Walter A. Schwarz: „Vergänglicher Glanz…“, Altösterreichs Orden
Einführung in die Geschichte der Orden und Ehrenzeichen - 5. Der österreichisch-kaiserliche Orden der Eisernen Krone
dolfskronen bestickt. Der Besitzer des Großkreuzes trug auf dem Kragen des Mantels eine Imitation des Ordenssternes (Crachard). Dazu wurde eine goldene Ordenskette, die Kollane, bestehend aus 16 goldenen, verschlungenen Buchstabenpaaren F und L (Franciscus und Leopoldus) mit darüber befindlicher österreichischer Kaiserkrone und dazwischen angeordneten 16 Eichenkränzen, getragen. Die Kollanen und die verliehenen Ordenszeichen mussten nach dem Tod des Beliehenen zurückgestellt werden, doch konnten sich die Ritter auf eigene Kosten Ordenszeichen anfertigen lassen. Der den Großkreuzen früher statutengemäß zukommende Anspruch auf die Würde eines wirklichen Geheimen Rates und der Kommandeure und Ritter auf die taxfreie Erhebung in den Freiherrn-, bzw. Ritterstand wurde am 18. Juli 1884 aufgehoben.34 5. Der österreichisch-kaiserliche Orden der eisernen Krone Kaiser Napoleon I. stiftete zur Erinnerung an seine Krönung zu Mailand am 5. Juni 1805 den Orden der eisernen Krone. Mit Auflösung des Königreiches Italien erlosch 1814 dieser Orden. Als Kaiser Franz I. in den Besitz seiner italienischen Staaten trat, rief er am 1. Jänner 1816 den Orden unter dem Namen „Österreichischer Orden der eisernen Krone“ wieder ins Leben. Großmeister war der jeweilige Kaiser von Österreich. Der Orden bestand aus Rittern 1., 2. und 3. Klasse. Zur Aufnahme in den Orden war jedermann ohne Unterschied des Standes, gleich ob dem Zivil- oder Militärstande angehörend, geeignet, der besondere Beweise von Anhänglichkeit an den Landesfürsten oder den Staat, erfolgreiche Bemühungen um das Wohl der Monarchie sowie große gemeinnützige Verdienste aufzuweisen hatte. Die Ordensdekoration besteht aus einer goldenen mit Edelsteinen verzierten Nachbildung der lombardischen Königskrone mit innen liegendem Eisenreif, dem österreichischen Doppeladler mit Szepter, Schwert und Reichsapfel und der über ihm schwebenden Kaiserkrone mit abfliegenden Pendilien. Der blau emaillierte Herzschild im Adler zeigt vorne „F.“ (Franz), rückwärts die Jahreszahl 1815. Der Ordensstern des Ritters 1. Klasse trägt die „eiserne Krone“ und den auf blauem Feld in goldenen Buchstaben umlaufenden Ordenswahlspruch: „Avita et aucta“ (Altherkömmlich und erweitert). Das Ordensband ist goldgelb mit blauen Randstreifen. Die Ritter der 1. Klasse tragen eine 102 mm breite Schärpe mit anhängendem Ordenskleinod von der rechten Schulter zur linken Hüfte. Der dazugehörende achtstrahlige brillantierte Stern mit aufliegender eiserner Krone wird an der linken Brustseite angesteckt. Zu Ordensfeierlichkeiten, etwa dem Ordensfesttag an jedem ersten Sonntag nach dem 7. April, dem Gründungstag des Lombardo- Venetianischen Königreiches, trugen die Ritter 1. Klasse um den Hals die goldene Ordenskette, die Kollane. Die Glieder der Kette bestehen aus zwölf ovalen goldeVgl. Schmidt, Günter Erik: Der österreichisch-kaiserliche Leopolds-Orden. In: Stolzer/Steeb: Orden, S. 135-145. 26