Walter A. Schwarz: „Vergänglicher Glanz…“, Altösterreichs Orden

KATALOGTEIL - 1. Der Orden vom Goldenen Vlies

Er wird unter der Matrikel-Nr. 321, mit der Investitur am 1. Dezember 1612 ge­führt. Falls das Datum der Ernennung zum Vliesritter nicht bekannt ist, wird in der „Liste Nominale“ der Tag der Investitur als Aufnahme in den Orden angegeben. Ab fol. 42 Verzeichnis jener Tage, an denen die Ritter das große Halsband des Ordens tragen sollen. Aufgeschlagen ist Fol. 43/44 mit den Festtagen in den Mona­ten Oktober bis Dezember und dem Beginn der beweglichen Kirchenfeste, mit Auf­zählung der Feiertage, an denen die Ordensinsignien öffentlich getragen werden sollen. (ES) 1.17 Einzug König Philipp II. von Spanien als Souverän des Ordens in Antwerpen am 18. Jänner 1556. Papierhandschrift mit zahlreichen Abbildungen von Jacques Le Boucq, Hennegau, 59 Folien Ledereinband mit Goldprägung. [AOGV Codex 24], Jacques le Boucq, einer der bedeutendsten Künstler des Hennegau aus der Spät­zeit der Tradition der flämischen Buchmalerei im 16. Jahrhundert, hat diese Hand­schrift verfasst und illuminiert. Die Illustrationen sind in Tinte, Aquarell- und Deckfarbenmalerei ausgeführt. Er übernahm sowohl für den Orden als auch für einzelne Mitglieder andere heraldische oder genealogische Aufträge. Das Thema des vorliegenden Bandes ist der feierliche Empfang König Philipps II. von Spanien in Antwerpen im Jänner 1556. Da diese Reise sowohl den Antritt seiner selbständigen Regierung nach der Resignation Karls V., als auch die Über­nahme der Funktion des Ordenssouveräns bedeutete, wurde sowohl durch die Stadt Antwerpen als auch durch den Orden vom Goldenen Vlies alles aufgeboten, um dem hohen Ruf der prunkvollen burgundischen Festkultur gerecht zu werden. Die Texte und Darstellungen von Le Boucq geben zunächst die von der Stadt zu Ehren Philipps errichteten Triumphtore und Schaugerüste wieder, zum andern zeigt er den großartigen Umzug der Vliesritter vor dem drei Tage dauernden Ordensfest vom 21. bis 24. Jänner. Entsprechend der Länge dieses Zuges erstreckt sich dessen Wiedergabe auf acht Doppelseiten des Bandes, die am oberen Rand mit den Wap­pen der mit dem Haus Österreich verbundenen Länder begrenzt sind. Der Triumph­zug gipfelt in der bildlichen Darstellung des neuen Ordenschefs, König Philipp II. (1529-1598) von Spanien, der in voller Ordenstracht zu Pferd inmitten seiner Leib­garde einher zieht. (ES) 1.18 Wappenbuch „Insignia equitum aurei velleris“ Wappenbuch des Ordensgründers und aller Ordensritter seit der Gründung bis 1613. Flandern; Papierhandschrift in zwei Bänden, 221 Folien + ca. 200 Folien. [AOGV Codex 25/1, 2], Band 1 weist vier Vorsatzblätter auf: Philipp der Gute (oder einfacher Ordensrit­ter) in Kartusche, in deren Rahmen das Monogramm HE und die Jahreszahl 1619 erscheinen, eine leere Kartusche, dann das Vlies Gedeons in einer Kartusche, sowie 42

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