Walter A. Schwarz: „Vergänglicher Glanz…“, Altösterreichs Orden

KATALOGTEIL - 1. Der Orden vom Goldenen Vlies

einen Wappenlöwen mit Feuereisen und -stein in Kartusche. Darauf folgen die Wappen aller Ritter von 1431 bis Nr. 221 (erster Teil der Ernennungen von Ant­werpen 1556). Die Namensform der Ritter wird in lateinischer Sprache angeführt, die zugehörigen Matrikelnummern wurden später mit Bleistift am oberen Rand nachgetragen. Aufgeschlagen ist die Darstellung des alttestamentlichen Richters Gedeon, der mit Hilfe eines Vlieses den an ihn ergangenen göttlichen Auftrag auf seine Echtheit hin erproben wollte: wenn der Tau nur auf das Vlies und nicht auf den umgebenden Boden fällt, sieht er den Auftrag für erwiesen an. In der Auslegung Fillastres ist Gedeon damit zum Vorbild für Klugheit geworden. Band 2 - Aufbau wie Band 1, beginnend mit Nr. 222 (zweiter Teil der Ernennun­gen von Antwerpen 1556). Die Matrikel-Nummern wurden nicht eingetragen, der Band wurde nur bis etwa zu Hälfte beschrieben, die Wappenzeichnungen enden um 1619, die eingetragenen Namen um 1621. Bei einigen der Namen stehen Korrektu­ren mit Tinte in flüchtiger Schrift. Die Reihenfolge der Eintragungen ist seit etwa 1584 völlig durcheinander geraten, weswegen die Arbeit daran vermutlich auch nicht weitergeführt wurde. Aufgeschlagen: Das Wappen von Sigismund Báthory, Fürst von Siebenbürgen und Herzog von Schlesien (1572-1613). Er wurde schon sehr jung zum Woiwoden von Siebenbürgen gewählt und kam somit in die wirren Zeiten des langen Türken­krieges, unter dem Siebenbürgen besonders zu leiden hatte. 1595 schloss er sich der christlichen Koalition um Kaiser Rudolf II. an und wurde zur Sicherung seiner Ge- folgstreue mit der Erzherzogin Maria Christierna (1574-1621) vermählt. Er konnte auch zunächst noch gegen die Türken einige Siege erringen, weswegen er vermut­lich mit dem Goldenen Vlies ausgezeichnet wurde. Seine Ernennung erfolgte 1596 gemeinsam mit den Erzherzogen Matthias und Ferdinand (Matrikel-Nr. 280). Seine Parteinahme wechselte jedoch ständig zwischen einer Pro- und einer Anti- Habsburgischen Haltung. Auch die Ehe verlief äußerst unglücklich, so dass die Erzherzogin 1599 wieder nach Hause zurückkehrte. Wegen allgemeiner politischer Schwierigkeiten dankte Báthory 1597 ab und zog sich auf seine schlesischen Güter zurück. Später kam er noch zweimal nach Sieben­bürgen zurück, konnte aber trotz oder wegen seines mehrmaligen Wechsels der Parteinahme nicht mehr Fuß fassen. Sein Wappen zeigt im roten Schild drei links gestellte weiße Wolfs- (Drachen-) zähne; den Schild umschließt ein grüner Drache, der seinen Schwanz im Maul hält; der Schild wird vom Fürstenhut bekrönt und von der Collane des Goldenen Vlieses umfangen. (ES) 43

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