Walter A. Schwarz: „Vergänglicher Glanz…“, Altösterreichs Orden

Einführung in die Geschichte der Orden und Ehrenzeichen - 4. Der österreichisch-kaiserliche Leopold-Orden

Orden wurde die am 12. Jänner 1860 geschaffene „Kriegsdekoration“ und die Schwerter nie eingeführt. Es existieren jedoch Fotos, die Feldmarschall Erzherzog Joseph (*1872, 11962) nach Kriegsende mit dem Großkreuzstern des Stephan- Ordens mit Kriegsdekoration und Schwertern zeigen. Bis dato ist nicht eindeutig geklärt, ob FM EH Joseph diese Erhöhungen des Großkreuzes zu Recht getragen hat.32 Das Ordenszeichen selbst besteht aus einem beiderseits grün emaillierten golde­nen Kreuz in der Form des Theresien-Kreuzes, dessen Vorderteil in der Mitte ein runder, rot emaillierter Schild deckt, in dem sich ein gold gekrönter grüner Dreiberg erhebt, auf dem ein weißes Doppelkreuz steht (hindeutend auf den von der Stifterin erneuerten „Apostolischen“ Titel); beiderseits des Kreuzes stehen die Goldbuchsta­ben M. bzw. T. Um den Mittelschild zeigt ein weißer Ring den goldenen Ordens­wahlspruch: „Publicum meritorum praemium“ (Öffentliche Belohnung für Ver­dienste). Der rückseitige Mittelschild trägt die Inschrift: „STO. ST. RI. AP.“ (San­cto Stephano Regi Apostolico). Das Ordenskreuz wird von der goldenen Ste­phanskrone überhöht. Das Band des Ordens ist grün-rot-grün. Die Schärpe der Großkreuze ist ca. 100 mm breit. Die goldene Kollane, die von den Großkreuzen nur zum Ordensfest angelegt wurde, besteht aus 25 ungarischen Kronen, dreizehn Doppelbuchstaben SS („Sanctus Stephanus“) und 12 Monogrammen MT (Maria Theresia). In der Mitte ist ein goldener, ausgebogener und verzierter Ring, in des­sen oberer Hälfte ein goldenes hufeisenförmiges Band mit abfliegenden Enden mit der Inschrift „Stringit amore“ (Er bindet durch Liebe) und einem schwebenden goldenen Adler als Sinnbild des Erzhauses angeordnet ist, befestigt. Als Ordensfest wurde der 20. August festgesetzt. Nach den Statuten erlangten früher die Großkreuze dieses Ordens zugleich die Würde eines wirklichen, die Kommandeure den Titel eines geheimen Rates, die Kleinkreuze aber den Anspruch auf die taxfreie Erhebung in den Freiherrn-, unter Umständen selbst in den Grafenstand. Dieses Vorrecht wurde mit dem Allerhöchs­ten Handschreiben vom 18. Juli 1884 aufgehoben. 4. Der österreichisch-kaiserliche Leopold-Orden Dieser Orden wurde von Kaiser Franz I. am 11. Juli 1808 zu Ehren seines Vaters, Kaiser Leopold II., gestiftet. Er gliederte sich ursprünglich in Großkreuze, Kom­mandeure und Ritter. 1901 wurde zwischen das Großkreuz und den Kommandeur die „Erste Klasse“ eingeschoben. Der jeweilige Kaiser von Österreich war Groß­meister des Ordens. Der Hauptzweck des Ordens war die öffentliche Anerkennung 32 Vgl. P a n d u 1 a, Attila: Das Großkreuz des St. Stephan-Ordens mit Kriegsdekoration und Schwer­tern, ln: Zeitschrift der ÖGO Nr. 15, August 1994, S. 17-22 und Schwarz, Walter A.: Der Stern des Erzherzogs Joseph zum Großkreuz des königlich ungarischen St. Stephan-Ordens mit der Kriegsdekoration und den Schwertern - Eine Recherche. In: Zeitschrift der ÖGO Nr. 15, August 1994, S. 22-29 und Abb. 5-12. 24

Next

/
Oldalképek
Tartalom