Erzherzog Ludwig Salvator – Ein Leben für die Wissenschaft 1847-1915

LEBENSDATEN - LUDWIG SALVATORS WISSENSCHAFTLICHER WEG UND PERSÖNLICHKEIT

Pflanzenwelt eingehend studierte.17 In Ludwig Salvators Studienzeit fällt auch sei­ne erste Reise auf die Balearischen Inseln im Jahre 1867. Eine Reise, die ursprünglich nicht geplant war, da Ludwig sich eigentlich gemein­sam mit Eugenio Sforza für einige Zeit nach Dalmatien begeben wollte. Er trug sich näm­lich mit der Absicht, diesen Landstrich, den er 1864 erstmals kennengelernt hatte und mit dem er sich seither intensiv beschäftigte, ei­ner umfangreichen Beschreibung zu unterzie­hen. Die damals in Dalmatien heftig auftreten­de Cholera aber machte diese Pläne zu­nichte und die Balearen wurden zum Ersatzziel erklärt. Sforza hielt Balearen die Entscheidung in doppelter Hinsicht für vernünftig, hoffte er doch, Ludwig würde auf den Balearen im vergnüglichen Sammeln von „cose di Storia Naturale“ Kraft für den nächsten Winter schöpfen und jene Ruhe und Erholung finden, die ihm in Dalmatien, seiner „ aviditä di completare meglio possibile il suo lungo lavoro sopra quell’interessante paese“ we­gen weder in physischer noch psychischer Hinsicht beschieden gewesen wäre.18 Daß sich Sforzas Hoffnungen auf einen geruhsamen Sommerauf­enthalt durchaus nicht erfüllten, geht höchst augenscheinlich aus Lud­wigs 1869 erschienenem Büchlein Beitrag zur Kenntnis der Coleopteren- Fauna der Balearen hervor. Stellt es doch das erste Resultat des Balea- ren-Besuches von 1867 und der dort begonnenen Forschungen dar, die Ludwigs eigenen Ausführungen zufolge hauptsächlich in topographisch­statistischen Erhebungen bestanden. Dennoch widmete er sich zusätz­lich über „viele Stunden“ seinem „Lieblingsstudium, den Naturwissenschaf­ten“, und hatte so durch „eifriges Sammeln eine nicht unbeträchtliche An­zahl von Naturprodukten“ zusammengebracht. Die folgende Bemerkung im Vorwort zur Coleopteren-Fauna: „Die Nothwendigkeit bei der topographischen Schilderung jener Inseln auch etwas tiefer in die Fauna und Flora der­selben eingehen zu müssen, führte es mit sich, dass ich für die Ordnung und Bestimmung des gesammelten Materials sorgen musste.“, drückt bereits damals das wissenschaftliche Bestre­ben, das Ludwigs gesamtes Werk bestimmen sollte, deutlich aus. Zeichnung Schaufuss 31

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