Szita László (szerk.): Előadások és tanulmányok a török elleni visszafoglaló háborúk történetéből 1686-1688 (Pécs, 1989)

Előadások és tanulmányok - Ludwig Hüttl: Kurfürst Max Emanuel von Bayern und die Rückeroberung Ungarns von den Osmanen

I) VORAUSSETZUNGEN Die Tatsache, daß der bayerische Kurfürst Max Emanuel (1679-1726) 1 sich an der Seite des habsburgischen Kaisers, ungarischen und böhmischen Königs Leopold L- an dessen Feldzügen gegen die Osmanen zur Rückeroberung Ungarns beteiligen würde, war keineswegs selbstverständlich. Ungarn lag außerhalb der Grenzen des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Etliche Reichsstände argumentierten deshalb, daß die Gescheh­nisse in Ungarn das Reich nicht unmittelbar tangierten und sie zu keinerlei Hilfeleistung verpflichtet seien. Andererseits war jedoch zu bedenken: der habsburgische Kaiser war in Personalunion gleichzeitig König von Ungarn. Deshalb waren alle Probleme, denen sich der Chef des Hauses Habsburg gegenübersah, mittelbar auch Probleme, die in irgend­einer Form das Reich als Ganzes und die einzelnen Reichsstände betrafen. Der Gedanke, in Ungarn müsse die abendländische Christenheit gegen ein weiteres Vordringen des Islam verteidigt werden, war außerdem so stark, daß selbst konfessionelle Unterschiede inner­halb des Reiches zurücktraten, wenn es galt, der osmanischen Expansionspolitik Einhalt zu gebieten. Besonders die nächsten Nachbarn der habsburgischen Erblande, wie Bayern, waren äußerst beunruhigt, wenn aus Ungarn Nachrichten von einem neuerlichen Auf­marsch der Osmanen eintrafen, denn Ungarn war die Vormauer der Christenheit. Würde Ungarn ganz unter osmanische Herrschaft geraten und diese eventuell auch auf öster­reichisches Gebiet ausgedehnt werden, dann waren auch die nächsten Nachbarn des „Hauses Österreich" 3 bedroht. So sandte der bayerische Kurfürst Ferdinand Maria (1651­1679) zwischen 1661 und 1664 Hilfstruppen nach Ungarn, um Kaiser Leopold I. bei der Abwehr des osmanischen Vormarsches zu unterstützen/* Dieses Einvernehmen in der Türkenfrage zwischen München und Wien konnte jedoch nur vorübergehend die vorhandenen politischen Differenzen zwischen beiden Regierungen überdecken. Der bayerische Kurfürst, der das Reich aus den Auseinandersetzungen zwischen den Häusern Habsburg und Bourbon heraushalten wollte, opponierte in den folgenden Jahren entschieden gegen die kaiserliche Reichspolitik. Kaiser Leopolds Re­gierung wollte dagegen die Reichsfürsten gegen ein weiteres Vordringen Frankreichs einigen. München befürchtete, das Reich könnte infolge der kaiserlichen Politik in einen Krieg mit Frankreich hineingezogen werden. Der zwanzigjährige Waffenstillstand von Vasvár-Eisenburg (1664) r> gab dem Kaiser die Möglichkeit, sich verstärkt im Westen zu engagieren. Die Gefahr eines Zweifrontenkrieges war zumindest reduziert, solange sich die Osmanen an diesen Waffenstillstand hielten. Die kaiserliche Diplomatie suchte Einigkeit unter den Reichsfürsten herzustellen, wo­gegen die französische Diplomatie diese Einigkeit zu verhindern beabsichtigte. Ludwig XIV. bemühte sich, möglichst viele Reichsstände in einem großangelegten Bündnissystem zu­sammenzufassen, um den Kaiser zu isolieren und ihn am Eingreifen zugunsten der von Frankreich bedrängten Spanischen Niederlande und der Generalstaaten zu hindern. Im Hintergrund stand das Bestreben, eine möglichst günstige Ausgangsposition für den er­warteten Kampf um das spanische Erbe zu gewinnen, falls der derzeitige König Karl IL, von Kind an kränklich, eines Tages ohne Nachkommen stürbe. Kaiser Leopold I. und König Ludwig XIV. sahen sich als rechtmäßige Thronanwärter. 0 Der bayerische Kurfürst Ferdinand Maria wollte sein Land sowohl aus den aktuellen

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