Imre Jakabffy (szerk.): Ars Decorativa 2. (Budapest, 1974)

WEINER, Piroska: Ungarische Exlibris in der Kleingraphiksammlung von Rezső Soó

den finden die alten Kupferstiche ihren Platz. Professor Soó hat im Jahre 1972 auch eine wertvolle ausländische Buch- und Zeit­schriftensammlung (um 70 Bände) dem Mu­seum geschenkt, die in unserer Bibliothek untergebracht wurde. Er begann seine Sam­meltätigkeit als Universitätsprofessor in Debrecen von 1934 an und beendete diese im Jahre 1960, später hat er die Katalogi­sierung seiner Sammlung zusammengestellt. Zugleich führte er lebhafte Tätigkeit in der Fachliteratur. 8 Er bereicherte seine Samm­lung mit Gesamtoeuvre einiger Künstler und führte intensive internationale Tausch­tätigkeit, stand auch mit ungarischen Sammlern in enger Verbindung. In seiner Kollektion befinden sich die Exlibris aus den Sammlungen von Kálmán Arady, Ilon­ka Déry, Ferenc Galambos, Sándor L. Illyés, István Lustig, József Nagy, Tibor Pinterits, Jenő Reisinger, István Réthy und Andor Semsey. Professor Rezső Soó war auch ein gros­ser Mäzen, seine Exlibris wurden von aus­gezeichneten Künstlern entworfen, dies führte wieder zu neuen Tauschverbindun­gen. Das führende Prinzip seiner Sammel­tätigkeit war: entscheidend sollten diese Künstler in der Sammlung Rolle spielen, die in erster Linie auf dem Gebiet des Ex­libris schufen. In der Soó-Sammlung finden wir fast die vollständige Liste dieser Künst­ler. In dieser Kollektion sind all die so­genannten edlen Ausführungen vertreten, sowie Holzschnitt, Kupferstich, Radierung. Skizzen, Zeichnungen kommen auch vor. Unter den neueren gibt es immer mehr und mehr durch Klischee vervielfältigte Exlibris. Frühungarisches Material enthält die Sammlung keines, doch seit dem 18. Jahr­hundert ist die Sammlung fortlaufend und umfasst die schönsten Exemplare dieser Epoche aus Ungarn (Abb. 1—3). Zwischen den Meistern des 18. Jahrhunderts finden wir den vorzüglichen Kupferstecher aus Buda (Ofen), Johann Philipp Binder, weiter aus den ersten Jahrzehnten des 19. Jahr­hunderts die Arbeit von Christian Junker (Abb. 3., 4)° und die charakteristischen typographierten oder gestochenen Namens­zettel (Abb. 5). Reich ist die Exlibris-Kollektion der Jahrhundertwende, typisch sind auf diese Epoche das Schönherr-Exlibris und das für unsere Bibliothek entworfene Exemplar (Abb. 8, 9). Der Aufschwung des Exlibris am An­fang des 20. Jahrhunderts fiel mit der Sezession und auch mit der Entdeckung der volkskünstlerischen Werke zusammen. Die Anwendung der Elemente der Volks­kunst ist, im Rahmen der Sezession, cha­rakteristisch, dasselbe erfahren wir auch in der Exlibriskunst dieser Epoche. Die Tä­tigkeit von Sándor Nagy ist hervorragend, dessen schöne Werke in der Sammlung zu sehen gibt (Abb. 10, 11). In den späteren Jahren wurde die Kunst von Arnold Gara (Abb. 13) und Lajos Kozma (Abb. 12, 14) richtunggebend. In den 1920—30-er Jahren kamen in den Themenkreisen die allgemein gebräuch­lichen Symbole, der Tod, Buch mit Eule. Sanduhr. Attribute der Wissenschaften, Künste und Handwerke vor, beliebt sind die Darstellungen der Landschaften, das Heim des Bestellers und die Motive der Volkskunst, nichtsdestoweniger die religiö­sen Themen. Neben den auf die beiden Weltkriege hinweisenden Darstellungen finden wir auch die Sinnbilder der Arbei­terbewegung. Eine wichtige Stelle nimmt unter den Themen des Exlibris auch der Ausdruck des Friedenswunsches und der Furcht vor dem Kriege ein. In der Aus­drucksart der Werke der Kleingraphik ent­decken wir die Spuren fast aller ausländi­schen Richtungen der Kunst, in erster Linie 160

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