Dr. J. Nemeskéri szerk.: Die spätmittelalterliche bevölkerung von Fonyód (Anthropologia Hungarica 6/1-2. Budapest, 1963)

des Schädels trafen zumindest 5 Schläge, von welchen zwei auf der Tabula externa der Squa­ma frontalis einen von scharfem Gegenstand herrührende Knochenfissur verursacht haben, durch die anderen drei Schläge entstanden Impressionen von einem stumpfen Gegenstand. Vom Rand der Hiebe, die das Scheitelbein trafen, ist über die Squama temporalis querverlaufend bis zum Lambdapunkt die Spur einer geheilten Knochenfissur zu beobachten. (Taf. XIII-XV) Eine gleichfalls seltene Veränderung, die eben deshalb Anspruch auf Interesse erheben kann,vermocht en wir auf dem Schädel der im Grab Nr. 95 bestatteten Person (Inv.-Nr. 12338; © 54-50 Jahre alt) festzustellen. Auf diesem Schädel lässt sich eine chronische Verrenkung dob linkseitigen Kiefergelenkes, die Bildung einer geringere Bewegung ermöglichenden Pseu­doartik-aatim beobachten. Der Gelenkfortsatz des linkseitigen ünterkieferastes dürfte bei der vorueren Kieferverrenkung abgebrochen sein. Der gleichzeitig mit der Verrenkung er­folgt s Bruch jing mit hochgradiger Schmerzempfindung einher und in """rmangelung der ent­sprechenden Behandlung konnte sieb auf dem gebrochenen Processus articularis mandibulae in langer Zeit die aufwärts gerichtete, etwa 10 mm hohe Knochenvermehrung ausbilden. Das auf diese Taise deformierte Capitulum mandibulae verschob sich medialwärts vom Jochfortsatz des Schläfenbeins und fügte 3ich auf der Schädelbasis dem entsprechenden Teil der Ala mag­na des Keilbtins an. Infolge des anhaltenden Druckes und der Bewegung , entstand auf dem Keilbein ein Materienmangel, das von einem abgenützten Rand begrenzt ist. Zur Ausbildung der Veränderung, zur "Rntsten'uig der Pseudoartikulation musste nach der Entstehung der Ver­renkung auch in diesem Falle eine längere Zeit - zumindest von mehreren Monaten - verstri­chen sein. (Taf. XVI-XVII) In der untersuchten Schädelserie waren 2 charakteristische (o 25-29 Jahre alt) patho­logische Schädelformen festzustellen. Von den Hauptnahten des Schädels mit der Inv.-Nr. 12405 (vor der systematischen \usgrabung freigelegt,deshalb nicht mit Grabnummer bezeich­net) bildete sich infolge der frühzeitigen Verknöcherung der Sutura sagittalis (Synostosis praecox) eine charakteristisch Sk*phokephelie aus. Die vorzeitige Verknöcherung der Sutu­ra sagittalis führte infolge dus Aufhörens des Breitenwachstums (Virchowsche Regel) dazu, dass der Schädel sich sehr schmal (105?) und sehr lang (211) und die Stirngegend patholo­gisch \5rwärtspjwölbt gestaltete. (Taf. XVIII ) Der im Grab Hr. 75 freigelegte Schädel (luv.-Nr. 12517; o 55-59 Jahre alt) weioht von den Schädelmass'n der gleichaltrigen Frauen charakteristisch ab. Die Gehirnsohädelka­pazität beträgt 1586 cm ,die Hydrokephalie ist entschieden zu konstatieren. Die Hydroke­phalie ste 1 lt als pathologische Schädelform eine sekundäre Erscheinung dar, primär ist im­mer die "eränderung im Schëielraum, deir sich der Gehirnschädel funktionell .anpassen musc. Der 7.UT pathologischen Defo-mierung des Schädels füh-ends Krankheitsprozess ist entweder mitgeberen oder in dem Säuglingsalter erworben /10, 18, 45, 22, 65/. D^rcL dieselbe erwor­bene Veränderung kommt im späteren Kindeseiter oder zu Ende des juvenilen Alters keine Hydrokepnalie mehr zustande, sondern ea entstehen Ka.vkmale, die auf die chronische Druck­zunahme im Schädelraum verweisen. Die für hydrokephalie charakteristische pathologische Scnädeldeformierung ist meist die Folge eines mechanischen, oder funktionellen Hydrjkepba­lus. Die Krankheit beruht in diesen Fällen auf der Kreislaufstörung de3 Liquor cerebrospi­nalis, die von Entwicklungsanomalie, intrakranialer Blutung, leptomeningealer Hämorrhagie. Sinus thrombosis, Meningitis, Geschwulst usw. hervorgerufen werden kann. (Taf. XVIII) Im vorliegenden Fall, ist der Schädel unversehrt, eine mit Schädelbruch komplizierte Schädel-Gehirnverletzun.5' d'rfte nicht bestanden sein, wohl kommt aber jede andere Möglich­keit in Betracht. Auch lind keine Zeichen,die auf die chronische Druckzunahme des Schädel­rarmes hinweisen, zu beobachten. Deutlich find hingegen die in solchen Fällen häufig vor­kommenden Fahtknoohen (Ossicula suturarum Wormiana) wahrzunehmen , die sich aus den akzes­sorischen Knochenkernen den Nahten entsprechend im Laufe der Entwicklung gebildet haben und zumeist, wie auch in diesem Falle, in der Lambdanaht Platz nehmen. Der Gesichtsschädel ist normaler Entwicklvu^g, erscheint jedoch unproportioniert klein neben dem Gehirnschädel. Die Sehls^enschuppen sinl nach aussen geneigt, das Orbitaldach in der Scala anterior nach unten gedrückt, die Bulbi sind deshalb tiefsitzend. Die vorher beschriebene Hydrokephalie ist nicht schwer, iie Veraünnung der SchHdelknochen nicht von Bedeutung,gleichzeitig lässt sich auol der batnrokephale Typ des Schädels feststellen. Der Schä'el des a is dem Grab Nr. 31 zuji Vorsehe: a gekommenen Skeletts (Inv.-Nr. 12270; S 53-57 Jahre alt ) kann nicht zu den pathologischen Schädelformen gerechnet werden, patho­logisch ve-dickt sind inaessen die Gshi-nschäielknochen und besonders mächtig und massen-

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