeitig zu Hilfe zu eilen als tatenlos zuzusehen, wie die Position des Kaisers in Ungarn und in den österreichischen Landen weiterhin geschwächt wurde. Der Tatsache, daß ein dauernder Verlust der noch nicht von den Osmanen beherrschten Teile Ungarns sowie der Verlust Wiens auch dem eigenen Land, schließlich ganz Europa und der Christenheit beträchtlichen Schaden zufügen würde, war Max Emanuel wohl bewußt. Es waren „nur meine eigenen Interessen, die mich gegenüber dem Kaiser verpflichteten, da vom Verlust oder der Bewahrung Wiens das Wohl meines Landes abhing." Mit diesen Worten verteidigte Max Emanuel in späteren Jahren gegenüber dem französischen Sondergesandten Louis Hector Marquis de Villars seine Allianz vom 26. Januar 1683 mit dem Kaiser sowie sein darauf folgendes Engagement für den Kaiser in Wien und in Ungarn.0 Überdies sehnte sich Max Emanuel danach, Kriegsruhm zu erwerben. Er hatte einen völlig anderen Charakter als sein Vater Ferdinand Maria. War dieser eher ein zurückhaltender, in sich gekehrter Fürst, so hatte Max Emanuel das italienische Temperament seiner aus Savoyen stammenden Mutter Henriette Adelaide geerbt. Ihr Großvater war der französische König Heinrich IV. gewesen. Großes zu leisten, war das Bestreben Max Emanuels Dies war ihm erstmals bei der Befreiung Wiens 21 von den Osmanen im Spätsommer 1683 möglich. Er war der erste deutsche Reichsfürst, der dem Kaiser persönlich und mit seinen Truppen zu Hilfe eilte, als die Osmanen Wien einschlössen und belagerten. Dem