Szita László (szerk.): Előadások és tanulmányok a török elleni visszafoglaló háborúk történetéből 1686-1688 (Pécs, 1989)

Előadások és tanulmányok - Ludwig Hüttl: Kurfürst Max Emanuel von Bayern und die Rückeroberung Ungarns von den Osmanen

Konflikten um die Spanischen Niederlande wie aus den künftig zu erwartenden Auseinan­dersetzungen um das spanische Erbe heraushalten. Überdies fühlte sich Bayern, geopolitisch gesehen, vom habsburgischen Nachbarn bedrängt. Bayern war an drei Seiten von habsburgischen Gebieten umgeben: von Böhmen, von Oberösterreich, von Tirol und von kleineren Territorien im schwäbischen Raum. Auch die benachbarten Reichsstädte wie Regensburg und Augsburg sowie etliche Fürst­bischöfe des süddeutschen Raumes, so von Passau und Salzburg, unterhielten enge Bezie­hungen zum Kaiserhof. Kurfürst Ferdinand Maria und sein leitender Minister Caspar Schmid 7 suchten diese Umklammerung durch habsburgisches Interessengebiet aufzu­brechen, indem sie Anschluß an Frankreich suchten. „Die bayerischen Herzöge (und Kur­fürsten] haben seit ihrer Existenz keinen größeren Widersacher gehabt als Österreich." 8 Dies war die Ansicht der bayerischen Regierung. Frankreich lag geographisch entfernt und bildete daher keine so unmittelbare „Gefahr" für Bayern - von Extremsituationen wie zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges abgesehen - wie das benachbarte Österreich. Frankreich erschien somit als Retter in der Not. 1670 schlössen Kurfürst Ferdinand Maria und der französische König einen Freund­schafts- und Neutralitätsvertrag. 9 Bayern verhielt sich folglich während des gesamten Hol­ländischen Krieges (1672-1678 79) gegenüber der kaiserlichen Politik neutral, mahnte stetig zum Frieden und war nicht bereit, die Vorschläge des Wiener Hofes für eine ge­meinsame Reichspolitik zu akzeptieren. Dagegen gelang es der kaiserlichen Diplomatie, fast sämtliche übrigen Reichsstände gegen Frankreichs Expansionspolitik zu einen. Aus Paris wurden beträchtliche Subsidienzahlungen an Bayern überwiesen, mit deren Hilfe der Kurfürst sein Heer vergrößerte, ohne es jedoch einzusetzen. Bayern wahrte bewaffnete Neutralität. Dies geschah aus politischem Kalkül, das der Öffentlichkeit, die sich über die an­haltenden Differenzen zwischen München und Wien wunderte, allerdings verborgen blieb. Der bayerische Kurfürst Ferdinand Maria sah sich als Erbe des „Hauses Österreich", sobald Kaiser Leopold I., der damals noch keinen männlichen Nachfolger hatte, sterben sollte. Ferdinand Maria war Sohn des bayerischen Kurfürsten Maximilian l. und dessen zweiter Gemahlin Maria Anna, einer Tochter Kaiser Ferdinands II. Bei ihrer Vermählung hatte Maria Anna nur einen Erbverzicht zugunsten der männlichen Linie des Hauses Öster­reich abgeschlossen und sich all das zu erben vorbehalten, was ihr „von Rechts wegen" beim etwaigen Erlöschen der männlichen Linie zustehe. Dies war zwar eine sehr un­bestimmt gehaltene Formulierung. Doch Ferdinand Maria sah sich beim Tode Kaiser Leopolds I. als Regredienterbe der ältesten Ahnfrau, die bei ihrer Vermählung keinen vollen Erbverzicht geleistet hatte, berechtigt, das österreichisch-habsburgische Erbe ganz oder zumindest teilweise zu beanspruchen. 10 Da die Bayern zur Verfügung stehenden Mit­tel nicht ausreichen würden, um das Erbe in Besitz zu nehmen, verbündete sich Ferdinand Maria mit dem französischen König in der Hoffnung, sich dessen Hilfe für den künftigen Erbfall zu versichern. 11 II) DIE POLITISCHE WENDE Die Hoffnungen, auf denen die bayerische Politik in den späten 60er und den frühen 70er Jahren des 17. Jahrhunderts beruhte, erfüllten sich allerdings nicht. Denn die dritte Gemahlin Kaiser Leopolds I., Eleonore Magdalena von Ptalz-Neuburg, gebar am 26. Juli 1678 einen Sohn, den späteren Kaiser Joseph I. Die österreichischen Erblande in naher Zukunft zu erben und mit Hilfe Frankreichs in Besitz zu nehmen, war damit gegenstands­los geworden. Eine Neuorientierung der bayerischen Politik wurde wieder möglich. Hinzu kam außerdem noch eine personelle Veränderung. Kurfürst Ferdinand Maria starb unerwartet am 26. Mai 1679. Für seinen ältesten, noch minderjährigen Sohn über­nahm der Bruder des Verstorbenen, Herzog Maximilian Philipp von Leuchtenberg, die

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