Imre Jakabffy (szerk.): Ars Decorativa 2. (Budapest, 1974)
WEINER, Piroska: Ungarische Exlibris in der Kleingraphiksammlung von Rezső Soó
regung auch zur Ausgabe der originellen Kleingraphik- und Exlibris-Mappen. Die Zunft hat ihre Tätigkeit 1923 aufgegeben. Die Entwicklung des Exlibris-Sammeln wurde von dem ersten Weltkrieg abgebrochen, doch danach konnte man einen noch grösseren Aufschwung beobachten. Am Lehrstuhl an der Graphik der Ungarischen Hochschule für bildende Künste erzogen erst Viktor Olgyay, später von 1931 Nándor Lajos Varga eine ausgezeichnet vielseitig gebildete Graphikergarde. Hinwirkend waren auch in der heimischen Kleingraphik einige Druckereien, undzwar: die Königlich-Ungarische Universitäts-Druckerei, in Gyoma die Kner'sche und in Békéscsaba die Tevan'sche Druckereien. Zugleicher Zeit verstärkte sich das unterstützende Interesse des Staates für die Kunst der Kleingraphik. Es vermehrten sich die offiziellen Wettbewerbe, Beauftragungen, ausländischen Stipendien, Teilnahme an Ausstellungen im Ausland, und so brachten diese immer mehr und mehr internationale Erfolge. Man rechnet den erfolgreichen Aufschwung der ungarischen Radierungskunst von der in Zürich 1924 stattgefundenen internationalen Ausstellung. Einen weiteren Elan gab im 1938 ausgeschriebener Wettbewerb der Hauptstadt für Budapester Vedutendetails in Radierung, und dann im Jahre 1940 in Holzschnitt. Ausser der hauptstädtischen Künstler waren einige aus Sopron (Ödenburg) und Szombathely bekannt, und für beachtenswerte Zentren der Graphik betrachtete man Szeged und Debrecen. Eine eindeutige Graphikergruppe bildeten die siebenbürgischungarischen Künstler mit ihrer speziellen, eigenartigen Tonart. Die Ereignisse auf dem Gebiet der Kleingraphik beziehen sich auch auf die Exlibriskunst. Doch wäre das Bild nicht vollständig, wenn wir es nicht erwähnten, dass die Zwischenperiode der zwei Weltkriege eine „Mode" der Exlibris mit sich brachte, das mit ihrer Massenproduktion auf einigen Gebieten auch einen künstlerischen und technischen Rückfall verursachte. Nach der Einstellung der St. Georg Zunft schlossen sich die Interessenten in die Vereinigung der Ungarischen ExlibrisSammler und Graphikfreunde (MEGE), die ihre Gründungsversammlung 1932 abhielt. Ihre Publikationen und die von 1937 bis 1944 erscheinende Zeitschrift „Kisgrafika" (Kleingraphik) spielten in der ungarischen Geschichte der Kunstart eine beträchtliche Rolle. Die Tätigkeit der Vereinigung hört im Jahre 1948 auf. In der Zwischenzeit im 1934 bildete sich das erste Verein in der Provinz, die Zunft mit dem Namen: „Ajtösi Dürer Céh", seine Zeitschrift „Magyar Exlibris" erschien 1935—1936. Die während des zweiten Weltkrieges stagnierende Graphikkunst verstärkte sich nach einigen Jahren des Kriegsendes und erlebte im letzten Jahrzehnten ihre Blütezeit. Im Rahmen der Gewerkschaft der künstlerischen Arbeiter wurde 1959 der Kreis der Freunde der Kleingraphik gegründet, der auch noch heute mit grossem Erfolg die Interessenten anzieht und dessen Fachzeitschrift seit 1962 erscheint. In den 60er Jahren vereinigten sich aus 15 Staaten die Kleingraphikvereine, darunter auch die ungarischen, in die Fédération Internationale des Sociétés d'Amateurs d'Exlibris (FISAE). Das ungarische Material in der SoóSammlung ist sehr reich, sie besteht aus 10.600 Exemplare. Die Sammlung ist in 147 Bänden zusammengestellt, die einzelnen Stücke auf Kartonblätter befestigt. Das Ordnen geschah nach Nationen und innerhalb der Nationen nach den Namen der Künstler, dann nach den Namen der Inhaber in ABC-Reihenfolge. In Sonderbän159