Füzes Miklós: Valami Magyarországon maradt - Etwas blieb daheim in Ungarn. A kitelepített magyarországi németek beilleszkedése Németországban - Eingliederung der vertriebenen Ungarndeutschen in Deutschland (Pécs, 1999)

III. Személyes átélés - Nemzeti hovatartozás

Personen höchstens 30 Zimmer zur Verfügung stellen. Er meinte, es würden noch einige Zimmer frei, wenn die aus den westlichen Gebieten Evakuierten heimkehrten. In Ermangelung eines Grundstücks konnte auch hier keine Baracke oder sonstige Massenherberge errichtet werden. Man nahm schließlich 39 Personen auf, konnte ihnen aber weder Bettwäsche noch Einrichtungsgegenstände zur Verfügung stellen. In Olnshausen wurden die Flüchtlinge am 22. Januar im Schulgebäude einquartiert, wo sie nicht einmal kochen konnten. Jeden Tag suchten sie den Bürgermeister, einen Bauern, auf, dem es jedoch ein früheres Versprechen verbot, weitere Flüchtlinge in Privatwohnungen unterzubringen. Er betrachtete die Flüchtlingsgruppe, als würde diese den Bolschewismus mit ins Dorf schleppen. Er hätte einen Rücktransport der Flüchtlinge ins Lager befürwortet. Nach den Mitteilungen des Bürgermeisters seien die Flüchtlinge gegenüber der Bevölkerung brutal aufgetreten, da sie keine Wohnungen erhalten hatten. In dieser Angelegenheit führte auch das Arbeitsamt Heilbronn Ermittlungen durch. Nach dessen Bericht lagen zwei Familien mit je 8 Personen seit fünf Monaten in der Schule auf Stroh. Eine andere, 15köpfige Familie bewohnte ein Zimmer und eine Küche, wo es nur ein einziges Bett gab. Die anderen schliefen auf dem Boden. Beim Bürgermeister konnten auch sie nichts erreichen. Zum Widerstand gegenüber den Einwohnern kam es auch in Nordheim, wo am 9. Februar eine aus 60 Personen bestehende ungarndeutsche Flüchtlingsgruppe im Gasthaus Rosensaal untergebracht wurde. Die Einwohner baten sie, bei Erdarbeiten und Rodungen im Wald mitzuhelfen. Die Flüchtlinge entgegneten, daß sie nicht arbeiten könnten, solange sie keine Wohnungen hätten. Sie hatten ja das Versprechen, daß sie Wohnungen erhalten würden. Der Bürgermeister meinte jedoch, daß die Gemeinde bereits von anderen Flüchtlingen voll wäre. Die Einwohner erklärten sich bereit, eine provisorische Herberge zu errichten. Es kam zu keiner Vereinbarung, denn die ungarndeutsche Gruppe verweigerte die Arbeit. Der Bürgermeister bat den Flüchtlingskommissar, einzugreifen. Die Fortsetzung des Falls war eine Untersu­chung durch den Lagerarzt vor Ort. Er stellte fest, daß die 60köpfige Gruppe zum überwiegenden Teil aus alten Menschen und Kindern bestand und in einem Raum untergebracht war, den die Vertriebenen bis dahin als Wohn-, Speise-, Schlaf- und Waschraum benutzt hatten. Sie hatten nicht einmal die Möglichkeit, ihre Koffer auszupacken, ihre Kleider auszuziehen und zu lüften. Vom Bürgermeister hatten sie zwei Kessel erhalten, die sie im Freien aufgestellt und zum Kochen benutzt hatten. Sie hatten dem Arzt bereits in der vorausgehenden Woche mitgeteilt, daß das Sauerkraut und das übrige Gemüse sich im Kessel wegen dessen Zinkgehalts verfärbten. Aus den eingetroffenen Beschwerden zog der Flüchtlingskommissar des Landkreises Heilbronn die Lehre, daß der Landkreis die vorgeschriebenen 20.000 Flüchtlinge unmöglich aufnehmen könne. Er schlug der Landesregierung vor, das verordnete Kontingent auf 12.000 herabzusetzen. Der Strom der Flüchtlinge ver­siegte trotz des Vorschlags nicht. Am 18. März berichtete der Flüchtlingskommissar

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