Österreichische und europäische Geschichte in Dokumenten des HHStA

Hauptraum (Nr. 1–344)

47 er in friedlicher Absicht mit einem Heer im Reich gelandet sei. Orig., Papier, Unterschrift-Zeilen eigenhändig: Kriegsakten Kart. 89 fol. 98—101. — Gustav Adolf beteuert in diesem propagandistischen Schreiben „nullum nos contra imperium Romanorum in animo fovere hostilitatem, quo cardinem rei trahere et torquere velle Serenitas vestra videtur“ (keine Feindseligkeit gegen das römische Reich zu hegen, von welcher Seite aus es auch der Kaiser ansehen möge). Mit diesem dem Restitutionsedikt folgenden Angriff des „Löwen aus Mitternacht“ wurde der Große Krieg um fast zwei Jahr­zehnte verlängert. 132. (1634 Februar 28—März 1, Eger). Bericht Oberst Gordons, Stadtkommandanten von Eger, über die Er­eignisse vom 24. bis 28. Februar 1634 und die Er­mordung Wallensteins am 25. Februar, mit von General Piccolomini veranlaßten Korrekturen. Konzept, Papier, 2 Folien: Kriegsakten Fasz. 107. — Be­richt und Korrekturen sind nach den Forschungen Srbiks nicht eigenhändig, da sowohl Gordon als auch Piccolomini die deutsche Sprache nur unvollkommen beherrschten. Der Bericht wurde von Piccolomini persönlich nach Wien ge­bracht. — Gordon hat die Offiziere Wallensteins am Abend des 25. Februar auf die Burg von Eger geladen und griff dann auch selbst die Gäste an. An der Ermordung des über­mächtig gewordenen Feldherrn, der erwiesenermaßen bereits Politik auf eigene Faust betrieb, war Gordon jedoch nicht un­mittelbar beteiligt. 133. 1634, Wien. „Außfuehrlicher und Gruendtlicher Be­richt der vorgewesten Fridtlaendischen und seiner Adhaerenten abschewlichen Prodition.“ Druck, Papier, 67 Seiten: Flugschriften Nr. 320. — Die mit dem kaiserlichen Wappen versehene ausführliche Flugschrift wurde im Oktober 1634 in großer Zahl versendet und ist die offizielle kaiserliche Anklage- und Rechtfertigungs­schrift, die vor allem für die wallensteinfreundlichen pro­testantischen Kreise Deutschlands bestimmt war.

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