Walter A. Schwarz: „Vergänglicher Glanz…“, Altösterreichs Orden

Einführung in die Geschichte der Orden und Ehrenzeichen - 4. Der österreichisch-kaiserliche Leopold-Orden

und Belohnung der um den Staat und das Erzhaus erworbenen Verdienste. In den Orden konnte jedermann ohne Unterschied des Standes, sowohl für Zivil- als auch für Militärverdienste, aufgenommen werden. Die Ordensdekoration ist ein rot emailliertes goldenes Kreuz mit weißer Einfas­sung. Der runde rote Mittelschild enthält die verschlungenen Goldbuchstaben F. J. A. (Franciscus Imperator Austriae) und die Umschrift in Gold auf Weiß: „Integrita­te et Merito“ (Durch Unbescholtenheit und Verdienst). Der rückseitige Mittelschild ist weiß emailliert und zeigt innerhalb eines goldenen Lorbeerkranzes den Wahl­spruch Kaiser Leopolds: „Opus regum corda subditorum“ (Die Macht der Regenten sind die Herzen der Untertanen). Das Kreuz hängt an einer goldenen österreichi­schen Kaiserkrone, von welcher zwei goldene Bänder abflattern. Das Band ist weiß­rot-weiß. Der Stern zum Großkreuz hat einen Durchmesser von 90 mm und trägt auf seiner Mitte das Ordenskreuz. Die Schärpe des Großkreuzes ist 102 mm breit, rot, mit weißen Randstreifen. Die frühen Großkreuzkleinode von 1808 bis 1812 trugen zwischen den Kreuzarmen goldene Eichenlaubblätter.33 Der Stern zur 1. Klasse hat einen Durchmesser von 75 mm. Bei den Sternen fielen die goldenen Eichenlaub­blätter erst 1817 weg. Die Schärpe der 1. Klasse hat eine Breite von 90 mm und ist rot mit je einem von der Bandkante deutlich abgesetzten weißen Randstreifen. Wird der Orden für Kriegsverdienst verliehen, haben die Ordenszeichen unterhalb der Krone zwei grün emaillierte Lorbeerzweige aufzuweisen. Die Sterne führen dann einen unter den Strahlen durchgezogenen grün geschoppten Lorbeerkranz. Auch für diesen Orden wurde 1860 die „Kriegsdekoration“ eingeführt. Großkreuze und Be­sitzer der 1. Klasse, welche Angehörige der österreichisch-ungarischen Wehrmacht waren, hatten, so sie nicht en parade oder in Gala erschienen, weder den Stern noch die Schärpe mit dem Kleinod, sondern auf der linken Brustseite das Ritterkreuz am zum Dreieck gefalteten Band mit dem Dessin der Großkreuz- bzw. Schärpe der 1. Klasse mit der entsprechenden Miniatur anzulegen. 1908 wurde für das Groß­kreuz und die 1. Klasse, 1917 auch für das Kommandeurskreuz die „Kleine Dekora­tion“ eingeführt. Ende 1916 wurden von Kaiser Karl I. die Schwerter gestiftet, mit denen nun auch die Stufen des Leopold-Ordens ergänzt werden konnten. Mit Ent­schließung vom 17. Februar 1918 wurde verordnet, dass das Kommandeurs- und das Ritterkreuz auch zweimal an dieselbe Person verliehen werden konnte. Zum Frack wurden die Miniaturen am Ordenskettchen im Knopfloch getragen. Als Or­densfesttag wurde der erste Sonntag nach dem Dreikönigstage festgelegt. Auch der Leopold-Orden verfügte über ein eigenes Ordenskostüm. Rock, Kniehose und Schuhe bestanden aus rotem, geschnittenem Samt, die Strümpfe aus roter Seide. Der Rock war mit weißem Taft gefüttert und an den Rändern mit goldenen Eichen­zweigen bestickt. Der darüber zu tragende Radmantel war aus weißem Seidenrips mit Hermelinimitation und mit goldenen Eichenblättem und ebenso goldenen Ru­33 Vgl. Schwarz, Walter A.: Ein Großkreuz des österreichisch-kaiserlichen Leopold-Ordens aus dem Besitz des Erzherzogs Heinrich (1828-1891). In: Zeitschrift der ÖGO Nr. 53, Februar 2004, S. 1 f und Abb. 1-6. 25

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