Füzes Miklós: Valami Magyarországon maradt - Etwas blieb daheim in Ungarn. A kitelepített magyarországi németek beilleszkedése Németországban - Eingliederung der vertriebenen Ungarndeutschen in Deutschland (Pécs, 1999)

III. Személyes átélés - Nemzeti hovatartozás

je nach Nationalität nur auf diese Weise möglieh war. Unter den Argumenten wurde auch erwähnt, daß das Rote Kreuz, das seine Tätigkeit inzwischen eingestellt hatte, sowie das Evangelische Hilfswerk nicht ganz Bayern versorgen konnten. Eine Zusammenarbeit mit letzterem war genauso geplant wie in Baden-Württemberg. Als Abteilung des Verbandes in Stuttgart war ab Frühjahr 1946 die Caritas-Flücht­lingshilfe tätig, die verschiedene Dienstleistungen und je nach Nationalität organisierte Abteilungen umfaßte: Abteilung für Sudetendeutsche, Abteilung für vertriebene Reichsdeutsche, Abteilung für Deutsche aus der Slowakei, Abteilung für Deutsche aus Jugoslawien, Abteilung für Szatmárer Deutsche, Abteilung für Deutsche aus Ungarn sowie territoriale Flüchtlingshilfen und je nach Aufgabenbereichen organisierte Abteilungen. Der Leiter der Flüchtlingshilfe war Dr. Arnulf Theiss, in dessen Auftrag Dr. Gerblich als Fachreferent mit eigener Verantwortung tätig war. Dieser stand einem Team vor, das für die Zusammenarbeit der verschiedenen Organisationen sorgte und Kontakte zu anderen Caritas-Verbänden unterhielt. Der ungarischen Abteilung stand Dr. Ludwig Leber vor. Außer ihm arbeiteten sieben Angestellte in der Abteilung mit, die ihre Arbeit unter Mitwirkung der Beauftragten der einzelnen Ortschaften verrichteten. Unter den territorialen Organisationen befanden sich die Flüchtlingshilfe Nordwürttemberg und die Caritas-Flüchtlingshilfe Nordbaden. Letztere hatte einzelne Abteilungen je nach Nationalität. Der wichtigste Aufgabenbereich der ungarischen Abteilung in Stuttgart umfaßte folgendes: Unterbringung in Massenunterkünften, Wohnungsprobleme, besondere Maßnahmen in Flüchtlinssachen, Unterstützung der Jugend, Bestimmung der kon­fessionellen Zusammensetzung, Seelsorge, Organisierung der Flüchtlingsselbsthilfe, Ansiedlungen usw. Die Mitarbeiter nahmen neben der Wohlfahrtstätigkeit - nach einem Brief von Dr. Leber aus dem Jahr 1948 auch diejenigen Aufgaben wahr, für die sie auch früher, zu Hause zuständig gewesen waren. Sie erteilten Informationen und Ratschläge, sprachen bei Ämtern und Behörden vor, unterstützen die Lösung vieler kleiner Probleme usw. Sie führten einen regelrechten Kampf dafür, daß die Menschen zu einer akzeptablen Existenz kamen. Sie betrachteten auch die Bekämpfung des Heimwehs als Aufgabe. Auf die vielfältige Hilfe waren die Vertriebenen wirklich angewiesen, sie standen ja gänzlich hilflos und sich selbst überlassen in ihrer neuen, ihnen ganz fremden Umgebung da. In der unbekannten Situation konnten sie sich nicht zurechtfinden. Die Sprache ihrer Umgebung verstanden sie oft kaum oder gar nicht. Unter diesen Umständen konnten sie ihre Probleme nicht einmal vortragen. In dieser Situation übernahm der Caritasverband eine Vermittlerrolle. Die beim Verband eingetroffenen, in ungarischer Sprache oder in fehlerhaftem Deutsch formulierten Anträge wurden sachgemäß formuliert und an die zuständigen Behörden weitergeleitet, von denen der Verband Informationen über die Entwicklung der Angelegenheiten erhielt.

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