Füzes Miklós: Valami Magyarországon maradt - Etwas blieb daheim in Ungarn. A kitelepített magyarországi németek beilleszkedése Németországban - Eingliederung der vertriebenen Ungarndeutschen in Deutschland (Pécs, 1999)

III. Személyes átélés - Nemzeti hovatartozás

aus der Tragödie ihres Volkes nicht klug geworden seien und ihre Tätigkeit fortset­zen würden. „Wir stehen einer verbrecherichen Organisation gegenüber, die unser Volk in ein nochmaliges Unglück stürzen möchte!" Man war nicht bereit, ge­meinsam mit diesen gegen das Ungarntum aufzutreten. Interessanterweise betrachtete die Treuebewegung auch den Leiter der unga­rischen Abteilung des Caritasverbandes, den Vorsitzenden der „Landsmannschaft", Dr. Ludwig Leber, als Feind. Im offiziellen Mitteilungsblatt der Ungarischen Treue­bewegung akzeptierte man die Beschuldigungen der Ungarischen Freiheitsbe­wegung, die ihn zu Unrecht als Nationalsozialisten behandelte, obwohl er keiner war. Ihm wurde auch vorgeworfen, kein Geld zu Revisionszwecken zur Verfügung gestellt und die ungarische Staatsangehörigkeit verloren zu haben. 1951 wurde sogar erklärt, daß Dr. Ludwig Leber weder moralisch noch politisch das Recht habe, das Ungarndeutschtum, das der Heimat treu sei und dorthin zurückkehren wolle, zu vertreten. Der Leiter der ungarischen Abteilung des Caritasverbandes Württemberg ver­langte selbst noch im März 1950 vom Leiter der Ungarischen Freiheitsbewegung die Auskunft, ob der Direktor der Bewegung die Vollmacht erhalten hätte, in mündlichen und schriftlichen Aufrufen Mitglieder anzuwerben, indem er - sich auf die Bewegung und auf prominente Persönlichkeiten berufend - den Mitgliedern eine sichere Heimkehr verspreche. Nach seiner Behauptung mußten die sich der Bewegung Anschließenden den „mit dem Stempel des Staates" versehenen Ausweis 50 kaufen, der zugleich als Grenzübertrittserlaubnis betrachtet wurde. Auch aus einem Dokument des Caritasverbandes aus dem Jahr 1948 wird die j Sehnsucht nach Heimkehr ersichtlich. Darin meint man, daß ein Großteil der Ungamdeutschen sinnlos und unüberlegt nach Hause „rennen" würde, wenn sich das Gerücht verbreiten sollte, daß die Möglichkeit zur Heimkehr gegeben sei. Die Mitarbeiter des Verbandes waren jedoch der Meinung, daß diese Menschen in einem solchen Fall nach einigen Tagen oder Wochen eine bittere Enttäuchung erleben würden. Man nahm gegen die Nachricht Stellung, daß diejenigen, die sich 1941 zur deutschen Muttersprache und zur ungarischen Nationalität bekannt hatten, heimkehren dürften und je 20 Joch Feld bekämen. Den Erfahrungen nach träfe das auf Deutsche nicht zu, 51 da in Ungarn in erster Linie nur die Slawen als Nationalität betrachtet würden. Während die ungarische Abteilung des Caritasverbandes und die Landsmann­schaft den Mittelweg darstellten, vertrat die Bewegung „Deutsche aus Ungarn" die andere extreme Seite, nämlich den vollständigen Widerstand gegenüber den Orga­nisationen der ungarischen Emigration und beschäftigte sich keinesfalls mit dem Gedanken an eine Heimkehr. Ihre Tätigkeit war vielmehr von der Suche nach Auswanderungsmöglichkeiten gekennzeichnet. Über die oben genannten hinaus gab es auch weitere Organisationen, die die Heimkehr anstrebten, diese hatten jedoch eher lokalen Charakter. So z. B. die

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