Füzes Miklós: Valami Magyarországon maradt - Etwas blieb daheim in Ungarn. A kitelepített magyarországi németek beilleszkedése Németországban - Eingliederung der vertriebenen Ungarndeutschen in Deutschland (Pécs, 1999)

III. Személyes átélés - Nemzeti hovatartozás

reibung entspricht der obigen. Sie wurden in die Landkreise Heilbronn und Ludwigsburg versetzt, keiner ist im Landkreis Leonberg geblieben. Am 05. Mai trafen 943 Personen, 235 Männer, 348 Frauen und 360 Kinder, aus Szentjános ein. Ihre Beschreibung ist die übliche. Sie besaßen nur wenig Lebensmittel. 41 Personen dieser Gruppe litten ebenfalls an Krätze. Von ihnen kamen 532 Personen in den Landkreis Esslingen, nach Öhringen 204, nach Crailsheim 215. Vermutlich wurden auch andere Flüchtlinge zu dieser Gruppe eingeteilt. Am 14. Mai trafen 906 Menschen (255 Männer, 360 Frauen und 291 Kinder) aus Mezôberény und Elek in Malmsheim ein. Zu 80 % waren sie Bauern, in gutem Gesundheitszustand. Sie führten viel Gepäck mit sich. Sie wurden in die Landkreise Esslingen und Ludwigsburg weitergeschickt. Jene Personen, die aufgrund der Transportliste wahrscheinlich aus Elek kamen, mußten ins Lager Bietigheim. Die amerikanischen Militärbehörden, so auch die amerikanische Oberkom­mandantur in Ungarn, wurden darauf aufmerksam, daß die Zugführer es nicht zuließen, die Waggons mit den auch von der ungarischen Regierung vorgeschriebe­nen Lebensmitteln und Kochherden auszurüsten. Als „mangelhaft ausgerüstet" bezeichnete man die Züge Nr. HO409 (Zielbahnhof: Ulm), Nr. HO506 (Leonberg), Nr. HO606 (Gerlachsheim) und Nr. HO610 (Backnang). Die Flüchtlingskommissare wurden angewiesen, auf ähnliche Fälle zu achten, d. h. solche Züge nicht zu über­nehmen, weil dies gegen die Vereinbarung verstoße und die deutschen Zivil- sowie 38 die amerikanischen Militärbehörden in falschem Licht erscheinen lasse. Die Möglichkeiten und die Praxis der Unterbringung in Dörfern bestätigten die Vorstellungen der Regierung nicht. Die Bürgermeister kannten die Anzahl der je Ortschaft aufzunehmenden Ostflüchtlinge und richteten eine ganze Reihe von Protestbriefen an die Bezirksverwaltungsämter. In dem von mir untersuchten Landkreis Heilbronn hielt der Bürgermeister von Bochsen eine Aufnahme der vorgeschriebenen 140 Ostflüchtlinge bereits am 31. Ja­nuar 1946 für unmöglich. Nach seiner Begründung war das Dorf im Krieg zu 50 % zerstört worden, davon 45 % Wohnhäuser. Nur mit größten Schwierigkeiten konnte man die obdachlos gewordenen Einheimischen, die aus anderen Gegenden Eva­kuierten und die Flüchtlinge, insgesamt an die 120 Personen, unterbringen. Diese sprachen jeden Tag im Bürgermeisteramt vor, um bessere Unterkünfte zu erhalten. Der Bürgermeister fand, daß eine Durchführung der Verordnung über die Unterbringung der Ostflüchtlinge gänzlich unmöglich sei. Der Bürgermeister von Flein hatte schon 150200 Flüchtlinge untergebracht. Neben diesen verschaffte er sogar den Evakuierten aus Heilbronn und anderen Siedlungen Platz. Er berichtete am 3. Februar, daß die sonst 2.000 Einwohner zäh­lende Ortschaft, in der bereits unmenschliche Zustände herrschten, die nun vor­geschriebenen 400 Ostflüchtlinge nicht mehr aufnehmen könne. Etwa 100 Menschen

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