Füzes Miklós: Valami Magyarországon maradt - Etwas blieb daheim in Ungarn. A kitelepített magyarországi németek beilleszkedése Németországban - Eingliederung der vertriebenen Ungarndeutschen in Deutschland (Pécs, 1999)

III. Személyes átélés - Nemzeti hovatartozás

Allgemeine Charakteristik der Vertriebenen aus Ungarn Was das Assimilationsbedürfnis anbelangt, befanden sich die Ungarndeutschen in einer besonderen Situation. Nach der umfassenden Beschreibung des Diozösen­42 Caritasverbandes Regensburg waren mehr als 85 % der Ungarndeutschen Landar­beiter, da sie im Gegensatz zu anderen Gruppen den Großteil der Intellektuellen ver­loren hatten. Dieser von Natur aus etwas schwerfällige ungarndeutsche Bauerntyp forderte auch infolge des langjährigen Madjarisierungsprozesses und der kulturellen Unterdrückungspolitik eine andere Umgangsweise als die übrigen Gruppen der Flüchtlinge. Ihr vorhandenes Minderwertigkeitsgefühl wurde durch die mundartlichen Un­terschiede weiter verstärkt. Nach allen Erfahrungen konnten sich die Ungarn­deutschen viel schwieriger orientieren als andere Flüchtlingsgruppen. In ihrer Rat­und Hilflosigkeit wandten sie sich oft an skrupellose Betrüger, die sie mit der Versprechung, ihnen eine Mögichkeit zum Auswandern bzw. zur Heimkehr zu beschaf­fen, nur all zu leicht betrügen konnten, wie dies in Baden-Württemberg in mehreren Fällen geschah. Infolge ihrer besonderen religiösen und seelischen Einstellung vertrauten sie jedoch nur Menschen, die aus ihrer eigenen Umgebung kamen. Weitere Informationen über die Sprachkenntnisse der Vertriebenen aus Ungarn 43 besaß die Hilfsstelle für Donauschwaben in Stuttgart. Die im Zuständigkeitsbereich der Hilfsstelle tätigen Bürgermeister beobachteten, daß ein Teil der Ungarn­deutschen gar nicht oder nur sehr spärlich Deutsch konnte. Deshalb wurden sie als Arbeitsunfähige behandelt. Die Bürgermeister hegten den Verdacht, daß die unga­rische Regierung diese Menschen gerade wegen ihrer Arbeitsunfähigkeit loswerden wollte. Von diesen Ansichten erfuhren natürlich auch die Regierungsorgane. Die Möglichkeit der Rückkehr nach Ungarn Im Herbst 1946 beschloß die amerikanische militärische Besatzungsmacht den Fleimtransport der Staatsbürger der früheren feindlichen Staaten Bulgarien, Rumänien und Ungarn. Die praktische Durchführung des Heimtransports war in Baden-Württemberg Aufgabe des sog. Repatriierungsvertreters (eines Verbindungs­offiziers), der sich unter Aufsicht der Militärbehörden, in Zusammenarbeit mit dem Innenministerium Baden-Württemberg, betätigte. Mit der Wahrung dieser Aufgabe beauftragte die ungarische Regierung Oberleutnant Pál Pokorny-Zsigmond, der sein Büro in Stuttgart-S, Heusteugstr. 43, einrichtete. Die Tätigkeit des Beauftragten er­faßte diejenigen ungarischen Staatsbürger, die Ungarn vor dem 9. Mai 1945 verlas­sen hatten und sich als Kriegsgefangene, Deportierte, Mitglieder von Zwangsorga­nisationen, Kriegsflüchtlinge usw. in Deutschland aufhielten. Alle ungarischen Staats-

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