Szilágyi András (szerk.): Ars Decorativa 16. (Budapest, 1997)

PRÉKOPA Ágnes: Motívumok trivializációja az alkalmazott művészetekben. A biedermeier oszlopos óra

schals, die vom Architrav herunterhängen, betont wird, stehen zweidimensionale Mö­belbeschlagfiguren. Die Verwendung von Möbelbeschlägen gehört zu den traditionel­len Elementen der für die Biedermeieruhren charakteristischen Gattungsmerkmale. Zu den beliebtesten Darstellungen gehört Venus mit dem Amorknaben, aber in spiegel­symmetrischen Kompositionen kommt auch die Anordnung verschiedener Frauengestal­ten in antiken Gewändern und bewaffneter Krieger vor. (Die nebeneinander piazierten Figuren stellen oft keine Szene mit erschließ­barer Bedeutung, sondern nur eine dekorati­ve Gruppe dar.) Eines der Motive, die sich aus der grand art ableiten lassen, ist Canovas Theseus auf der Uhr des Prager Museums für Kunstgewerbe. 13 Eine besonders beliebte zwei­dimensionale Statuengruppe ist die Darstel­lung der Psyche, wie sie Amor bekränzt. Die Komposition der Szene läßt sich eindeutig von der von Claude Michallon (1751-1799) entworfenen Kleinplastik ableiten, die auf zahlreichen Uhrgehäusen erhalten ist. 14 Die Variante als Möbelbeschlag dagegen kommt auch oft als Verzierung von Schreibschrän­ken vor, ja in weiteren Übertragungen sogar als Intarsienarbeit an einem vermutlich in Regensburg gefertigten Schreibschrank. 15 SPITZENVERZIERUNG Der Adler mit ausgebreiteten Flügeln ist ein Motiv, der bekanntlich zu den Symbolen der Kraft und der Mach gehört, hat aber längst keine Verbindung mehr zu den literarischen Motiven. So ist es richtiger, ihn eher als Orna­ment zu betrachten, das ganz vage Spuren der Symbolik auf weist. In seltenen Fällen kann sich seine Bedeutung konkretisieren, so zum Beispiel bei einigen im Habsburgerreich - aber nicht unbedingt in dessen zentral gelegenen Gebieten - gefertigten uhren, wo er als Dop­peladler mit Krone erscheint. 16 „PHILOSOPHENBÜSTE" Die als Spitzenverzierung verwendete bärtige Männerbüste soll einen nicht näher zu bestimmenden antiken Autor darstellen. Die allein stehende Büste verweist auch in ihrer Allgemeinheit und Unidentifizierbar­keit zusammenfassend auf die klassische Bil­dung und alle diejenigen Autoren, die mit ihren Büchern das Wissen für das gebildete und das weniger gebildete Publikum der zeit repräsentieren. Im Zusammenhang mit dem Ursprung des Büstenmotivs muß erneut auf die Schreibschränke verwiesen werden, wei­terhin auf die aus wenigen konkreten Dar­stellungen bestehenden, mit den wenigen Figuren aber ebenfalls die universelle Bil­dung zusammenfassend (in der Art einer Sy­nekdoche) verkörpernden Porträtbüsten in den Einrichtungen der Bibliothekszimmer. Diese treten in reduzierter Form bei den grö­ßeren und monumentaleren Bücherschrän­ken aus dem ersten Drittel des 19. Jahrhun­derts erneut auf. 17 Um die vielfältigen Ver­flechtungen der Motive zu illustrieren, ist hier anzumerken, daß zu den größeren Bib­liotheksschränken, ja vereinzelt sogar zu den Schreibschränken auch eine „eingebaute" Uhr gehören kann. Die entgegengesetzte Ver­bindung von Bibliotheksmöbeln und Uhren stellt sich in dem auf dem Uhrgehäuse abge­bildeten Bibliothekszimmer dar. Bei dieser besonderen Art der Studiumuhren, wo im Bibliothekszimmer eine einzige Büste (ver­mutlich die Homers) stellvertretend für sämt­liche Autoren steht. 18 Eine interessante und frappierende Verän­derung in der Entwicklung des Motivs be­steht darin, daß die Büste an einem Objekt des Historischen Museums des Slowaki­schen Nationalmuseums zu einer ganzen Fi­gur ergänzt wird: Die Spitzenverzierung ist eine bärtige Figur in „antikem Gewand", die liegend ein Buch liest. 19 (Abb. 3). Eine eigen­artige und „individuelle" Lösung ist die Pla­zierung der liegenden Figur auf dem gewölb­ten Tympanon, das den Bogen des Zifferblat­tes nachzeichnet, denn der Betrachter muß befürchten, daß die Figur früher oder später herunterrutscht. Andere Erweiterungen des Uhrgehäuses sind zwei symmetrisch als Sei­tenornamente angebrachte Männerbüsten mit Toga und Lorbeerkranz(?), die entfernt an die

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