Walter A. Schwarz: „Vergänglicher Glanz…“, Altösterreichs Orden

KATALOGTEIL - 1. Der Orden vom Goldenen Vlies

gliederliste ohne Porträts und Wappen handschriftlich oder gedruckt veröffentlicht. Die vollständige Liste beginnt mit den ersten Ernennungen 1431 und nennt alle Ritter in der Reihenfolge ihrer Ernennung, versehen mit einer durchlaufenden Zäh­lung, der sogenannten Matrikel-Nummer. Maximilan wird in ganzer Figur in Ordenskleidung vor einem dunklen neutralen Hintergrund stehend gezeigt. Unter ihm wurden die ersten Ritter in den Vliesorden aufgenommen, die nicht burgundischen Gebieten entstammten, nämlich 1478 Bar­tholomäus von Liechtenstein (in den ältesten Listen als Brevestein wiedergegeben, aber jedenfalls zum „österreichischen“ Hofstaat gehörig) und 1481 Martin von Polheim (1458-1512), die zu seiner engsten Umgebung gehörten. Maximilian bekleidete die Würde eines Ordenssouveräns nur bis 1484, dann übernahm sein Sohn Philipp der Schöne diese Funktion. (ES) 1.15 Statutenbuch in französischer Sprache aus dem Besitz des Pfalzgrafen Friedrich II. von Bayern; ca. 1520. Pergamenthandschrift, 57 Fol., Ledereinband. [AOGV Codex 11]. Pergamenthandschrift der Statuten und der Ordonnancen (Bestimmungen für die Or­densoffiziere) aus dem 16. Jahrhundert; Nachtrag der späteren Statutenänderungen und Ergänzungen auf drei Pergament- und sieben eingeklebten Papierblättem im 17. Jahr­hundert. Fol. 1: Wappen von Pfalz-Bayern in starken Deckfarben mit Goldauflage. Auf fol. 2 der Beginn des Textes mit der Inhaltsangabe der Statuten. Ab fol. 11 der eigentliche Text. Durchgehend mit zahlreichen Initialen in Gold auf verschieden-farbig unterlegten Grund verziert. Auf den späteren Blättern handschriftliche Randbemerkungen von ande­rer Hand. Friedrich wurde bei Karls V. erstem Ordenskapitel vom 6. November 1516 in Brüssel zum Vliesritter (Matrikel-Nr. 127) ernannt, was vor allen Dingen politi­schen Überlegungen zu danken war, um ihn mit dieser Auszeichnung an die habs­burgische Partei zu binden. Zur Person vgl. auch Kat. Nr. 9. (ES) 1.16 Statutenbuch in deutscher Sprache aus dem Besitz des Grafen Paul Sixt von Trautson; 1613. Pergamenthandschrift, 48 Folien; Kartoneinband mit Pergament überzogen. [AOGV Codex 23], Titelblatt mit Wappen Trautson in verziertem Rahmen, Kartusche mit Inschrift; oben: „1613 In nomine Domini“, unten: „Paulus Sixt Trauthson gewidmet“. Die Schrift ist durchgehend mit schwarzer Tusceh ausgeführt, Majuskel teilweise mit Goldrand. Paul Sixt von Trautson (um 1550-1621) kam durch seinen Vater schon sehr jung an den Kaiserhof und gehörte lange Zeit zu den engsten Räten um Rudolf II. bis er 1600 plötzlich in Ungnade entlassen wurde. Seit 1608 ist er im Dienst von dessen Bruder Erzherzog Matthias in verschiedenen Funktionen tätig. Bald nach der Kai­serkrönung Matthias’ wurde Trautson durch die Ernennung zum Vliesritter von diesem besonders geehrt. 41

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